Bundesliga - 3. Spieltag

Stuttgart nimmt in Dortmund einen Punkt mit

Von Stefan Rommel / Jochen Tittmar
Samstag, 22.08.2009 | 17:25 Uhr
Dortmunds Sahin (u.) rutscht dem Stuttgarter Khedira in die Parade
© Getty
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Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart haben sich am Topspiel des 3. Spieltags leistungsgerecht mit 1:1 (1:0) getrennt.

Durch das Remis stehen beide Teams mit jeweils vier Punkten im Mittelfeld der Tabelle.

Die Tore vor 74.000 Zuschauern in Dortmund erzielten Nelson Valdez (27.) für den BVB und Georg Niedermeier (47.) für die Gäste.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dortmund mit exakt derselben Formation wie letzte Woche in Hamburg. Lediglich Dede rückt nach seiner Verletzung für Schmelzer wieder ins Team.

Stuttgart dagegen mit der ganz großen Rotation. Tasci, Gebhart und Pogrebniak zunächst nur auf der Bank. Dafür kommen Niedermeier, Rudy und Schieber von Beginn an zum Einsatz.

15.: Langer Ball von Sahin auf Valdez, der auf gleicher Höhe mit Delpierre steht und nach innen zu Barrios passt. Der Argentinier schiebt locker ein - doch das Schiedsrichtergespann entscheidet auf Abseits. Falsche Entscheidung

19.: Dede im Strafraum gegen Rudy. Der Brasilianer setzt zur Grätsche an und berührt den Ball nicht. Das hätte Elfmeter geben müssen.

27., 1:0, Valdez: Barrios spielt aus zentraler Position auf Sahin. Der legt die Kugel schön in die Gasse zu Valdez, der allein vor Lehmann die Kugel mit links ins Tor schiebt.

29.: Hitzlsperger bringt den Ball mit rechts von links flach an den Fünfmeterraum. Dort steht Khedira und schlenzt die Kugel mit links knapp am Tor vorbei.

34.: Kuba spielt auf Sahin, der mit einem tollen Hackentrick Valdez freispielt. Der steht dann frei vor Lehmann und schießt aus halbrechter Position. Lehmann wehrt ab.

45.: Riesending für Schieber, der im Zusammenspiel mit Cacau links im Strafraum alleine vor Weidenfeller steht. Mit links will er den Ball aufs kurze Eck schießen, doch der BVB-Keeper ist mit dem Fuß zur Stelle.

Halbzeit-Fazit: Ein Spiel mit wenigen sportlichen Höhepunkten. Für die negativen sorgte bisher das Schiedsrichtergespann mit teilweise haarsträubenden Fehlentscheidungen.

47., 1:1, Niedermeier: Hitzlsperger bringt von halbrechts einen Freistoß in die Mitte. Am Elfmeterpunkt leitet Khedira auf Niedermeier weiter, der am langen Pfosten blank steht und einköpft.

56.: Barrios schickt Kuba auf der rechten Seite. Der Pole flankt gleich in die Mitte. Dort steigt Hummels gegen Niedermeier hoch und köpft nur knapp drüber.

79.: Granate von Gebhart aus 23 Metern. Weidenfeller fliegt und fummelt das Ding noch aus dem Winkel.

83.: Hajnal mit einem Freistoß von halblinks auf den langen Pfosten. Dort rutscht Pogrebnjak weg, so dass Rangelow zum Kopfball kommt - an die Latte.

Fazit: Am Ende ein gerechtes Remis, weil beide Mannschaften erst in der Schlussphase mehr Risiko gingen.

So diskutierten die mySPOX-User während des Spiels!

Der Star des Spiels: Mats Hummels kam nur durch die frühe Verletzung von Tinga in die Partie und rückte an Stelle des Brasilianers auf die Sechserposition. Dort hatte Hummels sehr viele gute Szenen in der Balleroberung und übernahm sogar etwas den Part von Hajnal als Ballverteiler.

Die Gurke des Spiels: Was ist nur mit Tamas Hajnal los? Schon in den ersten beiden Saisonspielen lief das Dortmunder Spiel komplett am Regisseur vorbei. Die Zahlen gegen den VfB: 14 Prozent gewonnene Zweikämpfe, zwei Torschüsse, 66 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und 55 Ballkontakte. Für einen Spieler seiner Klasse und als zentrale Anspielstation im offensiven Mittelfeld unterdurchschnittlich.

Die Pfeife des Spiels: Dr. Helmut Fleischer und seine Unparteiischen erwischten einen ganzen schwachen Tag. Bei zwei Elfmeterentscheidungen (Stuttgart) und zwei Abseitsentscheidungen (Dortmund) lag das Gespann grob daneben. In der Spielleitung eines eigentlich einfach zu leitenden Spiels ohne klare Linie und bei persönlichen Strafen zu milde.

Die Lehren des Spiels: Dortmund war ungewohnt zurückhaltend. Nach den deftigen Pleiten der letzten Woche (1:4 in Hamburg und 0:5 gegen Real Madrid) wurde der BVB deutlich aggressiver erwartet.

Die Unsicherheit war Dortmund anzumerken, der BVB wollte gegen die spielstärkeren Schwaben nicht ins offene Messer laufen. Der Dortmunder Fokus lag auf Kompaktheit und nicht auf kompromissloser Offensive. Eine vernünftige Reaktion auf die Hamburg-Pleite, mehr aber auch nicht.

Mit der großen Rotation hat sich VfB-Coach Markus Babbel doch etwas vergriffen. Gleich auf drei Stammspieler zu verzichten und diese mit unerfahrenen Youngster zu besetzen, war ein Risiko, das am Ende nur mit einem Teilerfolg belohnt wurde.

Am Augenscheinlichsten waren die Abstimmungsprobleme in der Abwehrkette: Die Abstände zwischen den beiden Innenverteidigern Delpierre und Niedermeier, die zudem zu oft nicht auf einer Linie verteidigten, stimmten einige Male nicht, was Dortmund sehr oft gefährliche, flache Anspiele in die Spitze ermöglichte.

Dortmund - Stuttgart: Daten & Fakten

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