Emanuel Pogatetz im Porträt

Emanuel Pogatetz: Ein Killer mit Herz

Von Thomas Jahn
Donnerstag, 09.09.2010 | 18:41 Uhr
Emanuel Pogatetz bestritt bislang 38 Spiele für Österreichs Nationalteam
© Getty
Advertisement
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man Utd
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua

Emanuel Pogatetz wechselte im Sommer 2010 ablösefrei vom FC Middlesbrough zu Hannover 96. Der österreichische Innenverteidiger hat wiederholt mit Horror-Fouls für Schlagzeilen gesorgt. Nach einem Seuchenjahr in England will Pogatetz in der Bundesliga wieder durchstarten - und auch sein Image wieder aufpolieren.

Es geschah im Juni 2005. Emanuel Pogatetz bestreitet sein letztes Spiel für Spartak Moskau. Ganze zehn Minuten sind gespielt, als Gegenspieler Yaroslav Kharitonskiy den Ball nahe der Seitenlinie am jungen Östereicher vorbeilegen will. Doch dazu kommt es nicht mehr. Pogatetz prescht mit seinen 1,89 Metern wie ein außer Kontrolle geratener Güterzug in die Beine seines Gegners. Kharitonskiy krümmt sich am Boden, er schreit vor Schmerz. Sein Bein ist zweifach gebrochen.

Der rüde Blackout sorgte international für Aufsehen - die ursprüngliche Bestrafung für Pogatetz war nicht weniger spektakulär. Der damals 22-Jährige, der gerade einen Vertrag beim FC Middlesbrough unterschrieben hatte, wurde vom russischen Verband für 24 Spiele gesperrt - eine Sperre die auch im Ausland Bestand hatte.

Zweites Opfer: Rodrigo Possebon

Doch Pogatetz hatte Glück, mehr Glück als sein Gegenspieler: Nach einer Anhörung ließ sich der Verband auf acht Wochen herunterhandeln, er fehlte seinem neuen Verein nur für drei Partien. "Das war eine schwierige und unglückliche Situation. Da war keinerlei Absicht dahinter", rechtfertigte sich Pogatetz anschließend in diversen Interviews.

Doch auf der Insel sorgte er schließlich mit einer weiteren brutalen Szene beim Carling Cup 2008 erneut für Schlagzeilen. Im Spiel gegen Manchester United mähte Pogatetz den jungen Rodrigo Possebon kurz hinter der Mittellinie mit weit hochgezogenen Beinen rücksichtslos um. Die grausigen Bilder machten bald als Horror-Video (hier geht's zum Video) die Runde. Doch immerhin hatte sein Gegenspieler Glück im Unglück - der Startelf-Debütant der Red Devils kam mit einer Fleischwunde davon.

Pogatetz kassierte zu Recht die Rote Karte. Der knappe Kommentar von Sir Alex Ferguson traf es auf den Punkt: "Fürchterlich". Dass er selbst im hartgesottenen Mutterland der Grätsche den Beinamen Mad Dog erhalten hat, spricht für sich.

Hart. Aber fair?

Die zwei Szenen summierten sich schnell zum Bild des blutrünstigen Knochenbrechers. Spätestens seit dem Foul an Possebon muss sich Pogatetz immer wieder rechtfertigen - und Argumente gegen sein öffentliches Image vorbringen. In seiner zehn Jahre andauernden Profilaufbahn sah er lediglich vier Rote Karten, kam in den letzten drei Jahren in England ohne jede Gelb-Sperre aus (8 Gelbe Karten in 64 Partien). "Ich spiele zwar hart, aber immer fair. Ich bin grundsätzlich ein ehrlicher Spieler. Versteckte Fouls mache ich nicht", beschreibt er selbst seine Spielweise.

Die Härte, die er seinen Gegnern abverlangt, nimmt er konsequenterweise auch selbst in Kauf. "Ich würde einem Gegenspieler nie einen Vorwurf machen. Sobald man die weiße Linie überschreitet, weiß man, worauf man sich einlässt." Auf Typen wie Cristiano Ronaldo ist er indes nicht gut zu sprechen: "Ich hasse solche Spieler. Sie spielen körperlich nicht hart, aber fabrizieren Schwalben und schinden Elfmeter. Das ist für mich die schlimmste Krankheit im Fußball."

"Niemals weniger als 300 Prozent"

Pogatetz sieht den professionellen Fußball als Vollkontakt-Sport: Wer damit nicht zurechtkommt, solle sich einen anderen Job suchen. Keine platten Worthülsen des Abwehrspielers, das letzte Bundesligaspiel gegen Schalke 04 bestritt der Neuzugang von Hannover 96 trotz eines Nasenbeinbruchs. Ganz selbstverständlich.

Dieser Spirit machte ihn schon in England, insbesondere bei Middlesbrough, zum Publikumsliebling. 2007 wurde Pogatetz dort zum Spieler des Jahres gewählt. "Er gibt niemals weniger als 300 Prozent in einem Spiel", lobte sein damaliger Coach Steve McClaren.

Erster österreichischer Kapitän

Dabei war sein Karriereweg anfangs keineswegs so geradlinig wie seine Spielweise. Als 18-Jähriger wechselte er 2001 vom FC Kärnten nach Leverkusen. Fast fünf Jahre stand er bei Bayer unter Vertrag - und machte kein einziges Bundesligaspiel. Nach Jahren des Suchens und zahlreichen Vereinswechseln auf Leihbasis hatte er im Riverside Stadion in Middlesbrough seinen Wohlfühlplatz gefunden. Der kantige, niemals aufsteckende Pogatetz und die Premier League - das passte wie die Faust aufs Auge.

Er entwickelte sich dort stetig weiter, verbesserte seine Spieleröffnung und stieg sowohl bei Boro als auch in der österreichischen Nationalelf zum Kapitän auf. Er war der erste Österreicher überhaupt, der die Binde eines englischen Teams trug. Großes Herz bewies Pogatetz, als er dem Klub nach dem Abstieg in die Championship die Treue hielt.

Doch in der letzten Saison folgte plötzlich ein Rückschlag dem anderen. Verletzungsbedingt konnte er nur 13 Spiele für Middlesbrough machen. Der Wiederaufstieg mißlang, Pogatetz rutschte zudem aus dem Fokus des ÖFB-Teams. Ein gebrauchtes Jahr. Ein verlorenes Jahr.

Mad Dog an der Leine

Mit dem Wechsel zu Hannover 96 soll nun ein neues, erfolgreiches Kapitel in seiner Laufbahn eingeleitet werden. Furchtlos heuerte er bei der Schießbude der Liga an - und gab der Mannschaft vom ersten Tag an das, was sie so dringend benötigte: Stabilität und Führung: "Es ist einfach meine Art und Weise, auf dem Platz Kommandos zu geben und ich glaube, dass mich der Verein unter anderem auch deshalb verpflichtet hat", sagt Pogatetz.

Und er nimmt seine Rolle durchaus ernst, blickt als Leader auch über den Tellerrand des Verteidigers hinaus. "It's your fucking job!", brüllte er etwa 96-Stürmer Mikael Forssell an, der zuvor im Training eine 100-Prozent-Chance versemmelt hatte.

Die ersten Liga-Auftritte des Österreichers wirkten vielversprechend und bestätigten den guten Eindruck der Saisonvorbereitung. Wie das gesamte Team von Hannover 96 spürt auch Emanuel Pogatetz persönlich wieder deutlichen Aufwind. Zum ersten Mal nach einer längeren Verletzungpause steht er nun auch wieder im Kader der österreichischen Nationalmannschaft.

"Ich versuche, mich einfach durch Leistung aufzudrängen. In erster Linie war es für mich wichtig, wieder zurück zu alter Form zu finden und ich glaube, auf einem sehr guten Weg zu sein."

Emanuel Pogatetz im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung