Hinter den Wolken scheint die Sonne

Von Benjamin Wahlen
Mittwoch, 20.03.2013 | 10:26 Uhr
Den Blick gen Himmel. De Jong hat gerlernt, dass in der Bundesliga nicht immer die Sonne scheint
© getty
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Luuk de Jong gilt als eines der größten Sturmtalente Europas. Vor sechs Monaten hat der 22-Jährige die Bühne der Bundesliga betreten und wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten bereits als Fehleinkauf abgestempelt. Trotzdem hat der Niederländer nicht aufgehört, an sich zu arbeiten und scheint nach einem halben Jahr endlich in Mönchengladbach angekommen zu sein.

Es ist die 21. Minute in der Commerzbank-Arena von Frankfurt. Borussia Mönchengladbachs Mittelstürmer Luuk de Jong hat sich tief ins Mittelfeld zurückfallen lassen, um einen Doppelpass mit Havard Nordveit zu spielen.

Eintracht-Verteidiger Bamba Anderson folgt dem Niederländer und verlässt seinen Posten im Abwehrzentrum. Über Patrick Herrmann kommt der Ball zum im Strafraum freistehenden Armin Younes, dessen Schuss Sebastian Jung gerade noch ins Toraus lenken kann.

Die fällige Ecke bringt Nordveit auf den ersten Pfosten, wo Thorben Marx einläuft und mit dem Hinterkopf verlängert. Während Anderson und Carlos Zambrano noch auf den Ball fokussiert sind, hat de Jong sich längst freigemacht und köpft wuchtig zur Gladbacher Führung ein. Die Borussia gewinnt das Spiel in Frankfurt und rückt bis auf zwei Punkte an die internationalen Ränge heran.

Szenen, die belegen, wie wichtig Luuk de Jong inzwischen für das Gladbacher Spiel geworden ist. Zunächst als teuerster Fehleinkauf der Vereinsgeschichte abgetan, entwickelt sich die Beziehung zwischen de Jong und Mönchengladbach immer mehr vom Missverständnis zur Erfolgsstory.

Kein Reus-Ersatz

Rückblende: Als eines der gefragtesten Sturmtalente Europas steht de Jong bei einigen Vereinen auf dem Zettel. Nach vielen zähen Verhandlungsrunden mit Twente Enschede bekommt die Borussia den Zuschlag, und Trainer Lucien Favre seinen Wunschspieler.

25 Tore und neun Vorlagen in 31 Spielen der niederländischen Eredivisie stehen auf der Visitenkarte des damals 21-Jährigen. Kein Wunder also, dass viele in de Jong einen würdigen Nachfolger für den abgewanderten Marco Reus sehen. Schon nach wenigen Spielen muss man in der Bundesliga jedoch feststellen, dass de Jong diesem Anspruch nicht gerecht werden kann.

Als pfeilschneller Stürmer pendelt Reus zwischen den Defensivreihen der Gegner. Mal lässt er sich bis zur Mittellinie fallen, um den Ball aufzunehmen und ins Tempo-Dribbling zu gehen, mal lauert er auf Höhe der Viererkette auf einen Steilpass in die Tiefe.

De Jong hingegen ist ein Strafraumstürmer. Torgefahr kann der Niederländer nur dann ausstrahlen, wenn er von den Außen mit Flanken und Zuspielen versorgt wird.

Im System verloren

Frei nach dem Motto "Never Change A Running System", beginnt die Borussia die neue Saison mit der gleichen Spielidee und Taktik wie in der vergangenen: Im 4-4-2 organisieren zwei Sechser das Mittelfeld vor einer dicht gestaffelten Abwehrreihe. Bei Ballbesitz des Gegners steht die Viererkette tief, während die Stürmer und vor allem die Außen gegen den Ball pressen.

Drängt der Gegner in die Hälfte der Borussia, rücken alle Mittelfeldspieler ein, machen das Zentrum dicht und bieten den Angriff über die Flügel an. Mit zwei kopfballstarken Innenverteidigern und einem sicheren Torwart ist man gegen die zugelassenen Flanken gut gewappnet.

In der Offensive agiert Mönchengladbach mit Diagonalbällen und Steilpässen in den Raum hinter der gegnerischen Abwehr. Als sprint- und antrittsschwacher Stürmer hängt de Jong in der Luft, taucht unter und hat meist weniger Ballkontakte als Keeper Marc-Andre ter Stegen. Das Zusammenspiel mit Mike Hanke und Igor De Camargo scheitert schon allein an der ähnlichen Beschaffenheit der drei Stürmer, die sich oft gegenseitig auf den Füßen stehen.

Im Vergleich zum anderen Millionentransfer Granit Xhaka gibt sich de Jong aber stets selbstkritisch und lernwillig: "Ich muss mich an die Bundesliga gewöhnen, das Spiel ist schneller und intensiver als in den Niederlanden."

Aus der Not eine Tugend gemacht

Nach der Verletzung de Jongs und der schwachen Form der anderen Stürmer sucht Gladbach händeringend nach einer Lösung für den Angriff und versucht sich am Reus-Model. Trainer Favre zieht Patrick Herrmann aus dem rechten Mittelfeld vor in das Sturmzentrum und besetzt dessen Position mit Lukas Rupp.

Die aus der Not geborene Maßnahme erweist sich schnell als Glücksgriff. In den verbleibenden neun Spieltagen bis zur Winterpause verliert Mönchengladbach nur ein Spiel und kann sich auf einen einstelligen Tabellenplatz vorarbeiten.

Von der eigenen Verletzung profitiert

Völlig genesen kommt de Jong aus der Winterpause und nimmt fortan den Platz neben Herrmann ein. Erstmals in dieser Saison verfügt Mönchengladbach über variable Angriffsmöglichkeiten. Das rechte Mittelfeld bietet mit Rupp oder Tolga Cigerci zwei Spieler, die wesentlich häufiger Flanken als zuvor Herrmann. Gleiches gilt für die linke Seite, auf der Oscar Wendt den defensiver ausgerichteten Filip Daems aus der ersten Elf verdrängen konnte.

Schlug die Borussia in der ersten Saisonhälfte noch durchschnittlich sieben Flanken pro Spiel, kann sich de Jong nun über im Schnitt zwölf Hereingaben pro Partie freuen. "Bei der Borussia gab es anfangs zu wenige Flanken für mich. Mittlerweile spielen wir aber insgesamt viel besser Fußball als zu Beginn der Saison, und der Ball läuft viel besser." erklärte de Jong.

Zusätzlich lässt sich der Niederländer immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen, um seinen direkten Gegenspieler aus dem Abwehrzentrum zu locken. Die entstandenen Räume nutzt die Borussia für Steilpässe auf Herrmann oder einen der Außenspieler. In den vergangenen neun Spielen war das Sturmduo so an acht der elf Gladbacher Tore direkt beteiligt.

Endlich angekommen

Getreu dem niederländischen Sprichwort "Achter de wolken schijnt de zon" (Hinter den Wolken scheint die Sonne), hat der Stürmer nie aufgehört, sein Spiel zu verbessern und sich der neuen Situation anzupassen. Auch die Verantwortlichen der Borussia haben dem Niederländer stets das Vertrauen ausgesprochen und ihm Zeit zur Eingewöhnung und Entwicklung gegeben.

Luuk de Jong hat sich nach einem halben Jahr ebenso an die Bundesliga und Borussia Mönchengladbach gewöhnt, wie sich Mönchengladbach auf ihn und seine Spielweise eingestellt hat. "Ich habe auch das Gefühl, dass ich dem Team immer näher komme und dass das Team sich immer mehr an meine Art zu spielen gewöhnt. Ich spüre, dass ich bald wieder die Form habe, die mich bei Twente stark gemacht hat."

Auch wenn es immer noch Spiele gibt, in denen der 22- Jährige auf den ersten Blick kaum zu sehen ist, stellt er eine wichtige Option im Angriffsspiel der Borussia dar. De Jongs Torquote entspricht zwar nicht der eines Robert Lewandowskis oder Stefan Kießlings, sein Wert für die Mannschaft ist aber nicht minder groß. Trainer Favre bescheinigte dem Torjäger auch nach torlosen Spielen eine gute Leistung: "Ein Stürmer spielt nicht gut, nur weil er einen Treffer erzielt hat. Er spielt auch nicht schlecht, nur weil er nicht trifft."

Nach ziemlich genau einem halben Jahr ist de Jong in Gladbach so richtig angekommen. Einen Marco Reus kann der Niederländer jedoch weder in dessen Spielweise, noch in dessen Bedeutung für die Mannschaft ersetzen. Seine Leistungskurve steigt aber stetig und lässt die Borussia auf einen konstant treffsicheren Mittelstürmer hoffen. Der letzte dieser Art in Mönchengladbach war übrigens auch ein Niederländer: Ari van Lent.

Luuk de Jong im Steckbrief

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