Seifert kritisiert DFB: "Da hört der Spaß auf"

SID
Donnerstag, 27.04.2017 | 12:39 Uhr
DFL-Boss Christian Seifert kritisiert den DFB
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Die DFL geht in der Diskussion um den Grundlagenvertrag auf Konfrontationskurs mit dem DFB. "Das Thema schwelt seit Monaten. Wenn wir ins schlechte Licht gerückt werden, hört der Spaß auf", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert während eines Gespräches mit Journalisten am Mittwoch: "Die Beziehung zum DFB ist nicht erschüttert, aber belastet."

Hintergrund sind zum einen Spekulationen über "Geheimklauseln", die angeblich das Amateurlager im DFB benachteiligen, und zum anderen grundsätzliche Kritik an dem im November 2016 bis 2023 verlängerten Vertrag, in dem unter anderem festgelegt ist, dass 25 Millionen Euro pro Jahr vom Profifußball an den DFB fließen.

"Wir schleusen über eine Milliarde durch die Bücher. Transparenz von Zahlen, Fakten und Verträgen sind elementar für uns. Die Klubs müssen uns glauben, dass hier alles mit rechten Dingen vor sich geht", wird Seifert von der Funke-Mediengruppe zitiert: "Wir lassen uns nicht als diejenigen darstellen, die die Amateure über den Tisch gezogen haben. Das ist nicht nur unfair, sondern auch ungehörig. Wir lassen uns nicht in so eine Ecke drängen, nur weil man beim DFB - warum auch immer - nicht so mit den Fakten umgeht, wie es sein sollte."

Noch vor der Unterzeichnung der Vertragsverlängerung beim DFB-Bundestag hatte der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch die Erhöhung der Bundesliga-Abgabe an die Landesverbände um 2,5 Millionen Euro jährlich mit dem Hinweis kritisiert, dass dafür niemand im Amateurlager "eine La Ola" mache.

"Weiß nicht, wo das hinführen soll"

Der DFB wird (nach Rechnung der Liga) künftig mehr als 200 Millionen Euro durch den Profifußball einnehmen. Für die nationalen TV-Rechte kassiert die DFL ab der Saison 2017/18 rund 1,16 Milliarden Euro pro Saison.

Seifert kritisierte weiter: "Ich weiß nicht, wo das hinführen soll. Wenn Klubsponsoren sagen, dafür und dafür darf der DFB mit den Spielern keine Werbung machen, kollabiert der ganze Verband. Umso wichtiger ist es, dass es diesen Grundlagenvertrag gibt." In diesem ist unter anderem auch die Abstellung von Nationalspielern geregelt.

"Es ist eine Tatsache, dass Manuel Neuer, Marco Reus oder Lars Stindl oder Leon Goretzka beim Confed Cup oder bei der WM für Deutschland auflaufen, aber in dieser Zeit sind sie immer noch Angestellte der Klubs und werden von den Klubs voll bezahlt", sagte Seifert: "Darum ist der DFB schlichtweg darauf angewiesen, diesen Grundlagenvertrag zu haben. Da erwarte ich vom DFB, dass das Verhalten möglichst schnell aufhört."

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