Fussball

Vom Ballast befreit

Von SPOX
Montag, 28.07.2014 | 16:43 Uhr
Franck Ribery spielt seit 2007 für den FC Bayern München
© getty

Franck Ribery zeigte sich nach seiner Verletzungspause beim Telekom Cup in überraschend guter Form. Der Franzose hat die verpasste WM abgehakt und ist heiß auf die neue Saison. Nur einen Kampf muss er noch gewinnen.

Zwei, drei schnelle Schritte und dann vorbei am Gegner. So kennt man Franck Ribery aus vielen Spielen in der Bundesliga und der Champions League. Der Franzose ist im Zweikampf nur schwer zu bremsen.

Das mussten auch Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg am Wochenende beim Telekom Cup wieder einmal feststellen.

Gegen die Gladbacher zog Ribery auf links mit Tempo in den Strafraum und erzielte mit einem Lupfer das 2:0. Gegen die Wolfsburger war der lange Naldo auf rechts dem wendigen Ribery nicht gewachsen. Seine Flanke verwandelte Robert Lewandowski per Kopfball zum 1:0.

WM-Aus ein schwerer Schlag

Ribery präsentierte sich in Hamburg in erstaunlicher Form, war er doch erst Anfang vergangener Woche wieder ins Mannschaftstraining der Bayern eingestiegen. Trainer Pep Guardiola kündigte vor dem Turnier noch an, Ribery werde "wenige Minuten" spielen. Gegen Gladbach waren es 40 Minuten, im Finale gegen Wolfsburg sogar 56.

Ribery hatte aufgrund von Rückenproblemen die WM mit Frankreich absagen müssen. Ein schwerer Schlag für den 31-Jährigen, der sich nach dem Fiasko bei der WM 2010 einiges beim Turnier in Brasilien ausgerechnet hatte.

"Das war sehr schwer. Ich wollte unbedingt dabei sein", sagte Ribery. "Aber die Verletzung am Rücken hat mich wochenlang geplagt und ich war nie bei meiner vollen Leistungsfähigkeit. Immer wenn ich auf dem Platz stand, hatte ich Schmerzen. Die Zeit ist mir davongelaufen."

Viel mehr Worte will Ribery über seinen geplatzten Traum nicht mehr verlieren. Er hat den Fokus auf die neue Saison mit dem FC Bayern gerichtet.

Ribery hatte Rhythmus verloren

Er will wieder an seine Leistungen aus dem Jahr 2013 anknüpfen, als er mit Bayern die Champions League holte und sich Hoffnungen auf die Wahl zum Weltfußballer machte. Am Ende gewann Cristiano Ronaldo den goldenen Ball vor Lionel Messi.

Der dritte Platz war für Ribery ein Affront, auch seine Leistungen schienen in den folgenden Wochen von dieser Enttäuschung beeinflusst zu werden. Ribery war nicht mehr die prägende Figur im Spiel der Münchner, in den entscheidenden Champions-League-Spielen gegen Real Madrid fiel er nur negativ durch eine Tätlichkeit gegen Daniel Carvajal auf.

Die Rückenprobleme kamen hinzu und die Saison, die für Ribery so verheißungsvoll begonnen hatte, endete mit persönlichen Rückschlägen. "Ich hatte meinen Rhythmus verloren", sagt Ribery.

Training im Urlaub auf Ibiza

Der FC Bayern reagierte auf die körperlichen und mentalen Belastungen, verlängerte seinen Urlaub um eine Woche und stellte ihm auf Ibiza Reha-Trainer Thomas Wilhelmi und Physiotherapeut Helmut Erhard zur Verfügung.

In Hamburg wirkte Ribery trotz seiner langen Pause kraftvoll und spritzig. "Für mein Spiel benötige ich Explosivität, Schnelligkeit und die Eins-gegen-Eins-Situationen. Ich kann nicht 90 Minuten laufen für nichts, das ist nicht mein Spiel. Aber meinem Rücken geht's wieder gut, ich arbeite gut, alles ist gut", sagt Ribery.

Für die Bayern könnten sich die Nackenschläge der jüngeren Vergangenheit positiv auszahlen. "Er will es gerade nach der verpassten WM noch einmal allen beweisen", sagt Sportvorstand Matthias Sammer. "Franck geht es mental so gut wie nie, er ist so heiß wie nie." Er scheint von allem Ballast befreit.

Der Bart soll ab

Bleibt nur noch ein Kampf, den Ribery in den kommenden Wochen gewinnen muss - den mit seiner Frau Wahiba. Sie ist der Grund, warum Ribery derzeit einen ziemlich üppigen Bart trägt. Es war sogar schon vom "Hotzenplotz-Look" die Rede.

"Der Bart gefällt meiner Frau sehr gut. Mir eigentlich weniger. Jetzt muss ich ein bisschen mit ihr kämpfen. Ich will ihn abrasieren, sie will, dass er dranbleibt. Ich hoffe doch, dass ich mich demnächst wieder rasieren darf", sagt Ribery.

Der klassische Ribery-Move mit zwei, drei schnellen Schritten vorbei am Gegner wird in diesem Zweikampf allerdings nicht helfen.

Alle Infos zum FC Bayern München

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung