Dzeko zeigt weiter ein kaltes Herz

Von SPOX
Freitag, 23.07.2010 | 19:33 Uhr
Edin Dzeko erzielte in 94 Bundesligaspielen 56 Tore für den VfL Wolfsburg
© Getty
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Edin Dzeko scheint durch das Machtwort von Dieter Hoeneß noch demotivierter zu sein. Beim Trainingsauftakt der Wölfe zeigte sich der Bosnier in launiger Verfassung.

Das Machtwort von Dieter Hoeneß schien Edin Dzeko noch immer in den Ohren zu klingen. Lustlos, unmotiviert und frustriert lief der bosnische Stürmerstar des VfL Wolfsburg am Freitag über den Trainingsplatz im österreichischen Going. Dienst nach Vorschrift hatte sich der abwanderungswillige Torjäger offenbar auf die Agenda geschrieben. Das Herzblut für seinen Arbeitgeber schien Dzeko nach dem Wechselverbot von höchster Stelle endgültig in den Adern gefroren zu sein.

"Wir haben beschlossen, die immer wieder aufkommenden Spekulationen zu beenden. Sowohl Edin Dzeko als auch Zvjezdan Misimovic werden dem VfL Wolfsburg erhalten bleiben, egal welche Angebote noch kommen", hatte der VfL-Geschäftsführungsboss Hoeneß am Vortag erklärt und gepoltert: "Es reicht. Es gibt klare vertragliche Situationen, die es zu respektieren gilt."

Auch Trainer Steve McClaren, dem der matte Trainingsauftritt seines Stars nicht entgangen war, zeigte sich mit dem zumindest von Vereinsseite verkündeten Schlussstrich zufrieden. "Es ist gut, dass diese Entscheidung gefallen ist. Es wurde zuletzt einfach zu viel geredet. Jeder muss akzeptieren, wo er ist", meinte der Engländer.

Stürmerstar droht mit Arbeitsverweigerung

Dzeko war schon am Tag vor seiner lustlosen Einheit nicht müde geworden, seine Ambitionen auf einen Wechsel zu betonen. Zuletzt stand gar eine unverhohlene Drohung auf Arbeitsverweigerung im Raum. "Mal gucken, wie ich dann spiele", soll der Stürmer in Anspielung auf eine sich schon abzeichnende Freigabe-Verweigerung gesagt haben und damit bei der VfL-Führung das Maß voll gemacht haben.

Allerdings bezeichnete Dzeko nach dem Freitag-Training die Interpretation seiner Aussage als Kampfansage Vereinsangaben zufolge als Missverständnis. "Der Satz ist nicht so gemeint gewesen. Es ist überhaupt nicht meine Art, dem Verein zu drohen. Ich wollte damit nur sagen, dass dies eine neue Situation für mich ist, die ich nicht kenne und von der ich deshalb nicht weiß, wie ich sie im Kopf verarbeite. Aber alle Leute, die mich kennen, wissen ganz genau, dass ich auf dem Platz immer versuche, 100 Prozent Leistung zu geben", sagte Dzeko in einer vom VfL verbreiteten Erklärung.

Auch Hoeneß setzte auf Schadensbegrenzung und nahm Dzeko wie den in Wolfsburg ebenfalls nicht mehr zufriedenen Misimovic mit positiven Worten in die Pficht. "Beide sind anständige Kerle. Sie werden sich an Absprachen halten", sagte der Manager nach der Krisensitzung mit McClaren und Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz.

Dzeko hofft weiter auf Wechsel

Ob Hoeneß mit seiner Einschätzung richtig liegt, bleibt abzuwarten. Ebenso, ob das Machtwort tatsächlich bis zum Ende der Transferfrist am 31. August standhält.

Zumal sich Dzeko in Wolfsburg eben regelrecht festgehalten zu fühlen scheint. "Ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich bald wechseln kann", sagt der 24-Jährige. Wie der Angreifer erklärte, liege ein Angebot für ihn von einem großen europäischen Klub vor, doch Hoeneß verlange 60 Millionen Euro Ablöse. Dzeko: "Das ist unrealistisch."

Laut Medienberichten soll der Bundesliga-Torschützenkönig auf der Wunschliste der italienischen Top-Klubs AC Mailand und Juventus Turin ganz oben stehen. Der Vertrag des 24-Jährigen läuft bis 2013. Am 1. Juni war eine Ausstiegsklausel verstrichen, durch die der Angreifer für eine festgeschriebene Summe von 40 Millionen Euro den Klub hätte verlassen können.

Diego wohl kein Thema mehr

Mittelfeldspieler Misimovic hatte dem VfL bereits vor Wochen signalisiert, dass er wechseln wolle und weckte sowohl in der Bundesliga (Schalke 04) als auch im Ausland (Atletico Madrid) Interesse. Als Ersatz soll Wolfsburg bereits Gespräche über eine Verpflichtung des Ex-Bremers Diego geführt haben, der in der vergangenen Saison bei Juventus nicht zurechtkam.

Für Hoeneß scheint dies nun kein Thema mehr - schließlich bleibe Misimovic. "Beide zusammen, das passt nicht", sagte der Manager.

Der Kader des VfL Wolfsburg

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