FC Bayern - Hamburg 2:2

Kein Start nach Maß für Klinsmann

Von Haruka Gruber / Daniel Börlein
Freitag, 15.08.2008 | 22:35 Uhr
FC Bayern, Hamburg
© Getty
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Der FC Bayern München und sein neuer Trainer Jürgen Klinsmann sind mit einem 2:2 gegen den Hamburger SV in die 46. Bundesliga-Saison gestartet. Der HSV lag schon 0:2 zurück, schaffte aber noch den Ausgleich.

München - Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena erzielten Bastian Schweinsteiger (12.) und Lukas Podolski (16.) die Tore für den Gastgeber, auf Seiten der Hamburger erzielten Paolo Guerrero (25.) sowie der Ex-Bayer Piotr Trochowski (57.) die Treffer.

Der SPOX-Spielfilm:

6.: Die Bayern schwimmen. Guerrero per Distanzschuss, Rensing pariert.

11.: Trochowski zieht aus 18 Metern ab, der Schuss knallt an den rechten Pfosten!

12., 1:0, Schweinsteiger: Ze Roberto setzt sich links durch und flankt auf den langen Pfosten, Benjamin rutscht aus, Schweinsteiger vollstreckt aus 15 Metern aus halbrechter Position.

16., 2:0, Podolski (Elfmeter): Elfmeter für Bayern! Mathijsen soll Schweinsteiger umgerissen haben - fraglich. Podolski verwandelt sicher.

25., 2:1, Guerrero: Trochowski flankt freistehend vom rechten Flügel auf den ebenfalls alleine gelassenen Guerrero, der aus sechs Metern ins Netz köpft. Lucio hat geschlafen.

34.: Podolski schickt Klose steil, Mathijsen unaufmerksam. Doch Rost pariert gegen Klose.

49.: Diesmal legt Klose auf Podolski ab, doch der knallt den Ball aus sieben Meter über das leere Tor.

57., 2:2, Trochowski (Elfmeter): Elfmeter für Hamburg! Lell reißt Olic um, aber erneut eine zweifelhafte Entscheidung. Trochowski zum 2:2.

78.: Symptomatisch für die Endphase: Van Bommel mit einem Freistoß aus vielversprechender Position - doch der Niederländer trifft den Ball nicht richtig.

So lief das Spiel: Hektische Anfangsphase, beide Teams mit Zug zum Tor - und Unachtsamkeiten in der Abwehr. Nach dem Doppelschlag der Bayern schien der HSV für ein paar Minuten geschockt, bis aus dem Nichts der Anschlusstreffer fiel. In den letzten 15 Minuten vor der Pause jedoch viel Leerlauf.

Die zweite Hälfte begann ähnlich temporeich, doch nach Hamburgs 2:2 nahmen die Mannschaften das Tempo aus dem Spiel. In der letzten halben Stunde: unplatzierte Pässe in die Spitze, kein zielstrebiger Aufbau bei beiden. Oder positiv formuliert: Die Abwehrreihen machten endlich ihren Job.

Der Star des Spiels: Piotr Trochowski. Starke erste Halbzeit, rochierte viel, gab die Vorlage zum 1:2 und besorgte den Ausgleich per Elfmeter selbst. Strahlte die lange vermisste Torgefährlichkeit aus und hat offenbar endlich das Phlegma vergangener Tage abgelegt. Wenn er vom linken Flügel nach innen oder nach ganz rechts auswich, wussten die Bayern nicht, wohin mit ihm. Wer war noch mal van der Vaart?

Die Gurke des Spiels: Hamburgs Außenverteidigung. Boateng stand neben sich und wurde nach einer halben Stunde für Demel ausgewechselt, ähnlich schwach auch Benjamins Leistung links hinten. Nach vorne kam von ihnen fast nichts, zudem mit etlichen Nachlässigkeiten in der Defensive. Was zumindest etwas tröstet: Die Gegenüber auf Bayern-Seite waren auch nicht viel besser.

Die Lehren des Spiels: Was sich in Erfurt andeutete, setzte sich nahtlos gegen Hamburg fort: Den Bayern fehlt vor allem in der Verteidigung noch die Abstimmung. Wenn Lell oder Lahm an die Seitenlinie gelockt wurde, schob die restliche Kette nicht sauber mit nach außen, so dass immer wieder Lücken in den Nahtstellen entstanden. Ähnlich konfus verlief in den ersten 60 Minuten das Zusammenspiel im Zentrum zwischen Lucio und van Buyten.

Hamburg nutzte die Unsicherheiten anfangs gut aus, stellte den schnellen Olic in die Sturmspitze, um Lucio und van Buyten zu beschäftigen. Dafür spielte Guerrero etwas zurückgezogener als Verteilstation. Ein guter Schachzug.

Doch so gut das Offensivspiel war: Auch Hamburg wurde in der Rückwärts-Bewegung das eine oder andere Mal auf dem falschen Fuß erwischt. Neben den Außenverteidigern für manchen Klops gut: Mathijsen. Dennoch: Auch ohne van der Vaart funktionert die Mannschaft als Ganzes, wirkte sogar ein Stück variabler und unberechenbarer, weil ohne ihren ehemaligen Fixpunkt einem Olic oder Trochowski mehr Freiheiten zugestanden werden.

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