Sonntag, 21.09.2008

Bundesliga - 5. Spieltag

Gomez schießt VfB zum Derbysieg

In einem abwechslungsreichen Derby sicherte sich der VfB Stuttgart am 5. Spieltag der Bundesliga mit einem 3:1 (1:1) gegen den Karlsruher SC den dritten Saisonerfolg. Mit dem neunten Sieg in Folge verbesserten die Schwaben ihre beeindruckende Heimbilanz gegen den KSC auf 19 Siege bei zwei Unentschieden und einer Niederlage.

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Vor 55.000 Zuschauern in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena drehten die Gastgeber den 0:1-Rückstand durch Sebastian Freis (8.) noch in einen Sieg, der sie auf den dritten Tabellenplatz spült.

Die Tore für den VfB Stuttgart erzielten Sami Khedira (22.), Mario Gomez (69.) und der eingewechselte Ciprian Marica kurz vor Schluss (87.). "Wir können hier einfach unsere Ziele nicht erreichen", beklagte sich KSC-Coach Edmund Becker.

"Wir haben kein Wort gesprochen"

VfB-Sportdirektor Horst Heldt freute sich über die drei Punkte: "Es war wieder ein hitziges Derby. Wir sind natürlich froh und glücklich, dass wir gewonnen haben. Wir waren die bessere Mannschaft und haben den KSC teilweise dominiert. Nur in der ersten Halbzeit hatten wir Probleme".

Dass Gomez bei seinem Tor im Abseits stand, wollte Heldt nicht ausführlich kommentieren. "Was soll ich dazu sagen, das wird Karlsruhe ärgern, aber wir sind froh, dass wir gewonnen haben." Der Torschütze selbst erachtete den Treffer hingegen als völlig regulär: "Wer sagt, das war klares Abseits, der versteht nicht viel vom Spiel."

Im letzten Aufeinandertreffen mit dem KSC hatte es zwischen dem Nationalstürmer und Maik Franz ordentlich gekracht. Heute blieb es dagegen relativ ruhig: "Wir haben kein Wort miteinander gesprochen, das war okay. Er hat ein Tor geschossen: Glückwunsch!", sagte Franz nach der Partie.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Der Stuttgarter Cacau feiert sein Bundesliga-Debüt in der Startelf. Osorio ersetzt den kurzfristig ausgefallenen Delpierre (Patellasehne). Boulahrouz rückt nach innen. Maik Franz kehrt nach seiner Muskelblessur für Stoll ins Abwehrzentrum der Badener zurück.

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6.: Hitzlsperger mit einem Steilpass auf Simak, doch Miller ist haarscharf vor dem Tschechen am Ball.

7.: Erstes Aufeinandertreffen von Maik Franz und Mario Gomez. Die beiden Streithähne der vergangenen Saison rasseln an der Grundlinie zusammen. Beide gehen danach ohne sich eines Blickes zu würdigen auseinander.

8., 0:1, Freis: Iashvili setzt sich auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch und flankt auf den völlig allein gelassenen Karlsruher Angreifer. Lehmann ist bei dem präzisen Kopfball ohne Chance.

22., 1:1, Khedira: Stuttgarts Nummer 28 markiert den Ausgleich. Gomez flankt butterweich von der linken Seite in den Karlsruher Strafraum. Dort steigt Sami Khedira hoch und köpft mustergültig ein.

35.: Riesenchance für Stuttgart. Cacau mit einem Klassepass in den Raum. Simak läuft allein auf Miller zu, will lupfen und scheitert am KSC-Schlussmann.

55.: Freistoßmöglichkeit für den VfB aus knapp 30 Metern. Ein Fall für Hitzlsperger, doch sein Schuss geht knapp am Tor vorbei.

69., 2:1 Gomez: Hitzlsperger lupft den Ball über die KSC-Defensive genau in den Lauf von Gomez. Der VfB-Goalgetter lässt Miller in der Eins-gegen-Eins-Situation keine Chance. Das Ganze roch allerdings stark nach Abseits.

74.: Fast die vermeintliche Entscheidung durch Osorio. Der Mexikaner setzt sich schön durch und zieht von der rechten Seite einfach mal ab. Miller pariert jedoch stark.

87., 3:1 Marica: Ähnliche Entstehung wie beim 2:1. Erneut Hitzlsperger mit dem tödlichen Pass und auch gegen den Rumänen hat Miller im direkten Duell das Nachsehen.

So lief das Spiel: Von Beginn an erlebten die Fans in Stuttgart eine flotte Partie. Die Badener als Gastmannschaft wurde von Trainer Eduard Becker keineswegs defensiv eingestellt und spielte erfrischend nach vorne. Folgerichtig erzielte Sebastian Freis völlig freistehend die Führung für den KSC. VfB-Außenverteidiger Ricardo Osorio war im Vorwärtsgang und fehlte hinten als Bewacher des Torschützen.

Die Schwaben fanden nicht zu ihrem Kombinationsspiel und kamen aus dem Nichts mit ihrem ersten Torschuss zum 1:1-Ausgleich durch Khedira (21.). Die Gäste ließen sich auch durch den Gegentreffer keineswegs aus der Bahn werfen und agierten weiter munter nach vorne.

Im zweiten Durchgang schaltete der KSC einen Gang zurück und zog sich etwas weiter zurück. Dennoch kamen aus dem Mittelfeld der Stuttgarter keine zündenden Ideen. Ein Pass von Hitzlsperger auf Gomez leitete das 2:1 ein. Die KSC-Abwehr spielte auf Abseits, doch Schiedsrichter Gagelmann sah den Nationalstürmer auf gleicher Höhe mit Franz und Sebastian. Fast identisch fiel das 3:1. Erneut Hitzlsperger mit dem Zuspiel auf Torschütze Marica und wieder war es knapp an der Abseitsposition.

Der Star des Spiels: Mario Gomez. Den Ausgleich vorbereitet, das wichtige 2:1 selbst besorgt. Der Goalgetter ist mit acht Toren in acht Pflichtspielen momentan die Lebensversicherung für die Stuttgarter. Blieb Sieger im mit Brisanz erwarteten Duell gegen Maik Franz und rackerte unermüdlich bis zu seiner Auswechslung in der 88. Minute.

Die Gurke des Spiels: Jan Simak. Hatte durch die Verletzung Bastürks die große Chance, sich als zentraler Mann hinter den Spitzen für weitere Einsätze zu empfehlen. Diese hat der Tscheche definitiv nicht genutzt. Vertändelte in der 35. Minute die Chance auf den Führungstreffer leichtfertig und fiel in Hälfte eins lediglich durch Kreativitäts- und Inspirationslosigkeit auf. Hatte die schlechtesten Werte aller Stuttgarter. Der 29-Jährige gewann nur 22 Prozent seiner Zweikämpfe und wurde folgerichtig von Trainer Veh in der Pause in der Kabine gelassen.

Die Lehren des Spiels: Bitter für den KSC: In ihrem besten Saisonspiel mussten sich die Badener dem Erzrivalen aus Stuttgart geschlagen geben. Mit hohem läuferischem Aufwand machten die Becker-Schützlinge die Räume eng und ließen gegen die Schwaben nur wenige Chancen zu.

Vor allem die Defensive um die beiden Innenverteidiger Franz und Sebastian wirkte trotz der Gegentreffer gut abgestimmt. Im Verbund mit den beiden Sechsern Mutzel und Porcello ließ sie gegen ideenlose Schwaben wenig anbrennen. Die Treffer für den VfB entstanden eher durch individuelle Geistesblitze von Hitzlsperger als durch schwaches Abwehrverhalten der Gäste.

Ganz vorne haben die Karlsruher allerdings ein Problem: Edmond Kapllani ist verletzt, Joshua Kennedy nach seinem Magen-Darm-Infekt noch ohne Durchschlagskraft, und Sebastian Freis ist auf der Außenbahn deutlich besser aufgehoben. Es fehlt eine echte Alternative für das Sturmzentrum.

Anders beim VfB: Die Hereinnahme von Cacau als zweitem Stürmer und die damit verbundene Umstellung auf ein 4-4-2 erwies sich als deutliche Bereicherung im Offensiv-Spiel der Schwaben. Nationalstürmer Mario Gomez war dadurch wieder mehr ins Spiel eingebunden als in den vergangenen Wochen.

Dennoch wirkten die Stuttgarter im Aufbauspiel über die kompletten 90 Minuten extrem zerfahren. Der Ausfall des Mittelfeld-Strategen Pavel Pardo wiegt beim VfB schwer, Khedira konnte den Mexikaner trotz seines Treffers auf der Sechser-Position nicht adäquat ersetzen.

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Torsten Adams / Alexander Klucke

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