Bobic warnt: "Wir müssen extrem aufpassen!"

SID
Montag, 23.08.2010 | 11:26 Uhr
Ratlosigkeit bei Cacau (l.), der einen Elfmeter verschoss
© Getty
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Trainer Christian Gross schaute verständnislos, Sportdirektor Fredi Bobic winkte ab: Nach dem 0:2 (0:1) beim FSV Mainz 05 war der sportlichen Führung des VfB Stuttgart der Frust über den Fehlstart in die Bundesliga anzumerken.

"Das war so nicht zu erwarten. Wir haben jetzt zwei sehr wichtige Heimspiele und müssen die nächsten Tage hart arbeiten", sagte der Schweizer Gross, der die Stuttgarter in der abgelaufenen Spielzeit noch zur besten Rückrundenmannschaft der Liga gecoacht hatte.

Von der Form des ersten Halbjahres 2010 sind die Schwaben vor dem auch für die Klubfinanzen so eminent wichtigen Playoff-Rückspiel in der Europa League am Donnerstag gegen Slovan Bratislava (Hinspiel: 1:0) derzeit aber meilenweit entfernt.

Beim VfB wächst die Befürchtung, dass der slowakische Pokalsieger auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa League doch noch zum Stolperstein werden könnte. "Das Spiel dürfen wir nicht verlieren, wir werden uns keine Schwäche erlauben. Wir werden alle 100 Prozent geben, keine 95", sagte Stürmer Ciprian Marica.

"Verfallen jetzt nicht in Panik"

Dass die Anspannung und Nervosität nach dem äußerst holprigen Saisonstart beim VfB steigt, wurde auch bei Bobic deutlich. "Wir verfallen jetzt aber nicht sofort in Panik", sagte der ehemalige Angreifer, der unter großem Zeitdruck nach Verstärkungen sucht.

Die ersten Versuche des neuen VfB-Managers liefen jedoch ins Leere. Erst scheiterte der Transfer von Ibrahima Traore vom FC Augsburg am Veto des Zweitligisten.

FCA-Coach Jos Luhukay meinte, die Vorgehensweise von Bobic in dessen erstem Manager-Monat sei "merkwürdig." Auch die geplante Verpflichtung von Wunschspieler Stefan Aigner von 1860 München hat sich offensichtlich zerschlagen.

Wo sind die Führungsspieler?

So haben sich beim VfB Stuttgart vor den Heimspielen gegen Bratislava und Borussia Dortmund kaum offene Baustellen geschlossen.

Die Abgänge von Sami Khedira, Roberto Hilbert, Ricardo Osorio, Alexander Hleb und Jens Lehmann wurden zwar durch die Einkäufe von Christian Gentner, Martin Harnik, Johan Audel, Philipp Degen und Georg Niedermeier personell kompensiert, ein Gesicht hat die neue Stuttgarter Mannschaft aber noch nicht.

Auch Führungsspieler sucht man neben Nationalspieler Cacau bislang vergeblich.

"Müssen effizienter werden"

"Es wird sicher noch was passieren, das ist schon klar", sagte Bobic, der die Hoffnungen der VfB-Fans auf hochkarätige Neuzugänge aber nicht zu sehr befeuern wollte.

Vielmehr setzt Bobic bei der Entwicklung des neuen Stuttgarter Teams auf den Faktor Zeit: "Wir müssen daran arbeiten, vorne effizienter zu sein und hinten die zwei, drei größeren Fehler auszulassen. Das hat aber nichts mit Neuzugängen zu tun."

Mit fehlenden finanziellen Möglichkeiten für Neuzugänge hatte auch der Abgang von Stuttgarts Ex-Manager Horst Heldt zu Schalke 04 zu tun.

Auch der neue VfB-Manager Bobic weiß, dass es ohne Khedira und Co. in der neuen Saison schwer werden wird: "Wir haben gute Spieler verloren. So etwas geht an keinem Team spurlos vorüber, wir müssen extrem aufpassen. Wir haben in der vergangenen Saison schon mal gesehen, wie schnell es nach unten gehen kann", sagte Bobic.

Mainz - Stuttgart: Daten zum Spiel

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