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Ein Frühlingstag wie gemalt

David Alaba hat seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert
© getty

Der Freitag entwickelte sich für den FC Bayern zu einem herausragenden Tag: Erst verlängerte der umworbene David Alaba seinen Vertrag langfristig, wenig später wurde den Münchnern mit Benfica der vermeintlich leichteste Gegner für das Champions-League-Viertelfinale zugelost. Komplett machte das Glück aber erst Matthias Sammer.

Die bayerische Landeshauptstadt zeigte sich an diesem Freitag in vollem Glanz. Die Sonne sorgte für vergleichsweise hohe Temperaturen, die Menschen liefen auf die Straßen, der Marienplatz öffnete seine Pforten und auch die Surfer an der berühmten Eisbachwelle konnten sich über mangelndes Publikum nicht beschweren - der Frühling war angekommen in München.

Und die ohnehin wohl schon glückliche Stimmungslage aller Fußball-Fans wurde im Laufe des Freitags nochmal befeuert. Zumindest die der Roten.

Den Anfang machte David Alaba. Denn bereits am Vormittag bestätigte der FC Bayern, was zuvor bereits durch die Gazetten kursierte: Der gelernte Verteidiger bleibt dem Rekordmeister langfristig erhalten. Sein neuer Vertrag läuft bis 2021.

Deutliches Zeichen an die Konkurrenz

"David Alaba ist ein Eigengewächs, deshalb freut uns die heutige Unterschrift ganz besonders. Er ist einer jener Spieler, die unserer Mannschaft heute ihr Gesicht geben. Er wird auch in den kommenden Jahren einer der Eckpfeiler unserer Mannschaft sein", frohlockte Karl-Heinz Rummennigge.

"Ich bin stolz, dass ich weiterhin bei meinem Klub spielen werde", ergänzte der Österreicher selbst und fügte an: "Beim FC Bayern bin ich groß geworden, habe ich unglaublich tolle Momente erleben dürfen und wir alle sind hungrig, den bisherigen Titeln noch weitere folgen zu lassen."

Die Vertragsverlängerung des heiß begehrten Österreichers ist ein deutliches Zeichen an die europäische Konkurrenz, denn in den letzten Monaten geisterten zahlreiche Gerüchte durch die Medien. Der FC Barcelona, Real Madrid und Manchester City sollen ihre Fühler nach dem Juwel ausgestreckt haben. Trotzdem entschied sich der 23-Jährige für einen Verbleib in München.

Der Nächste im Bunde

Nach Jerome Boateng, Thomas Müller und Javi Martinez haben sich die Bayern im Kampf um ihre Spieler abermals gegen die lukrativen Angebote der Konkurrenz durchgesetzt und einen weiteren Schützling von ihrer Sache überzeugt.

Auch Matthias Sammer ist sich der Kragenweite der hoch gehandelten Personalie bewusst: "Wir geben die Pace vor, wir bestimmen, was passiert. Die können strampeln, wie sie wollen", sagte der Sportvorstand mit Blick auf die internationale Konkurrenz.

Alabas Entscheidung ist also gewissermaßen der nächste Ritterschlag für den FC Bayern. Das weiß auch sein Coach Pep Guardiola, der im Sommer eben jenes millionenschwere Projekt namens Manchester City übernehmen wird: "Großes Kompliment für Bayern. David ist einer der besten Spieler dieser Mannschaft." Vor wenigen Wochen hatte der Coach sogar gesagt: "Alaba ist unser Gott." Und er bleibt es.

Die Bayern können es sowohl auf als auch neben dem Platz mit jedem Verein dieser Welt aufnehmen. Das haben sie in dieser Woche erst am Mittwoch gegen Juventus Turin und zwei Tage später mit Alabas Verlängerung unter Beweis gestellt.

Es hätte schwerere Lose gegeben

So war es im Vorfeld der Champions-League-Auslosung in Nyon klar, dass kein Klub-Verantwortlicher der restlichen sieben Vereine in Freudensprünge verfallen würde, wenn neben dem eigenen Logo das mit den blau-weißen Rauten aufleuchtet. Entsprechend lang waren die Gesichter der Benfica-Bosse.

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Anders sah das naturgemäß bei den Bayern aus. Kein Barcelona, kein Madrid, kein Manchester oder Paris: Die Münchner haben das leichteste Los gezogen - nicht nur vermeintlich.

"Es ist ein gutes Los gegen einen Verein, der dem FC Bayern in der Tradition in überhaupt nichts nachsteht", sagte Sammer: "Wir sollten selbstbewusst, aber bescheiden an die Aufgabe herangehen. Die eigene Qualität, die eigene Stärke muss immer erst unter Beweis gestellt werden. Wir wissen, dass es das eine oder andere Los gegeben hätte, das auf dem Papier schwerer ist."

Fünfter Halbfinal-Einzug in Folge winkt

Erreichen die Bayern in beiden Spielen ihre Normalform, steht dem fünften Halbfinal-Einzug in Folge nichts im Weg. Das wissen auch die Spieler um Xabi Alonso: "Wir müssen sie respektieren, sie sind im Viertelfinale. Wir müssen fokussiert sein, um ins Halbfinale zu kommen. Natürlich waren größere Namen möglich, aber wir dürfen nichts als gegeben hinnehmen."

Auch David Alaba, der gefragteste Mann der Stunde, schlägt in die gleiche Kerbe, wenn er sagt: "Ich sehe es positiv, aber es ist eine gefährliche Mannschaft."

Hört man den Akteuren so zu, kristallisiert sich ein deutlicher Tenor heraus: Benfica darf nicht unterschätzt werden, aber es hätte den FCB deutlich schlimmer treffen können. Eine ähnliche Situation wie vor einem Jahr, als die Bayern im Hinspiel gegen den FC Porto fahrig agierten und deshalb im Rückspiel mächtig unter Druck standen, soll demnach tunlichst verhindert werden.

Ein Frühlingstag wie gemalt

So richtig lange hielt die Benfica-Thematik die Bayern am Freitag aber nicht auf. Die Anspannung, die ein anderes Los mit sich gebracht hätte, war mit dem kleinen Zettel mit der Aufschrift "SL Benfica" schnell verflogen. Neben der Alaba-Verlängerung war das UEFA-Event in Nyon definitiv ein weiterer Grund für bayrische Glückseligkeit.

Und als wären diese zwei Meldungen nicht schon positiv genug, da stellte Matthias Sammer den Frieden an der Säbener Straße vollends wieder her: Der Sportvorstand legte seinen Triple-Streit mit Uli Hoeneß, der am Rande des Juve-Siegs entflammt war, per Telefon ad acta.

"Es gab ein bisschen Aufregung in Bezug auf Uli. Wir haben ein exzellentes Verhältnis. Wir sind uns in der Sache nicht total einig, aber wir haben telefoniert, das Thema ist durch. Uli Hoeneß tut jedem gut, da, wo er ist." Damit verzogen sich auch die letzten Ungereimtheiten beim deutschen Rekordmeister. Es war ein Frühlingstag wie gemalt für den FC Bayern München.

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