Stuttgart gewinnt den Krisengipfel

Von Carolin Blüchel/Stefan Rommel
Sonntag, 30.11.2008 | 18:54 Uhr
Mario Gomez erzielte gegen Schalke sein siebtes Saisontor
© Getty
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Der VfB Stuttgart hat das vermeintliche Topspiel des 15. Spieltags beim Bundesliga-Debüt von Neu-Trainer Markus Babbel gegen den FC Schalke 04 mit 2:0 (0:0) gewonnen.

55.000 Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena sahen über weite Strecken eine schwache Partie, die der VfB durch späte Tore von Jan Simak (79.) und Mario Gomez (83.) für sich entschied.

Durch den Sieg halten die Schwaben den Kontakt zur oberen Tabellenhälfte, bei Schalke wird sich die Krise durch die vierte Saisonniederlage weiter verschärfen.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Stuttgart im Vergleich zum UEFA-Cup-Spiel in Genua mit Khedira an Stelle von Elson im linken Mittelfeld. Ansonsten keine Veränderungen. Schalke auch nur mit einer Änderung: Für Rakitic rückt der defensiv stärkere Ernst in die Startelf.

12.: Kuranyi verstolpert den Ball am Sechzehner, doch Jones kommt ran, zieht aus halblinker Position ab, trifft aber nur den Pfosten. Farfan schiebt den Abpraller aus sechs Metern aufs fast leere Tor. Da steht aber Boka und rettet auf der Linie.

15., Elfmeter für Schalke: Kuranyi setzt sich gegen drei Verteidiger durch, will abziehen. Da stochert ihm Boka in die Beine. Klare Sache.

16., Lehmann hält: Farfan, die Zweite. Schuss halbhoch ins rechte Eck. Lehmann ist aber da und hält sicher!

28.: Hilbert bedient Gomez. Der zieht von halbrechts ab. Neuer klatscht nach vorne ab, Hitzlsperger semmelt den Nachschuss aus elf Metern hauchdünn am Tor vorbei.

59.: Pardo schickt Hilbert über links, der flankt in den Strafraum zu Gomez, doch der Stürmer verfehlt knapp, da ihn Höwedes stark unter Druck setzt. Gomez' beste Chance bislang.

68.: Hitzlsperger findet die Lücke und schickt Gomez steil. Der ist alleine vor Neuer, schießt den aber nur an. Muss er machen!

79., 1:0, Simak: Langer Ball auf den einlaufenden Simak. Ernst ist viel zu langsam. Neuer stürmt recht unmotiviert aus dem Tor. Simak sieht's und lupft vom linken Sechzehnereck in hohem Bogen ins lange Eck.

83., 2:0, Gomez: Jetzt macht er ihn doch noch. Pardo schickt Gomez auf die Reise. Gleiche Situation wie zuvor, aber diesmal schiebt Gomez das Ding flach ins kurze Eck.

So lief das Spiel: Beide Mannschaften hellwach, Schalke mit extrem aggressivem Pressing tief in der Stuttgarter Hälfte. Folgerichtig resultierten auch die beiden Mega-Chancen von Farfan aus frühen Ballgewinnen der Schalker.

Stuttgart verfiel in der ersten Halbzeit wieder in alte passive Strickmuster und leistete sich deutlich mehr Fehler als die Gäste.

Schalke dadurch gefährlicher, der VfB bekam das Spiel erst nach knapp einer halben Stunde besser in den Griff - die unerklärlich vielen leichten Stock- und Abspielfehler blieben aber weiterhin Bestandteil des Stuttgarter Spiels.

Schalke verfiel immer mehr auch in den üblichen Trott, weshalb das Niveau minütlich abnahm. In der zweiten Halbzeit biss sich der VfB wenigstens phasenweise in die Partie, richtigen Druck konnten die Gastgeber aber nicht aufbauen. Das 1:0 fiel dann sprichwörtlich aus dem Nichts. Schalke konnte nichts mehr zusetzen und kassierte sogar noch einen zweiten Treffer.

Der Star des Spiels: Jan Simak steckte in den letzten Wochen in einer extrem schwierigen Phase, war zuerst verletzt, dann nicht in Form. Bei Armin Veh saß er oft nur auf der Bank. Auch Markus Babbel mochte dem Tschechen nicht bedingungslos vertrauen, brachte ihn aber in Ermangelung an kreativen Momenten dann doch noch. Ein Glücksgriff, den Simak mit dem schönsten, weil einzigen Stück Fußball rechtfertigte. Sein erstes Bundesligator nach über fünf Jahren - damals noch für Hannover 96.

Die Gurke des Spiels: Was Jefferson Farfan in der ersten Halbzeit fabrizierte, war eines Bundesligaprofis nicht würdig. Einen Elfmeter kann man immer mal verschießen, den Ball aber aus sechs Metern nicht in ein 7,32 mal 2,44 Meter großes, beinahe völlig leeres Tor schieben zu können, ist inakzeptabel. Alle Hobby-Kicker dieser Welt können erleichtert aufatmen, Schalke-Coach Fred Rutten dürfte angesichts solcher Fahrlässigkeit aber beinahe verrückt werden.

Die Lehren des Spiels: Stuttgart und auch Schalke boten sich gegenseitig durch unzählige leichte Fehler so viel an - Kontermöglichkeiten, Torabschlüsse, Überzahlspiel -, aber beide Teams ließen die Geschenke generös liegen.

Die Nervosität war bei beiden Mannschaften greifbar, Farfan hätte die Schalker Befindlichkeiten schnell ändern können. In dieser prekären Situation gibt es auch keine Entschuldigungen für sein Versagen. Zwei angebliche Spitzenmannschaften lieferten teilweise Fußball zum Abgewöhnen. Von den hochkarätigen Feldspielern läuft mindestens die Hälfte derzeit ihrer Normalform hinterher, von Bestform soll erst gar keine Rede sein.

Dem VfB muss man bei aller Kritik aber zu Gute halten, dass sich der Gastgeber mit eisernem Willen in ein schwieriges Spiel verbiss und wie schon im UEFA-Cup in Genua in punkto Aggressivität und Laufbereitschaft die richtige Reaktion nach dem Rauswurf von Trainer Armin Veh zeigte.

Bei Schalke wird es in den nächsten Tagen richtig ungemütlich werden. Für Königsblau kann es nur heißen: In die Winterpause retten und dann personell nachlegen. Spielerisch war der Auftritt in Stuttgart abermals ein Offenbarungseid.

Daten und Fakten zum Spiel

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