Mittwoch, 12.02.2014

Inside Bundesliga: 5 Klubs - 5 Personalien

FC Schalke: Es steht wieder die Null

Schalke hat plötzlich jede Menge Alternativen in der Innenverteidigung - auch dank Santanas Leistungshoch. Werder bringt den nächsten Youngster, der Club vertraut einem 20-Jährigen. Und was macht eigentlich Timm Klose?

Felipe Santana (l., mit Kevin-Prince Boateng) wechselte von Borussia Dortmund zu Schalke 04
© getty
Felipe Santana (l., mit Kevin-Prince Boateng) wechselte von Borussia Dortmund zu Schalke 04

FC Schalke 04: Und plötzlich läuft's für die Königsblauen wie geschmiert...Ähnlich holprig wie Schalkes Vorrunde verlief das erste halbe Jahr für Felipe Santana. Der Brasilianer kam einfach nicht so richtig an in der neuen Heimat, war bis zum Ende der Hinserie lediglich Innenverteidiger Nummer drei hinter Joel Matip und Benedikt Höwedes. Seit dem 15. Spieltag ist Santana - auch auf Grund diverser Verletzung der Kontrahenten - beständig von Beginn an dabei. Kontinuierlich konnte der 27-Jährige seine Leistungen steigern und ist derzeit die bestimmende Figur in Schalkes Viererkette. Seit Santana hinten drin abräumt, ist die Flut an Kopfballgegentoren (ohne Santana sieben Tore) eingedämmt. In vier der letzten fünf Spielen blieb Schalke ohne Gegentor. In der Offensive zeigt Santana zudem seine Qualitäten. In Hamburg kam er zu einem Assist, gegen Wolfsburg traf er (wenngleich unfreiwillig) selbst. Mit Santanas Formanstieg und der Rückkehr von Kyriakos Papadopoulos hat Trainer Jens Keller für die anstehenden englischen Wochen nun genügend hochkarätige Alternativen.

Werder Bremen: Wenn das Debakel gegen den BVB eine gute Seite hatte, dann vielleicht diese: Trainer Robin Dutt konnte ohne schlechtes Gewissen zwei junge Talente ins Gefecht werfen. Martin Kobylanski und Levent Aycicek durften gegen den BVB Erfahrung sammeln. Kobylanski war in dieser Saison schon ein paar Mal dabei, für Aycicek war es seine Bundesliga-Premiere. Elf Minuten durfte sich der 19-Jährige wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag beweisen und erzielte dabei gleich sein erstes Tor in der Bundesliga. Aycicek ist der nächste Youngster, den Dutt ins kalte Wasser wirft. Dass der Trainer seinen Ankündigungen, verstärkt auch wieder auf die Jugend setzen zu wollen, keine Taten folgen lässt, kann man ihm bei aller anderen Kritik nun wirklich nicht vorwerfen. Dass er Aycicek in einer missratenen Partie wie der gegen den BVB keinen Gefallen mit der Einwechslung getan hätte, wies Dutt brüsk von sich. "Ich habe ihm bewusst diesen Einsatz geschenkt. Spieler seines Alters sind auch über nur 15 Minuten Einsatzzeit froh, da nehmen sie unheimlich viel mit. Im stillen Kämmerlein wird er sich trotz der klaren Niederlage bei seinem Debüt gefreut haben", sagt Dutt. Als offensiver Mittelfeldspieler bekleidet Aycicek zudem eine Position, auf der Werder noch erhebliches Steigerungspotenzial besitzt - weitere Einsätze sind deshalb nicht auszuschließen.

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VfB Stuttgart: Vedad Ibisevic fehlt in den kommenden fünf Spielen - ein Schlag für den VfB. Der Bosnier hat immerhin zehn Tore erzielt und hält sich damit (noch) wacker in der Torschützenliste der Liga. Und immerhin bedeuten Ibisevic' zehn Tore auch knapp ein Drittel aller VfB-Treffer überhaupt (33). Trainer Thomas Schneider steht also vor einem veritablen Problem, das auf zwei grundlegenden Fragen zu reduzieren ist: Wer ersetzt Ibisevic? Und soll der Trainer nun wieder von 4-4-2 auf 4-2-3-1 umstellen? Die Sperre von Ibisevic ist auch als Chance zu sehen. Mo Abdellaoue hat sich langsam eingewöhnt, auch wenn dem Norweger noch längst nicht alles gelingt. Timo Werner konnte seinen Torriecher bisher nur in Spurenelementen zeigen - dafür war auf der Außenbahn erstens der Weg zum Tor immer sehr weit und er zweitens mit jeder Menge Laufarbeit und Defensivaufgaben betraut. Blieben noch Cacau und Martin Harnik. Die Erfahrung der beiden wird im Abstiegskampf sicherlich noch gebraucht werden, für die Position an vorderster Front wird sich die Entscheidung aber zwischen Abdellaoue und Werner abspielen. Oder aber Schneider bleibt bei seiner Ausrichtung und bringt beide zusammen im 4-4-2 und Harnik und Ibrahima Traore auf den Flügeln im Mittelfeld. Dann allerdings wäre wiederum kein Platz für Alexandru Maxim, auf den man wegen seiner starken Standards kaum verzichten kann. Es spricht vieles dafür, dass Schneider wieder zum 4-2-3-1 zurückkehren wird - so oder so bleibt da für zwei der sechs Kandidaten kein Platz.

VfL Wolfsburg: Keine einzige Minute hat Naldo in dieser Saison bisher verpasst, in allen 20 Spielen stand er von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Jetzt ist das Tandem mit Nebenmann Robin Knoche (19 komplette Partien, einmal eingewechselt) kurzzeitig gesprengt: Naldo fehlt in Berlin wegen seiner fünften Gelben Karte. Also muss Trainer Dieter Hecking umbauen. Erster - und dem Anschein nach einziger - Kandidat für einen Startelfplatz ist Timm Klose.

Der Schweizer war mit großen Hoffnungen und Vorschusslorbeeren aus Nürnberg gekommen. Bisher verläuft die Saison für den Nationalspieler aber enttäuschend. Klose will zur WM, muss sich endlich zeigen. 84 Minuten Spielzeit sind für einen ambitionierten Spieler wie ihn natürlich nicht akzeptabel. An Naldo und Knoche führt aber offenbar kein Weg vorbei. Umso wichtiger dürfte die Partie in Berlin für Klose werden. Gar keine Rolle spielt offenbar Felipe Lopes in den Überlegungen des Trainers. Lediglich ein Mal stand der Brasilianer überhaupt erst im Kader, spielte noch keine Minute in dieser Saison. Nach einem Außenbandriss im Sprunggelenk wäre er längst wieder fit. In nunmehr dreieinhalb Jahren in der Bundesliga hat Lopes für Wolfsburg und den VfB Stuttgart nur 1460 Minuten absolviert. Offenbar wird der 26-Jährige in Deutschlands Eliteklasse nicht mehr glücklich.

1. FC Nürnberg: Von Martin Angha, der eigentlich Martin Angha-Lötscher heißt, dürften die Wenigsten bis letzten Samstag je etwas gehört haben. Zwar entstammt der 20-Jährige der Jugendakademie des FC Arsenal und wurde dort im Schatten der Stars vier Jahre lang ausgebildet. Allerdings war es mit Einsätzen bei den Profis bisher noch nicht allzu weit her. Umso bemerkenswerter, dass der Schweizer seine einzigen beiden Einsätze in der Bundesliga bislang gegen die großen Zwei, den FC Bayern und Borussia Dortmund, feiern durfte. Gegen den Rekordmeister durfte das Talent mit kongolesischen Wurzeln nach Timothy Chandlers schwerer Verletzung sogar 80 Minuten lang rechts in der Viererkette ran und machte seine Sache dabei gegen Stars wie Arjen Robben oder Mario Götze richtig ordentlich. Da Chandler lange ausfällt, Hanno Balitsch wegen eines Zehenbruchs auch nicht einsatzbereit ist und die dritte Option Markus Feulner als Ersatz für den ebenfalls verletzten Makoto Hasebe im zentralen Mittelfeld gebraucht wird, steht beim kleinen Derby gegen den FC Augsburg sehr wahrscheinlich Anghas Startelfdebüt bevor.

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