Fussball

Fortuna Düsseldorf trennt sich von Vorstandsboss Robert Schäfer

SID
Robert Schäfer ist nicht mehr Vorstandsboss von Fortuna Düsseldorf.

Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel erreicht die überraschende Nachricht mitten in der Vorbereitung auf den Bundesliga-Schlager gegen Tabellenführer Bayern München am Sonntag. Der Aufsteiger trennt sich überraschend von seinem Vorstandschef Robert Schäfer, spätestens seit der Trainerposse in der Winterpause im eigenen Haus der Intimfeind des beliebten Coaches. Dem SID wurde von offizieller Seite die Trennung von Schäfer bestätigt, nachdem zunächst die Rheinische Post darüber berichtet hatte.

Dass der Burgfrieden zwischen dem 65 Jahre alten Trainer und dem 22 Jahre jüngeren Schäfer überhaupt solange gehalten hat, grenzte ohnehin an ein Wunder, nachdem der Klubboss seinen Coach zu Jahresbeginn quasi im Alleingang gefeuert hatte - und damit nicht nur Funkel, sondern auch den Aufsichtsrat vor den Kopf gestoßen hatte.

Das ohnehin nie besonders große Vertrauensverhältnis zwischen dem selbstverliebten Klubchef und den Vereinsgremien war spätestens seit dem Winter zerrüttet und nicht mehr zu kitten.

Bereits im Januar hatte sich Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst nach der Machtdemonstration von Schäfer im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) über das Verhalten von Schäfer irritiert gezeigt: "Das war alles so nicht abgesprochen, darüber wird zu reden sein."

Da Schäfer aber den Klub nach wie vor in Gutsherrenart führte und damit viele Mitstreiter auf allen Ebenen verprellte, sah sich das Kontrollgremium dazu gezwungen, die Konsequenzen zu ziehen.

Erst im August vergangenen Jahres war der Vertrag mit Schäfer frühzeitig um zwei Jahre bis 2021 verlängert worden. Der Verein hatte den Manager, der am Rhein pro Saison rund 800.000 Euro verdient haben soll, im März 2016 in einer Krisensituation von Dynamo Dresden an den Rhein geholt.

Wirrwarr um Friedhelm Funkel sorgte im Winter für Unruhe

Mit Schäfer und dem damals ebenfalls neuen Trainer Funkel schaffte die Fortuna die Rückkehr in die Bundesliga und erholte sich auch wirtschaftlich. Parallel zu den Erfolgsmeldungen jagte Schäfer aber nach und nach altgediente Fortunen aus ihren Ämtern und wurde mehr und mehr zum Alleinherrscher. Er selbst bezeichnete seine Maßnahmen als "überfällige Professionalisierung".

Nachdem Schäfer dann in Marbella mit seinem Alleingang in der Personalie Funkel für Kopfschütteln gesorgt hatte, hatte er jegliche Rückendeckung verloren. Erst nach Intervention des Aufsichtsrates und der Fans wurde seine Entscheidung rückgängig gemacht und anschließend der Vertrag mit Funkel sogar bis 2020 verlängert.

Schäfer wurde der Beschluss des Aufsichtsrates bereits mitgeteilt, offiziell vollzogen ist die Trennung noch nicht.

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