Mittwoch, 03.03.2010

7 Klubs - 7 Brennpunkte

Kein Platz für Kölns Stolz Zoran Tosic

Renato Augusto könnte Leverkusen-Coach Jupp Heynckes zu einer Systemumstellung zwingen. Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp muss auf einen Rückkehrer bauen. Und: Der Stolz des 1. FC Köln sitzt nur auf der Bank.

Zoran Tosic (l.) vom 1. FC Köln im Duell mit dem Stuttgarter Mathieu Delpierre
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Zoran Tosic (l.) vom 1. FC Köln im Duell mit dem Stuttgarter Mathieu Delpierre

Bayer Leverkusen: Noch immer ist Bayer in dieser Saison ungeschlagen. Bislang läuft eigentlich alles nach Wunsch, auch weil man die Ausfälle von Simon Rolfes (aktuell) und Patrick Helmes (Vorrunde) gut kompensieren konnte. Gegen Köln musste Helmes zuletzt allerdings passen, so dass mit Pierre-Michel Lasogga nur ein 18-Jähriger Nachwuchsstürmer auf der Bank saß.

Weil die Mannschaft gegen Köln allerdings offensive Impulse benötigte, brachte Heynckes nach der Pause Renato Augusto. Der Brasilianer kam so erstmals seit dem 9. Spieltag länger als 15 Minuten zum Einsatz - und überzeugte auf Anhieb. "Mit ihm waren wir sofort gefährlicher", sagte Sportdirektor Rudi Völler über Augusto, der bei Bayer als bester Fußballer und herausragender Techniker gilt.

Künftig wird der 22-Jährige wieder mehr Spielzeit erhalten. Gut möglich, dass es Heynckes gegen ähnlich defensiv eingestellte Gegner wie Köln mit nur einem Sechser und eine Dreier-Offensivreihe mit Barnetta, Kroos und Augusto versucht.

1899 Hoffenheim: Immerhin gab's beim Spiel in Berlin eine gute Nachricht: Nach über drei Monaten gewann Hoffenheim in der Fremde mal wieder ein Spiel. Gleichzeitig gab's allerdings auch zwei Hiobsbotschaften: Marvin Compper zog sich einen Teilabriss des Außenbands am Sprunggelenk zu, Isaac Vorsah einen Innenbandriss im Knie. Während Compper zumindest auf einen Einsatz gegen Mainz hoffen darf, fällt Vorsah mindestens sechs Wochen aus.

Weil Luiz Gustavo noch einmal gesperrt fehlt, wird's nun richtig eng im defensiven Mittelfeld. Gegen Mainz wird deshalb wohl Tobias Weis erstmals seit dem 16. Spieltag ins Team rücken. Oder aber Ralf Rangnick gibt Nachwuchstalent Manuel Gulde eine Chance. Der 19-Jährige könnte rechts hinten verteidigen und Ibertsberger dafür ins Mittelfeld rutschen.

Borussia Dortmund: Eine Derbypleite gegen Reviernachbar Schalke ist für Dortmund eigentlich schon hart genug. Umso bitterer, dass sich dabei mit Mats Hummels einer der stärksten BVB-Profis der letzten Wochen schwer verletzte und mit einem Unterkieferbruch mindestens sechs Wochen ausfällt. Den Platz von Hummels in der Innenverteidigung wird Felipe Santana einnehmen.

Etwas mehr grübeln muss Jürgen Klopp da schon über seine Mittelfeldbesetzung. Sven Bender wird aufgrund einer Sehnenreizung im Knie nicht gegen Gladbach auflaufen. Den eigentlich offensiveren Kevin Großkreutz also wieder auf die Doppelsechs neben Nuri Sahin ziehen? Wohl eher nicht. Denn: Sebastian Kehl ist wieder zurück. Der Kapitän ist heiß auf seinen ersten Einsatz seit Mai 2009 und sagt: "Ich bin bereit für Gladbach." Dann hat Klopp eigentlich auch keine andere Wahl.

1. FC Köln: Ein bisschen stolz sind sie in Köln schon, dass sie Zoran Tosic bekommen haben. Der Serbe gilt schließlich als herausragendes Talent und steht nicht umsonst bei Manchester United unter Vertrag. Richtig eingeschlagen hat der 22-Jährige allerdings bislang noch nicht. Einmal durfte Tosic erst von Beginn an ran.

Zumindest fraglich, ob in naher Zukunft ein weiterer Startelfeinsatz hinzu kommt. Denn nach zehn Gegentreffern in drei Spielen ruderte Coach Zvonimir Soldo vor dem Spiel in Leverkusen wieder zur erfolgreichen Defensivtaktik der Vorrunde zurück. Und darin sind die wenigen Offensivpositionen vergeben: Podolski und Novakovic sind gesetzt, Freis ist als Arbeiter momentan nur schwer zu ersetzen. Kurzum: Für Tosic ist derzeit kein Platz.

Hertha BSC: Letzter sind die Berliner noch immer, bei nur drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist allerdings immer noch alles möglich für die Hertha. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Winterneuzugang Theofanis Gekas oder Führungsspielern wie Arne Friedrich oder Jaroslav Drobny. Im Schatten deren hat sich allerdings ein anderer zum zuverlässigen Leistungsträger entwickelt: Roman Hubnik.

Berühmte Brasilianer der Bundesliga
Raoul Tagliari war der erste Brasilianer in der Bundesliga. Er war von 1964-66 beim Meidericher SV und erzielte vier Treffer in neun Spielen
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Raoul Tagliari war der erste Brasilianer in der Bundesliga. Er war von 1964-66 beim Meidericher SV und erzielte vier Treffer in neun Spielen
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Tita kam 1987 für eine Saison nach Leverkusen. Seine starke Bilanz: 21 Spiele, zehn Tore und der Gewinn des UEFA-Cups 1988
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Jorginho trug von 1989 bis 1992 das Bayer-Trikot. Danach zog es ihn für drei Jahre zu den Bayern. In 154 Bundesligaspielen erzielte er 15 Treffer
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Mazinho und Bernardo gehörten Anfang der 90er Jahre trotz passender Lederhose zu den erfolgloseren Brasilianern der Liga
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Von 1993-95 bestritt Carlos Dunga (r.) 54 Spiele für den VfB Stuttgart. Der heutige Nationaltrainer der Selecao steuerte sieben Treffer für die Schwaben bei
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Mitten im Getümmel war Julio Cesar von 1994 bis 1999 beim BVB. Danach ging es nach Bremen. Bei 92 Einsätzen brachte er es auf sieben Tore
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1997 wagte Emerson den Sprung nach Europa und spielte bis 2000 sehr erfolgreich für die Bayer-Elf. 82 Spiele und 11 Tore standen auf seinem Konto
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Ballkünstler Ratinho war von 1996 bis 2003 auf dem Betzenberg aktiv. In 147 Spielen brachte es "das Mäuschen" lediglich auf zehn Treffer
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Von 1997 bis 2002 schnürte Paulo Rink die Leverkusen-Schuhe. Stationen in Nürnberg und Cottbus folgten. Insgesamt machte er 119 Spiele und 35 Tore
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Von 1997 bis 2002 schnürte Paulo Rink die Leverkusen-Schuhe. Stationen in Nürnberg und Cottbus folgten. Insgesamt machte er 119 Spiele und 35 Tore
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Paulo Sergio zauberte von 1993 bis 1997 in Leverkusen und von 1999 bis 2002 in München. Mit 68 Toren in 198 Spielen blieb er der Liga in guter Erinnerung
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Von 1994-97 ging Giovane Elber im Ländle auf Torejagd, danach ging es bis 2004 nach Bayern. Seine Bilanz: 256 Spiele und 133 Tore
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Der spätere Bayer und Hamburger Ze Roberto kam 1998 nach Leverkusen, wo er bis 2002 17 Tore in 113 Spielen schoss
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Leonardo de Deus Santos kam 1998 als 20-Jähriger aus Brasilien nach Dortmund: "Ich dachte, ich erfülle meinen Dreijahres-Vertrag und gehe dann wieder weg"
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Von 2001 bis 2004 trug Marcio Amoroso zum Erfolg des BVB bei. 28 Tore in 59 Spielen konnten sich sehen lassen
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Von 2001 bis 2004 trug Marcio Amoroso zum Erfolg des BVB bei. 28 Tore in 59 Spielen konnten sich sehen lassen
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Alex Alves ging von 1999 bis 2003 für die Hertha auf Torejagd. In 81 Spielen brachte er es immerhin auf 25 Treffer
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Paradiesvogel in Berlin: Von 2001-06 war Marcelinho der Star der Hauptstadt. 70 Tore in 173 Spielen lautet seine Erfolgsbilanz
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Paradiesvogel in Berlin: Von 2001-06 war Marcelinho der Star der Hauptstadt. 70 Tore in 173 Spielen lautet seine Erfolgsbilanz
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In Bremen ging sein Stern auf. Von 1998 bis 2004 spielte Ailton an der Weser. Mit 169 Spielen und 88 Toren wurde er zum Publikumsliebling
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Vor seinem Wechsel nach München spielte Lucio von 2000 bis 2004 in Leverkusen. Der Abwehrspieler erzielte 15 Treffer für die Werkself
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Der Tscheche kam in der Winterpause auf Leihbasis von FK Moskau und hat inzwischen Steve von Bergen in der Innenverteidigung verdrängt. Hinten steht die Hertha durch Hubnik nun weitaus sicherer. Nur in der Europa League kassierten die Berliner bislang eine heftige Packung (0:4). Da allerdings spielte eben von Bergen statt Hubnik.

Werder Bremen: Die Position des Linksverteidigers ist bei Werder schon fast traditionell ein wunder Punkt. Seit Pierre Wome konnte kein Bremer dauerhaft dort überzeugen. Sebastian Boenisch offenbart viele Höhen und Tiefen, Dusko Tosic wurde längst wieder weggeschickt und Petri Pasanen darf auch nicht ohne Grund nur dann ran, wenn es keine anderen Alternativen mehr gibt.

Im Winter wagte Werder mit Aymen Abdennour nun einen weiteren Versuch. Der Tunesier sollte die Baustelle hinten links endlich schließen - und ist mittlerweile eines der großen Sorgenkinder bei Werder. Durchaus ordentliche Auftritte (in Enschede, gegen Leverkusen) paarte der 20-Jährige mit zum Teil katastrophalen Vorstellungen (gegen Bayern, in Gladbach). Gegen Mainz zog Thomas Schaaf bereits nach 27 Minuten die Reißleine und wechselte Abdennour aus. Gegen den VfB ist nun also wohl wieder Pasanen am Zug. Mangels Alternativen.

1. FC Nürnberg: Die Aufgabenstellung für Nürnbergs Gegner erschließt sich schon bei einem Blick auf die Zahlen: 19 Treffer erzielte der Club in dieser Saison bislang, elf davon gehen auf das Konto von Albert Bunjaku. Heißt: Den Schweizer auszuschalten, ist schon die halbe Miete, wenn man die Franken schlagen will.

Bayer Leverkusen, kommender Gegner des Clubs, steht vor diesem Problem gar nicht, weil Bunjaku wegen einer Gelb-Rot-Sperre fehlt - was natürlich gleichzeitig wiederum ein Problem für FCN-Trainer Hecking ist. Denn: Wer soll nun die Tore machen? Statt Bunjaku wird nun wohl wieder Angelos Charisteas ins Team rutschen.

Aber: Der Grieche ließ zwar in der Rückrunde einen leichten Aufwärtstrend erkennen, hat in dieser Saison allerdings noch überhaupt nicht getroffen. Die Krux: Alle anderen Alternativen (Mintal, Gygax, Risse, Boakye) bringen es zusammen gerade mal auf zwei Treffer.

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