Federico als tragische Figur

SID
Samstag, 02.05.2009 | 22:37 Uhr
Giovanni Federico
© Getty
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Nach der gefühlten Niederlage gegen Energie Cottbus schlich die tragische Figur der Partie wie ein Häufchen Elend vom Platz: Wie kein anderer personifizierte Giovanni Federico die Hilflosigkeit des Karlsruher SC bei der Nullnummer gegen Cottbus.

"So tief hätte ich das Loch gar nicht graben können, in das ich mich am liebsten verkrochen hätte. Jetzt wird es natürlich schwer", sagte der Mittelfeldspieler in Anspielung auf seine hundertprozentige Torchance in der 63. Minute.

Aus acht Metern schoss Federico völlig freistehend meterweit über das Energie-Gehäuse.

"Wir brauchen noch acht Punkte"

Was folgte waren die Gesänge der resignierten Fans ("Wir haben die Schnauze voll"), vereinzelte "Trainer-raus"-Rufe und ein weiteres Stück Kapitulation im Abstiegskampf.

"In unserer Situation ist dieser Punkt zu wenig. Es sind immer weniger Spiele, es wird deshalb immer schwerer, die Klasse zu halten", meinte KSC-Trainer Edmund Becker, während Manager Rolf Dohmen den Rechenschieber bemühte

"Wir brauchen mindestens noch acht Punkte, um den Relegationsplatz zu erreichen. Was mir derzeit Hoffnung gibt, ist die Tatsache, dass noch zwölf Zähler zu vergeben sind", Dohmen.

Schwache Leistung gegen biedere Cottbuser

Allerdings müssen die Badener in ihren beiden Auswärtsspielen noch bei Borussia Dortmund (9. Mai) und Werder Bremen (16. Mai) antreten.

Immerhin hat sich der Drei-Punkte-Rückstand auf Relegationsrang 16 vier Spieltage vor Saisonende nicht weiter vergrößert. Die schwache Leistung gegen biedere Cottbuser dürfte bei den KSC-Profis aber für Ernüchterung gesorgt haben.

"Die Köpfe hängen ganz tief, wir sind tief enttäuscht", klagte Kapitän Maik Franz, der nach seiner Fuß-OP erstmals nach sechs Monaten wieder in der Startelf stand.

Eichner: "Druck stärker als Selbstsicherheit"

Der Innenverteidiger wollte allerdings nichts von Resignation im Abstiegskampf wissen. Franz: "Wir sind noch nicht weg vom Fenster und müssen weiter positiv bleiben."

Dabei hatten die Karlsruher nach dem Überraschungs-Coup in der Woche zuvor bei Bayer Leverkusen (1:0) wieder Lunte gerochen und fest an den ersten Heimsieg nach knapp drei Monaten geglaubt.

"Doch der Druck war stärker als die Selbstsicherheit. Das hat man bei der Chance von Giovanni Federico gesehen. Da fliegt der Ball über das Tor, das gibts doch gar nicht", haderte Christian Eichner mit der haarsträubenden Chancenverwertung und den flatternden Nerven.

Cottbus feiert Unentschieden

Auch der ansonsten psychisch robuste Keeper Markus Miller dokumentierte die fatale Mischung aus Unvermögen und allgemeiner Verunsicherung durch seinen Aussetzer.

Der 27-Jährige trat nach einem Rückpass von Dino Drpic über den Ball und hatte Glück, dass die Kunststoffkugel knapp am Gehäuse vorbeirollte (60.). Miller gab ungeachtet seines Fauxpas den Kämpfer.

"Ich sage immer noch: Wir haben noch eine Chance, sonst könnten wir ja gleich in den Urlaub fahren", so Miller. 

Die Cottbuser, die in der Vorwoche Tabellenführer VfL Wolfsburg (2:0) düpiert hatten, feierten den Punkt indes wie einen Sieg.

"Dieses Ergebnis war unglaublich wichtig. Wir konnten den Vier-Punkte-Vorsprung auf den KSC halten. Das gibt uns Selbstvertrauen", meinte Coach Bojan Prasnikar und freute sich diebisch auf das anstehende Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München.

Karlsruhe - Cottbus: Daten & Fakten

 

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