Sonntag, 14.03.2010

Bundesliga - 26. Spieltag

Leverkusen fertigt den HSV ab

Bayer Leverkusen hat am 26. Spieltag seine Mini-Krise beendet und den Hamburger SV mit 4:2 (1:1) besiegt. Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena trafen Stefan Kießling (22., 62.) und Eren Derdiyok (56.) für Leverkusen. Ze Roberto (33.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich für den HSV markiert.

Im Spitzenspiel ziwschen Leverkusen und Hamburg gab es viele Strafraumszenen
© Getty
Im Spitzenspiel ziwschen Leverkusen und Hamburg gab es viele Strafraumszenen

Der Tabellendritte Leverkusen verkürzte damit den Abstand auf Tabellenführer Bayern München wieder auf drei Punkte. Hamburg liegt mit 43 Zählern auf Platz fünf, einen Punkt vor Werder Bremen.

"Wenn man 24 Spieltage unbesiegt ist, dann muss man psychisch und mental stark sein - und das sind wir. Das haben wir in der zweiten Halbzeit gezeigt. Wir haben uns nicht beirren lassen von irgendwelchen Kommentaren. Wir waren nie weg. Wir haben ein Spiel verloren. Wir sind jetzt in einer Verfolgerrolle", sagte Bayer-Trainer Jupp Heynckes.

Sein Gegenüber Bruno Labbadia, der von Leverkusener Fans mit Schmährufen an alter Wirkungsstätte emfpangen wurde, war mit der Leistung seiner Mannschaft über weite Strecken nicht zufrieden und sieht sogar das Saisonziel in Gefahr: "Wir wollten angreifen, haben aber dann in der zweiten Halbzeit keinen Fußball mehr gespielt und zu wenig investiert. Daher geht der Sieg für Leverkusen in Ordnung. Wir müssen jetzt gucken in das internationale Geschäft zu kommen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bayer muss auf die Gelb-gesperrten Reinartz und Kroos verzichten. Dafür rückt Castro ins defensive Mittelfeld und Barnetta auf den linken Flügel.

Auch der HSV muss wegen der Gelbsperre von Rincon umstellen. Für ihn verteidigt Demel hinten rechts. Boateng sitzt nach muskulären Problemen erstmal auf der Bank.

11.: Van Nistelrooy spielt 40 Meter vor dem Tor auf Elia, der Petric mit einem Traumpass halbrechts in den Strafraum schickt. Hyypiä ist schlecht postiert, aber Kadlec kann Petric im letzten Moment stören. Der Kroate hebt den Ball über Adler und am Tor vorbei.

22., 1:0, Kießling: Petric verliert 30 Meter vor dem Tor den Ball. Barnetta spielt den Ball in die Tiefe auf Kießling. Der HSV spielt vergeblich auf Abseits und Kießling taucht allein vor Rost auf. Der Bayer-Stürmer schiebt aus 16 Metern links unten ein.

29.: Castro hinterläuft Barnetta auf links und bekommt den Ball in den Lauf. Castro spielt zurück an den Strafraum, wo Vidal völlig frei abschließen kann. Aber Aogo blockt den Schuss.

33.,1:1, Ze Roberto: Was für ein Schnitzer von Adler! Langer Ball von Mathijsen in den Leverkusener Strafraum. Adler kommt raus und rennt in Hyypiä rein, der den Ball an der Strafraumkante wegköpfen wollte. So kommt der unkontrollierte Ball zu Ze Roberto, der aus 20 Metern volley ins leere Tor trifft.

Halbzeit-Fazit: Gerechtes Unentschieden, weil beide Mannschaften ordentlich nach vorne spielen und gute Chancen hatten.

56., 2:1, Derdiyok: Schwaab mit der Flanke aus dem rechten Halbfeld. Mathijsen steht falsch und Derdiyok kann unbedrängt köpfen. Aus 15 Metern zielt er perfekt aufs rechte untere Eck.

62., 3:1, Kießling: Wunderbares Tor. Renato Augusto setzt sich auf dem rechten Flügel spielend leicht gegen Aogo durch und flankt hart und präzise auf den zweiten Pfosten. Dort steht Kießling und netzt per Flugkopfball ein. 16. Saisontor!

69.: Barnetta zieht aus 17 Metern ab, Rost lässt nach vorne abklatschen und Rozehnal spielt den Ball in die Beine von Vidal, der direkt abzieht. Der Ball wird abgefälscht und wischt ganz knapp am linken Winkel vorbei.

83., 3:2, Rozehnal: Einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld durch Trochowski grätscht Rozehnal am zweiten Pfosten an Adler vorbei in die Maschen.

84., 4:2, Castro: 50 Sekunden später die Antwort der Heynckes-Elf! Barnetta vernascht Demel auf der linken Seite mit der Hacke und spielt auf Derdiyok. Der legt quer auf Castro, der aus 17 Metern völlig frei zum Schuss kommt. Rechts oben schlägt es ein.

Fazit: Verdienter Sieg für Bayer, das die Partie über weite Strecken beherrschte und früh in der zweiten Hälfte den Grundstein für den Sieg legte.

Der Star des Spiels: Gonzalo Castro. Durfte auch bei Bayer endlich mal auf der Position vor der Abwehr ran und zeigte, dass er dort in Zukunft eine spielstarke Alternative sein kann. War immer anspielbereit, extrem passsicher und zweikampfstark. Krönte seine Leistung mit dem Tor zum 4:2.

Die Gurke des Spiels: Rene Adler. Ist seit zwei Wochen die Nummer eins und leistete sich seitdem in jedem Spiel einen schwerwiegenden Schnitzer. Hätte beim Ausgleich der Hamburger nicht zwingend rauskommen müssen und wenn, dann muss er lautstark auf sich aufmerksam machen und den Ball haben.

Die Pfeife des Spiels: Deniz Aytekin. Leistete sich keine groben Schnitzer und hatte keine Probleme mit der Partie. Wurde nur das eine oder andere Mal von seinen Assistenten im Stich gelassen.

Die Lehren des Spiels: 22 Minuten und ein Tor dauerte es, bis Bayer Leverkusen die aufgestaute Unsicherheit der letzten Wochen abgelegt hatte.

Bis dahin kontrollierte der HSV die Partie und trug seine Angriffe über die variablen Außen Elia und Jansen nach vorne. Durch einen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung und eine funktionsuntüchtige Abseitsfalle gerieten die Hamburger aber in Rückstand und gaben das Spiel aus der Hand.

Bayers Selbstbewusstsein stieg mit dem Treffer deutlich, die Kombinationen wurden sicherer und das Spiel in die Spitze schneller. Der HSV schaffte es in dieser Phase nicht, kompakt zu stehen und die Räume eng zu machen. Ganz anders Bayer, das im Mittelfeld sehr aggressiv und zweikampfstark agierte.

Leverkusen baute so viel Druck auf und belohnte sich in der zweiten Hälfte mit zwei schnellen Treffern, die das Spiel entschieden. Der HSV wirkte nach gut einer Stunde platt, lief nur noch hinterher und machte auch eine mögliche Schlussoffensive durch fahrlässiges Abwehrverhalten nach dem Anschlusstreffer selbst zunichte. So ist auch der Europa-League-Platz wieder in Gefahr.

Leverkusen - Hamburg: Daten zum Spiel

Andreas Lehner / Anant Agarwala

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