Montag, 07.11.2016
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Der Bundesliga Experten-Check

Spiel halt Lotto, HSV!

HSV, HSV, HSV. Wir können es nicht mehr hören, aber man kann das Thema ja auch nicht ignorieren. Also gibt's auch dieses Wochenende wieder Wissenswertes zum Dino der Liga. Außerdem: Die längsten Läufe der Liga, die längsten Ohrenhaare der Welt - und der fetteste Lottogewinn, den wir uns vorstellen können.

Läufe I: Im übertragenen Sinn hat Lauf nichts mit laufen zu tun, sondern steht für eine Glückssträhne oder Serie von Erfolgserlebnissen. Jetzt kann man darüber streiten, ob die Bayern das 1:1 gegen Hoffenheim als Erfolgserlebnis werten, einen Lauf haben sie dennoch. Seit 20 Spielen sind die Münchener nämlich in der Liga ungeschlagen. 15 Siege gab es in diesem Zeitraum. Und wer hat den zweitbesten oder -längsten Lauf? Dortmund ja nicht. Der HSV vielleicht? Bei dem läuft manches, aber eher aus dem Ruder. Nein, Hoffenheim isses. Die TSG von 1899 ist jetzt seit zehn Ligaspielen ohne Niederlage, nämlich in allen Spielen dieser Saison.

Läufe II: Im buchstäblichen Sinne läuft's bei Hoffe auch extrem gut. In München rannten oder liefen Nagelsmanns Männer nämlich im Kollektiv 123,2 Kilometer weit. Das ist Saisonrekord!

Sowasvoneinemlauf: Mario Gomez trifft plötzlich wieder. Glückwunsch! In Freiburg gelang ihm sein erster Bundesliga-Doppelpack seit 2013, damals für die Bayern gegen Hannover. Damit ist Mario jetzt schon die Nummer 15 der ewigen Buli-Torjägerliste. Mit jetzt 141 Toren hat er nämlich Stefan Kießling (140) eiskalt überholt. Noch 79 Buden bis zum Treppchen (Heynckes, Josef) und 225 bis zum Bomber.

Nicht-Lauf: Ohne Weiteres könnte man heute vor jeden Punkt irgendwas mit "Lauf" schreiben, weil: Entweder läuft's eben oder es läuft halt nicht. Bei Thomas Müller zum Beispiel ist Letzteres der Fall. Die einzige statistisch erfasste Großchance der Bayern verballerte er am Samstag und wartet deshalb jetzt schon 682 Minuten auf ein Bundesligator.

Überhauptgarnichtlauf: Das krasseste Gegenstück zu "einen Lauf haben" ist wohl das, was der HSV macht bzw. mit sich machen lässt. Wir haben ja letzte Woche schon eine Menge Witze gemacht, aber da wussten wir ja noch nicht, dass der Dino gegen den heißgeliebten Aufbaugegner Dortmund gleich die nächste Abreibung kassieren würde. Davor hatte der HSV gegen den BVB im eigenen Stadion eine prima Serie hingelegt: 3:1, 0:0, 3:0, 3:2.

Schonerstrechtgarkeinlauf: Was selbst Bert van Marwijk oder Mirko Slomka, die ja nun wirklich nicht mal knapp am Legendenstatus in Hamburg vorbeirauschten, geschafft haben, will Markus Gisdol einfach nicht gelingen. Als erster HSV-Trainer überhaupt (und es gab einige, schwöre) hat er keines seiner ersten fünf Bundesligaspiele gewonnen. Für Leute, die immer alles ganz genau wissen wollen: Einen Punkt hat er geholt.

Minus 19: Passend zum Wintereinbruch in Deutschland eine Bemerkung zum Torverhältnis des HSV, das am Wochenende ja weiteren Schaden genommen hat. Die aktuellen minus 19 (4:23) wurden zu diesem Zeitpunkt einer Saison nur von drei Teams unterboten - und zwar vor über 50 Jahren. Anders ausgedrückt: Uwe Seeler kickte noch, als zuletzt so gestümpert wurde, wie es sein HSV gerade tut. Tasmania Berlin (-25), der 1. FC Saarbrücken (-21) und Borussia Neunkirchen (-20), also Vereine, um deren Existenz vermutlich etliche HSV-Profis von heute nicht mal wissen, waren die nämlichen welchen.

Letzter Aufruf: Noch mal HSV, weil's halt irgendwie auch sein muss. Alle lupenreinen Hattricks, die in dieser Saison erzielt wurden, wurden gegen den HSV erzielt. Pierre-Emerick Aubameyang war der letzte, Leverkusens Joel Pohjanpalo der erste und Anthony Modeste irgendwo dazwischen. Auba schoss in Hamburg ja noch ein viertes Törchen. Der letzte Dortmunder, dem ein Viererpack in der Liga gelang, war übrigens der heutige Manager Michael Zorc. "Susi" war beim 4:2 gegen Uerdingen im Mai 1988 der Matchwinner.

90 Millionen: So eine hohe Zahl hatten wir vermutlich noch nicht in unserem launigen Wochenendrückblick. Es geht übrigens wieder um den HSV. Gemeint ist aber nicht die Anzahl der Fehlpässe im eigenen Drittel oder die Anzahl der Stockfehler in dieser Saison, sondern die Höhe der Verbindlichkeiten des Klubs. Schulden also. 90 Millionen beträgt übrigens auch die Summe der Transferausgaben des HSV in den letzten drei Jahren. Und 90 Millionen hat ein Lottospieler aus dem Schwarzwald am Wochenende gewonnen. Vielleicht sollte der HSV ja mal... einen Lottokönig haben sie ja im Klub. Aber lassen wir das.

Leipzig: Was soll man zu RBL noch sagen? Punktgleich mit Bayern nach zehn Spieltagen. Wer hat das zuletzt geschafft? Keine Ahnung, Kloppos BVB vermutlich. Warum, wieso und weshalb die Sachsen so gut sind, lesen Sie am besten hier nach.

Notiz I: David Alaba hat sein 234. Pflichtspiel für die Bayern absolviert und damit mit Stefan Effenberg gleichgezogen.

Notiz II: Erstmals in der Bundesligageschichte gibt es nach zehn Spieltagen noch drei ungeschlagene Teams. Diese sind: Bayern, Leipzig und Hoffenheim.

Notiz III: Schalke ist seit 9 Pflichtspielen ungeschlagen. So eine prima Serie gab's bei Königsblau zuletzt um den Jahreswechsel von 2009 auf 2010.

Notiz IV: Werder hat am Sonntag den 303. Elfmeter zugesprochen bekommen. Nur die Bayern bekamen in der Ligageschichte mehr, nämlich 309.

Notiz V: Salomon Kalou hat beim 3:0 der Hertha gegen Gladbach seinen zweiten Bundesliga-Dreierpack geflochten (um nicht immer dieses doofe 'geschnürt' zu verwenden). Der erste gelang ihm vor ziemlich genau einem Jahr in Hannover (3:1).

Zum Schluss das Allerletzte: Also Sachen gibt's, die gibt's gar nicht. Einen Inder beispielsweise mit 18 Zentimeter langen Ohrhaaren oder diesen Typen, der in einer Minute 80 Eier mit der Stirn zu Klump haut. Was auch echt in diese Kategorie fällt, ist folgende Statistik: Am Samstagabend standen sich beim Anpfiff zwischen Frankfurt und Köln 1112 Bundesligaspiele Erfahrung und 1112 Bundesligaspiele Erfahrung gegenüber. Ist das nicht irre?

Nachtrag: Merkwürdig ist schon, dass Kalou keinen seiner Buli-Dreier-Packs gegen den HSV flocht.

Noch ein Nachtrag: Nachdem Bobby Wood nicht mehr Hamburgs einziger Saisontorschütze ist, verzichten wir ab sofort auf die Nennung der hanseatischen Scorerliste. Dafür wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass Uwe Seeler mal für ein Rasierwasser namens "Hattrick" Werbung machte.

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