Bundesliga - 31. Spieltag

Bayerns Schützenfest gegen die Lachnummer 96

Von Thomas Gaber/Daniel Reimann
Samstag, 17.04.2010 | 20:24 Uhr
Die Bayern feierten gegen Hannover den höchsten Bundesliga-Sieg seit November 1990
© Getty
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Der FC Bayern München hat die Tabellenführung in der Bundesliga durch einen 7:0 (3:0)-Kantersieg gegen Hannover 96 am 31. Spieltag verteidigt. Ivica Olic (22./49), Arjen Robben (30./50./90.+1.) und Thomas Müller (44./62.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal.

Vor 69.000 Zuschauern in der Münchner Arena zerlegten die Bayern fürchterliche Niedersachsen in ihre Einzelteile und hätten bei besserer Chancenverwertung durchaus zweistellig gewinnen können.

"Wir haben das frühe Tor gemacht - und dann wird es immer einfacher. Wenn das Tor ausbleibt, wird es schwieriger. Wir hätten noch viel mehr Tore machen können. Aber sieben sind ausreichend", sagte FCB-Trainer Louis van Gaal.

Bayern bleibt mit 63 Punkten zwei Zähler vor Schalke 04. Die Generalprobe für das Champions-League-Halbfinale am Mittwoch gegen Olympique Lyon ist somit geglückt. Hannover bleibt mit 27 Punkten Vorletzter.

"Heute war es für Bayern ein Trainingsspiel. Bayern hat eine individuelle Klasse, von der wir heute ganz weit entfernt waren. Auf der einen Seite war es Qualität, auf der anderen Seite fehlende Einstellung in der Defensive", so 96-Coach Mirko Slomka.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim FC Bayern bekommt Contento auf der Linksverteidigerposition den Vorzug vor Badstuber. Müller stürmt neben Olic, Gomez sitzt nur auf der Bank. Klose steht aufgrund einer Magen-Darm-Grippe nicht im Kader. Hannover startet mit drei Veränderungen im Vergleich zum 4:2 gegen Schalke. Balitsch, Staijner und Djakpa spielen für Elson, Rausch und Kone. Ya Konan ist im 4-5-1 einzige Spitze.

2.: Da wird's zum ersten Mal gefährlich. Ribery hält platziert aus 22 Metern drauf. Der Ball touchiert noch leicht den linken Außenpfosten.

6.: Djakpa mit einem Riesen-Bock: Ballverlust am eigenen 16er gegen Lahm. Der schaltet schnell und bringt die Kugel von rechts in die Mitte. Olic ist zuerst am Ball, trifft ihn allerdings nicht richtig. Sein Schüsschen aus acht Metern kullert am langen Eck vorbei.

15.: Ecke Robben von rechts. Der Ball landet auf dem Kopf von Ribery. Der köpft aufs lange Eck, Ya Konan klärt auf der Linie.

22., 1:0, Olic: Die überfällige Führung. Ribery führt eine Ecke schnell aus, Contento flankt von links in die Mitte und Olic köpft freistehend aus vier Metern ein.

30., 2:0, Robben: Van Bommel mit einem Traumpass aus der eigenen Hälfte, Robben entwischt Haggui und schließt aus 12 Metern wunderbar per Lupfer ab. Fromlowitz erneut ohne Chance.

44., 3:0, Müller: Ribery legt von links zurück auf van Bommel. Dessen Schuss wird geblockt, der Ball fällt Müller vor die Füße. Souverän haut der die Kugel aus sechs Metern in die Maschen.

Halbzeit-Fazit: Lockerer Aufgalopp des FC Bayern für Lyon gegen katastrophale Gäste.

49., 4:0 Olic: Robben mit einem feinen Lupfer in die Gasse. Müller startet durch und will die Kugel über Fromlowitz heben. Der kommt noch ran und wehrt ab, allerdings vor die Füße von Olic. Der köpft ein.

50., 5:0 Robben: Hannover wird demontiert. Lahm mit Übersicht auf Robben. Der lässt Eggimann unglaublich lächerlich aussehen. Im Eins-gegen-eins-Duell mit Fromlowitz bleibt der Holländer erneut cool.

56.: Es geht immer weiter. Natürlich Robben über rechts. Seine Hereingabe spitzelt Müller Richtung Tor, Fromlowitz kommt ran, Chahed kratzt den Ball von der Linie.

62., 6:0, Müller: Müller auf Olic, der gibt die Kugel per Hacke zurück. Müller startet durch, lässt den armselig auftretenden Eggimann nochmal aussteigen und haut den Ball aus 15 Metern links unten in die Maschen.

90.+1., 7:0, Robben: Robben läuft noch einmal alleine auf Fromlowitz zu. Den umkurvt er, Cherundolo grätscht dazwischen. Doch Robben kommt nochmal an die Kugel und schiebt ein.

Fazit: Höchster Bundesliga-Sieg des FC Bayern seit November 1990 gegen die Lachnummer 96.

Der Star des Spiels: Ivica Olic. Untermauerte seinen Stammplatz im Sturm mit Spielwitz, Toren und der zum Inventar zählenden Einsatzbereitschaft. Olic durfte sich im Angriff mit Müller, Ribery und Robben so richtig austoben und nach 69 Minuten Platz machen für Gomez.

Die Gurke des Spiels: Karim Haggui. Personifiziertes Elend in einer total überforderten Mannschaft. Haggui vereinte sämtliche Fehler, die ein Innenverteidiger begehen kann. Er gewann kaum einen Zweikampf, stand fast immer falsch und spielte schlimme Fehlpässe hinten raus. Putzig sein Versuch, mit Robben vor dem 2:0 Schritt zu halten. Hagguis Trost: Man hätte außer dem bemitleidenswerten Torhüter Fromlowitz jeden 96-Spieler zur Gurke küren können.

Die Pfeife des Spiels: Markus Wingenbach hatte leichtes Spiel mit der weitgehend fairen Partie, machte aber trotzdem einige kleine Fehler. Er pfiff harmlose Zweikämpfe ab und die Gelben Karten saßen sehr locker.

Die Lehren des Spiels: Hannover vor der Brust, Lyon im Sinn. Da sind mangelnde Konzentration und Schlendrian gerne anwesend. Nicht so beim FC Bayern. Die Pflichtaufgabe Hannover wurde mit der nötigen Entschlossenheit begonnen und 90 Minuten lang durchgezogen.

Die Münchner fanden schnell ihren Rhythmus und erspielten sich Chancen im Minutentakt. Schweinsteiger und van Bommel verteilten die Bälle im Mittelfeld, Lahm und Contento durften sich mangels Defensivaufgaben an jedem Angriff beteiligen und Robben und Ribery feuerten jeden Ball in den Strafraum oder direkt aufs Tor.

Hannovers "Widerstand" wurde nach 22 Minuten gebrochen, danach wurde 96 demontiert und teilweise lächerlich gemacht. Mehr Platz zum Kombinieren, mehr Zeit für Hackentricks und weniger Gegenwehr im gegnerischen Sechzehner beim Torschuss dürften die Bayern in ihrem Leben nicht mehr bekommen.

Was Hannover in München anbot, hatte mit Sport wenig zu tun. Von gewonnenem Selbstvertrauen nach dem Sieg gegen Schalke war nicht ansatzweise etwas zu sehen. Der Auftritt der Niedersachsen war ein Affront. Peinlich und einer Profimannschaft unwürdig. Keine Laufbereitschaft, kein Einsatz, kein Wille. Eine nicht zu lösende Blockade im Kopf. Der Klassenerhalt ist diesem zerfallenen Team in dieser Verfassung mitnichten zuzutrauen.

Die Bayern dagegen sind gerüstet für Olympique Lyon. Sie dürfen am Mittwoch mit etwas mehr Gegenwehr rechnen. Kapitän van Bommel sah die zehnte Gelbe Karte und fehlt den Bayern in Mönchengladbach. Auch gegen Lyon ist der Niederländer gesperrt.

Bayern - Hannover: Daten zum Spiel

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