Neue Details im Fall Aubameyang

SID
Aubameyang steht am Mittelkreis beim Anstoß
© getty

Eine Lustreise nach Mailand, ein unmoralisches Angebot aus China oder sein umstrittener Maskenjubel: Pierre-Emerick Aubameyang beherrscht bei Borussia Dortmund die Schlagzeilen - und das nicht nur wegen seiner inzwischen 136 Tore für den Pokalsieger. Am Donnerstag suspendierte der BVB seinen Star-Spieler - wohl wegen mehrerer Undiszipliniertheiten.

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"Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen", erklärte Aubameyang einmal. Doch nun hat es der Paradiesvogel mit dem extravaganten Kleidungsstil übertrieben - und diesmal reichte ein im Vergleich zu den vorherigen Aufregern fast schon schnödes Zuspätkommen.

Die Folge: Suspendierung. Wie schon vor knapp einem Jahr, als er trotz eines Verbots nach Mailand flog und deswegen in der Champions League gegen Sporting Lissabon aussetzen musste.

Damals hatte sich der 28-Jährige einsichtig gezeigt, diesmal reagierte er mit Unverständnis. "Ich verstehe es wirklich nicht. Ich wollte nicht zu spät zum Training kommen", sagte Aubameyang der Bild-Zeitung. Die Strafe vor einem Jahr habe er dagegen nachvollziehen können, "weil ich gegen eine Ansage verstoßen habe."

Allerdings dürfte es mehr als fraglich sein, dass es beim Pokalsieger keine Vorgabe für die Spieler gibt, pünktlich zum Training oder zu Treffpunkten zu kommen. Zumal es übereinstimmenden Medienberichten zufolge nicht das erste Mal in dieser Saison gewesen sein soll. Außerdem: Aubameyang soll laut Bild am Mittwoch mit einem Kamerateam auf dem Trainingsgelände erschienen, um einen dreistündigen Werbefilm zu drehen. Ohne Erlaubnis des Vereins.

Auba sorgt immer wieder für Aufsehen

Bisher ließ BVB-Trainer Peter Bosz seinen unumstrittenen Star an der langen Leine - bis zum Donnerstag. Die Zeiten, in denen der Klub Aubameyang, an guten Tagen die Lebensversicherung der Dortmunder, seine Extravaganzen durchgehen ließ, sind offenbar vorbei.

Zumal der in Frankreich geborene Gabuner im Gegensatz zum Start der Saison in den letzten Wochen nichts zurückgab. Keine Tore, mangelnde Defensivarbeit, dazu eine Körpersprache, die an vieles erinnerte - aber nicht an einen hochmotivierten Bundesligaspieler.

Das letzte Vorkommnis war ganz offensichtlich eins zu viel. Denn zwischen seinen sportlichen Highlights überzog es der Freund schneller Autos immer mal wieder. In der vergangenen Saison blieb neben dem Mailand-Trip vor allem der Maskenjubel in Erinnerung.

Aubameyang wollte weg

Im Revierderby bei Schalke 04 hatte er sich nach seinem Führungstreffer eine Maske über den Kopf gezogen - und damit Werbung für seinen privaten Sponsor gemacht. Damals gab es eine Geldstrafe.

Vor der Saison hatte der Trubel mit Wechselgerüchten aus der ganzen Welt für Aufregung gesorgt. Vom FC Chelsea über Paris St. Germain bis zu einem angeblichen Angebot aus China mit einem Jahresgehalt von bis zu 50 Millionen war die Rede - am Ende blieb Aubameyang beim BVB.

Aber, das darf nicht vergessen werden: Bisher zahlte Aubameyang es dem BVB immer zurück. Mit Toren. So wie nach der Suspendierung gegen Lissabon - damals traf er in seinem ersten Spiel danach viermal gegen den Hamburger SV.