Bundesliga - 18. Spieltag

Stuttgarter Arbeitssieg gegen Mönchengladbach

Von Stefan Rommel/Rene Scheufen
Samstag, 31.01.2009 | 17:20 Uhr
So wie hier Osorio gegen Baumjohann hatte der VfB gegen Mönchengladbach sehr viel Mühe
© Getty
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Vier Tage nach dem Debakel im DFB-Pokal gegen Bayern München hat sich der VfB Stuttgart zum Start der Rückrunde gegen Borussia Mönchengladbach zumindest ein bisschen rehabilitiert. Die Schwaben siegten gegen den Tabellenletzten glanzlos mit 2:0 (0:0).

Der VfB Stuttgart hat sich am 18. Spieltag der Bundesliga gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach zu einem knappen 1:0 (0:0) gemüht.

Vor 41.400 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena zeigten sich die Schwaben vier Tage nach dem 1:5-Debakel im DFB-Pokal gegen Bayern München allerdings nur kämpferisch verbessert, spielerisch zeigte der VfB abermals eine schwache Partie.

Die Tore für den VfB erzielten Ciprian Marica, dank starker Unterstützung von Gladbachs Innenverteidiger Roel Brouwers (67.) und Mario Gomez (86.).

Der Tabellenletzte aus Mönchengladbach zeigte defensiv eine solide Vorstellung. Trainer Hans Meyer brachte drei seiner Winter-Zugänge von Beginn an - allesamt Defensivspezialisten.

Durch den Sieg hat der VfB mit nunmehr 28 Punkten wieder Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Rängen, Gladbach bleibt mit lediglich elf Zählern Letzter.

Der SPOX-Spielfilm

Vor dem Spiel: Der VfB im Vergleich zum Pokal-Debakel gegen die Bayern mit Magnin für Boka auf links hinten und Lanig im linken Mittelfeld. Dafür rückt Simak auf rechts, Hilbert sitzt nur auf der Bank - neben Bastürk, dessen Ausflug in den Angriff ohne Wirkung blieb. Marica stürmt neben Gomez in einem reinen 4-4-2.

Gladbach mit drei Zugängen in der Startelf: Bailly (Tor), Stalteri (rechts hinten) und Galasek als eine Art Libero vor bzw. hinter der Abwehr. Trainer Meyer bringt ein 4-1-4-1 mit Friend als Stoßstürmer und Matmour und Baumjohann auf den Flügeln. Marin und Neuville nur auf der Bank.

9.: Freistoß-Knaller von Daems aus 25 Metern. Genau auf Lehmann, der sicher hält.

11.: Tasci und Delpierre sind sich nicht einig und lassen den Ball nach einer Flanke von der rechten Seite im Strafraum passieren. Rob Friend verpasst die Kugel aber knapp.

29.: Matmour flankt von links. Friend kommt aus zehn Metern zum Abschluss, schießt aber einen Meter drüber.

36.: Gladbach nach eigener Ecke unsortiert, der VfB kontert schnell. Marica von rechts flach zur Mitte. Gomez rutscht rein, schießt aber aus sechs Metern nur Bailly an.

54.: Weiter Einwurf Magnin. Bailly kommt raus - aber nicht an den Ball. Gomez springt höher und köpft aufs Tor. Gohouri ist da und schlägt den Ball noch vor der Linie weg.

67., 1:0, Marica: Langer, schmuckloser Schlag von Osorio. Gomez gewinnt den Kopfball gegen Gohouri und legt auf Marica ab. Der zieht aus elf Metern ab. Brouwers will noch retten und stolpert den Ball quasi selbst über die Linie.

78.: Khedira ist alleine vor Bailly. Doch der Gladbacher Keeper verhindert das Tor mit einer Glanzparade.

86., 2:0, Gomez: Nach einer Ecke kommt Khedira per Fallrückzieher an den Ball. Gutes Ding, Bailly klatscht nach vorne ab. Gomez ist da und haut den Ball aus zwei Metern unters Dach.

So lief das Spiel: Stuttgart deutlich aggressiver als noch im Pokal gegen die Bayern, allerdings im Spielaufbau mit enormen Problemen. Hitzlsperger und Khedira brachten selten Linie und Tempo ins Spiel. Gladbach machte das Zentrum dicht und konterte über die flinken Baumjohann und Matmour geschickt.

Nach einer halben Stunde erkannten die Gäste, dass der VfB wohl etwas zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und trauten sich mehr zu - richtig gefährlich wurde aber auch der Tabellenletzte nicht. So blieb die erste Halbzeit äußerst ereignisarm.

Nach dem Wechsel der VfB zumindest engagierter. Chancen blieben trotzdem bis auf wenige Ausnahmen Mangelware. Da auch Gladbach zu zögerlich nach vorne spielten, sahen die Zuschauer im kalten Rund ein ganz schwaches Bundesligaspiel.

Erst Maricas Glückstor brachte etwas Leben in die Bude - und zwang Gladbach, etwas mehr Initiative zu zeigen. Bis zum Abpfiff kam von den Gästen aber fast gar nichts mehr, der VfB verpasste bei seinen Kontern die Chance zur früheren Vorentscheidung.

Star des Spiels: Elson. Der Brasilianer kam für Hitzlsperger und brachte sowohl Bewegung in die taktische Formation als auch in den Angriff. Der Brasilianer ist als klassischer Zehner immer als Anspielstation hinter den Spitzen zur Stelle und war gewissermaßen der Türöffner zum effektiveren Offensivspiel. Zudem kam die gefährliche Ecke vor dem 2:0 auch von Elson.

Gurke des Spiels: Thomas Hitzlsperger sprach neulich noch von reiner Kopfsache, die das Debakel gegen die Bayern verschuldete. Dabei schlenderte der Kapitän quasi als Paradebeispiel für Jens Lehmanns Kritik an der Trainingsauffassung der Kollegen über den Platz. Lethargisch, ohne Antritt und viel zu fahrig in allem, was er tat. Bezeichnend, dass die Führung nur zwei Minuten nach Hitzlspergers Auswechslung fiel.

Lehren des Spiels: Der VfB Stuttgart kommt mit sehr defensiv eingestellten Mannschaften einfach nicht zurecht. Die Schwaben spielten bieder und hausbacken, ohne Ideen und Esprit. In solchen Spielen entpuppt sich das Mittelfeldsystem mit zwei Sechsern als Fehlbesetzung, weil die Lücke bis zum Sechzehner viel zu groß ist und sowohl Hitzlsperger als auch Khedira nicht schnell genug nachrücken können.

Viel wurde die letzten Tage über Lehmanns Kritik diskutiert und darüber, ob der Keeper denn recht habe. So ganz aus der Luft gegriffen ist Lehmanns Vermutung wohl nicht. Die Mannschaft wirkt weder geistig noch körperlich frisch und verfällt immer wieder in alte, falsche Verhaltensmuster, etwa den langen Diagonalball.

Die Stuttgarter Standards passten sich dem mäßigen Niveau an. Gelegenheiten hatte der VfB genügend. Ein Unding, gerade bei solch vertrackten Spielen.

Gladbach spielte gemäß seinen Möglichkeiten taktisch diszipliniert und immer auf seine defensive Grundordnung bedacht. Besonders auffällig Galaseks Auftrag: der Routinier interpretierte seine Position entweder zentral vor oder hinter der Viererkette und stopfte die wenigen Löcher. Ganz eindeutig die Handschrift von Trainerfuchs Meyer - zum ersten Mal übrigens in seiner viermonatigen Amtszeit erkennbar.

Phasenweise standen die Borussen mit sieben Spielern auf einer Linie vor dem eigenen Tor, da sich Baumjohann und selbst Matmour bisweilen sehr tief fallen ließen. Paauwe und Bradley machten dann den Raum im Mittelfeldzentrum zu.

Die Daten und Fakten zum Spiel

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