Fussball

Stimmen der Sonntagsspiele des 3. Spieltags: "Haben um den Ausgleich gebettelt"

Von SPOX
Nuri Sahin im Zweikampf mit Georg Margreitter vom 1. FC Nürnberg.
© getty

Beim SV Werder Bremen herrscht nach dem späten Ausgleich gegen den 1. FC Nürnberg Verärgerung ob der verschenkten Punkte, der Torschütze kann sich nicht über seinen Treffer freuen. Beim FCN wird der Punkt dagegen wie ein Sieg gefeiert.

Hier sind die Stimmen zu den Samstagsspielen des 3. Spieltags.

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 1:1 (1:0)

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Es hat mich extrem geärgert, so spät noch das Tor zu schlucken. Und ich ärgere mich auch, dass wir die extrem starken ersten 30 Minuten nicht weiterführen konnten. Wir konnten die Ordnung nicht halten, und dann fehlt dir die Sicherheit. Auch die Jungs sind total angefressen. Wir gucken auf die Tabelle und ärgern uns. Trotzdem ziehe ich auch Positives vor allem aus der Anfangsphase."

Davy Klaassen (Werder Bremen): "Das tut heute sehr weh. Bei allem Respekt: Ein Heimspiel gegen Nürnberg müssen wir gewinnen - vor allem, wenn du lange 1:0 führst. Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele Bälle verloren. Die ersten 20 Minuten waren gut, die 70 danach nicht. Jetzt haben wir fünf Punkte nach drei Spielen, das ist nicht gut genug. In der Bundesliga muss man gerade zu Hause voll da sein."

Nuri Sahin (Werder Bremen): "Das 1:1 ist extrem bitter. Wir haben um den Ausgleich gebettelt. Spätestens nach dem Videobeweis hätten wir aufwachen müssen. Wir hätten zudem das zweite Tor machen müssen, das haben wir nicht getan. Wir haben die Bälle nicht festgemacht, die Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt. Wenn wir die Konter besser genutzt hätten, hätten wir die drei Punkte hier behalten. Ich hätte lieber auf mein Debüt verzichtet und dafür die drei Punkte geholt."

Maximilian Eggestein (Werder Bremen): "Ich kann mein Tor nicht genießen. Nach unserer Führung haben wir aufgehört, die letzte Konsequenz im Abschluss zu suchen. Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht, weil wir es verpasst hatten, Nürnberg in der ersten Halbzeit zu erlegen. Deshalb hatte wir es auch nicht verdient, hier zu gewinnen. Nach der Pause haben wir komplett die Kontrolle verloren und unsere Konter schlecht ausgespielt. Wir haben nicht mehr den Mut gehabt, richtig in die Räume zu gehen."

Michael Köllner (Trainer 1. FC Nürnberg): "Wir wussten, dass es ein schwerer Auftritt in Bremen wird. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, haben wir unsere Dinge gut erledigt. So war es eine komplizierte Partie. Wir mussten ständig auf der Hut, aber gleichzeitig nach dem 0:1 in der gegnerischen Hälfte präsent sein. Zum Leidwesen wurde unser erstes Tor zurückgenommen. Da mussten wir mental eine schwere Situation verkraften. Da ziehe ich den Hut vor meiner Mannschaft, dass sie trotzdem mutig geblieben ist und Chancen herausgespielt hat. Es ist für uns gut zu wissen, dass wir auch nach dem dritten Spiel in der Bundesliga mithalten können."

Enrico Valentini (1. FC Nürnberg): "Durch das späte Tor fühlt es sich natürlich fast wie ein Sieg an. Nach der ersten Halbzeit und dem Pausenrückstand haben wir uns gefangen und sind nochmal stark zurückgekommen. Wie gegen Mainz haben wir wieder eine sehr gute zweite Hälfte gespielt und haben uns für unseren Aufwand noch belohnt. Wir haben in der Pause umgestellt und dann hat es auch besser geklappt. Wir hatten mehr Räume. Wenn man auswärts bei einer Mannschaft wie Bremen so eine Leistung abliefert, dann kann man sagen, dass wir auf jeden Fall in der Liga angekommen sind."

Mikael Ishak (1. FC Nürnberg): "Es war ein sehr komisches Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit eine Chance zugelassen und werden dafür von Werder bestraft. Nach der Pause hatten wir dann Chancen, selbst zu treffen, machen auch ein Tor, doch das wird zurückgepfiffen. Wir haben aber bis zum Schluss gekämpft und noch den verdienten Ausgleich erzielt. Mit dem letzten Angriff können wir sogar noch das 2:1 machen. Schade, dass uns das nicht noch gelungen ist. Insgesamt ist der Punkt auf jeden Fall verdient."

Hanno Behrens (1. FC Nürnberg): "Wir sind die ersten 15 Minuten gut reingekommen. Danach haben wir ein bisschen den Faden verloren. Wir wollten das Zentrum dichtmachen, dadurch hat Werder auf den Flügeln viel Räume bekommen und es auch gut gespielt. Trotzdem haben wir nicht viel zugelassen. Das 1:0 war dann ein guter Schuss. Zur zweiten Halbzeit haben wir etwas umgestellt. Wir sind dann mehr in die Zweikämpfe gekommen und haben auch Chancen erspielt. Mit ein bisschen Glück können wir am Ende noch das zweite Tor machen. Für die Moral ist so ein später Ausgleich natürlich sehr wichtig."

SC Freiburg - VfB Stuttgart 3:3 (1:1)

Christian Streich (Trainer SC Freiburg) über ...

... das Spiel: "Am Ende bin ich zufrieden, aber das 1:1 ist bitter, weil Stuttgart bis dahin keine Torchance hatte. Dann bekommen wir wieder zu einfache Tore. Das ist natürlich ärgerlich. So wie die Spielentwicklung ist, müssen wir dann am Ende mit einem Punkt zufrieden sein."

... seinen Gesundheitszustand: "Mir geht es wesentlich besser zum Glück. Es war nicht absehbar vor zwei Wochen, dass ich jetzt hier stehen kann (Streich verpasste die ersten zwei Spieltage auf Grund eines Bandscheibenvorfalls, Anm. d. Red.). Ich habe im Moment so gut wie keine Schmerzen, ich merke es zwar, habe aber keine Schmerzen. Aber wenn wir beiden Spiele bisher gewonnen hätten, wäre ich vielleicht weggeblieben, weil es dann vielleicht besser gewesen wäre ohne mich."

Tayfun Korkut (Trainer VfB Stuttgart) über Mario Gomez: "Ich habe schon letzte Woche gesagt, er kommt langsam in Fahrt. So kann es weitergehen."

Mario Gomez (Doppel-Torschütze, VfB Stuttgart): "Es fühlt sich so an, als ob wir zwei Punkte verloren haben. Wir haben schöne Tore gemacht und waren drauf und dran, das vierte zu schießen. Natürlich ärgert man sich über das Resultat. Ich gebe die Tore gerne für das Resultat her. Deshalb kann ich mich nicht wirklich freuen. Wir haben einen Punkt nach drei Spielen, das ist bis zu vier Punkte zu wenig. Heute müssen wir gewinnen und dann wären wir im Soll gewesen. Das ist eine extrem gefährliche Situation. Das was war, müssen wir hinter uns lassen. Wir haben heute eine Art Neustart begonnen. Wir haben den Start verpatzt und sind jetzt neu gestartet. Wir wollen weiter nach oben, wir haben die Qualität dafür. Wir im Team und die Spieler, die schon länger dabei sind, versuchen schon, da klar zu kommunizieren, dass das jetzt kein Beinbruch war und dass an den ersten drei Spieltagen keine Saison entschieden wird. Wir glauben an uns."

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