Hoeneß: Guardiola ist für uns auch ein Risiko

Von Adrian Borhdt
Montag, 11.03.2013 | 10:46 Uhr
Pep Guardiola hat beim FC Bayern einen Vertrag bis 2016 unterschrieben
© getty
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Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat sich in einem Interview mit der englischen Zeitung "The Sun" umfassend zur Trainerpolitik des FC Bayern geäußert. Man habe einige Male versucht, Arsene Wenger vom FC Arsenal zu verpflichten, gab der 61-Jährige zu. Außerdem sprach Hoeneß über den Druck auf Pep Guardiola.

Arsene Wenger sei schon vor seinem Wechsel nach Japan 1994 auf dem Radar der Münchner gewesen.

"Wir haben einige Male versucht, ihn zum FC Bayern zu holen. Schon bevor er nach Japan gegangen ist, sind Franz Beckenbauer und ich nach Nizza geflogen und haben mit ihm gesprochen. Alles schien klar, aber dann hat er sich doch für Japan entschieden", sagte Hoeneß.

Auch danach sei Wenger noch ein Thema gewesen: "Von Japan aus ging er dann zu Arsenal, aber wann immer wir in den kommenden Jahren einen neuen Trainer gesucht haben, haben wir auch über Wenger gesprochen. Er ist aber immer loyal gegenüber Arsenal geblieben, was seine tolle Einstellung zeigt."

Druck auf Guardiola

Ab kommender Saison wird Pep Guardiola die Münchner trainieren. "Wir sind stolz, dass er zu uns kommt. Es ist eine fantastische Sache für die Bundesliga", betont Hoeneß, warnt aber gleichzeitig: "Das Problem für ihn und für uns ist, dass es auch ein Risiko ist. Er wird unter großem Druck stehen. Wir werden dieses Jahr wohl Meister werden, deshalb wird der Druck auf ihn und den Verein groß sein."

Denn: "Mit Guardiola kann man nur den Titel gewinnen, sonst nichts. Jupp Heynckes macht einen fantastischen Job, Guardiola wird an der jetzigen Saison gemessen werden."

Der ehemalige Trainer des FC Barcelona werde in München aber im Gegensatz zu anderen Vereinen, die um den Spanier geworben hatten, "kein unbegrenztes Budget bekommen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie der Verein funktioniert. Wir waren nicht der Klub mit dem höchsten Angebot, aber er hatte den Eindruck, dass die Philosophie des Vereins zu ihm passt."

"Fußball muss bezahlbar sein"

Die wirtschaftliche Verantwortung sei dabei wichtig: "Es macht keinen Spaß, die Meisterschaft oder die Champions League zu gewinnen und dabei 60 oder 70 Millionen Euro Verlust zu machen", so Hoeneß.

Elementar sei außerdem, dass es weiterhin erschwingliche Stadionpreise gebe. "Die 12.000 günstigen Tickets sind für junge Leute und solche, die es sich sonst nicht leisten können. Fußball muss immer bezahlbar sein", bekräftigt Hoeneß.

Deshalb habe man sich auf "Merchandising, Marketing und Sponsoren" konzentriert: "Wenn man nur 15 Euro Eintritt bezahlt, dann kann man nicht sagen: 'Ich hasse diese Millionäre', weil man diese Millionäre ja nicht mit den 15 Euro finanziert hat."

Bewunderung für ManUnited

Hoeneß erklärte auch seine Einstellung zu Investoren: "Fußball lebt man mit dem Herzen. Ich habe kein Problem mit Leuten aus Arabien oder Russland, aber sie sollten eine Beziehung zu dem Verein haben." Am besten seien ehemalige Spieler, denn diese "können mit den Spielern und dem Trainer auf deren Level sprechen."

Explizit nannte der Bayern-Boss den Besitzer von Manchester United: "Ich vergleiche uns zum Beispiel nicht mit United. Das ist ein großer und berühmter Verein, den ich sehr bewundere. Aber Herr Glazer weiß nicht, wo Manchester vor 20 Jahren war. Er macht das alles nicht, weil er United liebt. Er will Geld verdienen."

Seine Philosophie lasse sich mit dem berühmten Statement von Franz Beckenbauer zusammenfassen: "Wir sind keine Bank, wir sind ein Fußballverein."

Zwei Millionen für Dortmund

Deshalb habe man auch Konkurrenten wie damals Borussia Dortmund unterstützt. Hoeneß erinnert sich daran, als der ehemalige BVB-Manager Michael Meier ihn um Hilfe bat: "Er sagte: 'Uli, ich habe keine andere Wahl, ich muss dich darum bitten, uns mit zwei Millionen auszuhelfen. Wir haben keine Sicherheiten oder Garantien, nur unser Wort."

Man habe dem Rivalen geholfen, denn "Dortmund ist ein Traditionsklub. Die Bundesliga wäre ohne sie ärmer, und wir haben darauf vertraut, dass wir unser Geld zurückbekommen."

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