"Ich bin für viele die letzte Rettung"

Von Interview: Florian Regelmann
Donnerstag, 08.10.2009 | 15:38 Uhr
Holger Fischer hat schon Spieler von allen Bundesliga-Klubs betreut
© Michael Berger
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Holger Fischer gilt als Wunderheiler, als Mental-Coach, als Psycho-Glatze. Was er genau macht, ist schwer zu fassen, aber Fakt ist: Die halbe Bundesliga rennt zu ihm und die Resultate sind erstaunlich. SPOX besuchte den 46-Jährigen und sprach mit ihm über seine geheimnisvollen Kräfte.

"Holger Fischer kann man nicht beschreiben. Man muss ihn persönlich erleben." So steht es auf der Homepage des Mannes, zu dem die halbe Bundesliga rennt.

In seinem Haus in Balingen gibt Fischer SPOX einen intimen Einblick in sein Reich und spricht im Interview über seine besondere Gabe, die er in seinem Buch "Sie sind ihr bester Coach: Gesundheit, Glück und Erfolg - Was hätten Sie denn gern?" ausführlich beschrieben hat.

SPOX: Wunderheiler, Mental-Coach, Psycho-Glatze. Welche Bezeichnung ist Ihnen am liebsten, Herr Fischer?

Holger Fischer: Ich habe keine Berufsbezeichnung. Mein Job ist es, Holger Fischer zu sein. Es gibt keinen Begriff für das, was ich tue. Es ist schwer zu fassen, aber man sieht am Ende das Resultat.

SPOX: Auch wenn es schwer zu beschreiben ist: Was passiert genau, wenn ein Kunde zu Ihnen kommt?

Fischer: Ich nenne sie nicht Kunden, sondern Klienten. Zuerst führe ich mit ihnen ein Gespräch und sie sagen mir, was ihr Thema ist. Ich spreche nie von Problemen, sondern von Themen. Und dann habe ich die Begabung, in Menschen reinzuschauen und mich in sie reinzufühlen. Ich weiß sofort, was los ist und gebe Lösungen vor oder erarbeite sie zusammen mit den Leuten. Dann werden diese Lösungen ins System integriert.

SPOX: Ganz simpel gefragt: Welches System?

Fischer: Der Mensch besitzt ein übergeordnetes Heilsystem und hat die Fähigkeit, Brücken zu bauen. Wenn etwas defekt ist, kann er eine Brücke darüber bauen. Ich habe die Begabung, das System anzustoßen, hier regulierend einzugreifen. Die Wirbelsäule und das Gehirn sind für mich wie die Software eines Formel-1-Autos. Ich ersetze deshalb auch keinen Arzt - im Idealfall läuft das beides im Einklang. Wenn die Ärzte nicht mehr weiterkommen, kommen die Leute zu mir. Es sind mindestens 80 Prozent, die sagen, dass ich ihre letzte Hoffnung, ihre letzte Chance, ihre letzte Rettung bin.

SPOX: Wie haben Sie gemerkt, dass Sie eine besondere Begabung haben?

Fischer: Es hat vor sieben oder acht Jahren mit meinen eigenen Kindern angefangen. Als es meinen Kindern schlecht ging, habe ich sie in den Arm genommen - nach 15 Minuten haben sie sich übergeben und alles war wieder gut. Danach ging es immer so weiter. Meine damalige Frau hatte Kopfschmerzen und hat mich gefragt, ob ich da nicht auch etwas machen könnte. Aber bitte ohne das Übergeben (lacht). Auch das hat funktioniert. Als nächstes war dann die Schwiegermutter dran. Ich hatte Glück, in dieser Zeit Menschen zu treffen, die mich unterstützt und mich bestärkt haben, daran zu glauben und darauf zu vertrauen. Weil es natürlich sehr seltsam war, wenn man etwas macht und dann feststellt, dass es den Leuten auf einmal besser geht.

SPOX: Da haben Sie Recht. Das stelle ich mir in der Tat seltsam vor. Und auch aufregend.

Fischer: Am Anfang war es auch mit vielen Ängsten verbunden. Als ich mich davon frei machen konnte, ist es dann ins Gegenteil umgeschlagen. Ich hatte kurzzeitig einen Höhenflug. Da bekommt man zwischendurch mal ein Allmächtigkeitsgefühl und denkt sich, was für ein super Typ man ist, aber Gott sei dank wird man dafür schnell 'belohnt' und wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Inzwischen bin ich einfach sehr dankbar und voller Demut vor dieser Gabe. Mir ist sehr wichtig, damit ethisch sauber umzugehen.

SPOX: Haben Sie versucht, eine rationale Begründung für Ihre Fähigkeiten zu bekommen?

Fischer: Klar. Ich bin von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch. Egal, ob es die Schulmedizin, die Alternativmedizin oder die Psychologie ist - das allein reicht mir nicht aus. Ich wollte wissen, was ich mache und habe nach Erklärungen gesucht. Ich war bei Ärztekongressen, habe mit Ärzten und Physiotherapeuten zusammengearbeitet, aber niemand fand eine Erklärung. Also habe ich mich immer weiter vorgetastet und immer mehr Vertrauen gefunden. Das Einzige, was zählt, ist, dass es funktioniert.

SPOX: Zu der Zeit als alles anfing haben Sie als Tennistrainer gearbeitet.

Fischer: Mir ging es immer um die Entwicklung von Persönlichkeiten. Was mich geprägt hat, war die Begegnung mit Sergej Budanow, dem damaligen Handballtrainer in Balingen. Er hatte für deutsche Verhältnisse völlig revolutionäre Trainingsinhalte eingeführt und aus anfänglicher Antipathie wurde schnell eine große Sympathie. In der Folge haben sich schnell beachtliche Erfolge eingestellt. Im Tennis haben wir zum Beispiel die Schlagfrequenz pro Trainingseinheit erhöht - es ging immer um Punkte. Die Herren-Mannschaft ist ein paar Mal hintereinander aufgestiegen und ein Mädchen, das relativ langsam war und mit Pauken und Trompeten durch die Bezirkssichtung gefallen war, hat plötzlich große Jugendturniere gewonnen.

SPOX: Dann hätten Sie ja Tennistrainer bleiben können, oder?

Fischer: (lacht). Ja, hätte ich. Aber irgendwann hat meine Ex-Frau im Urlaub die verhängnisvolle Frage gestellt, ob ich denn auf dem Tennisplatz sterben wolle. Da habe ich Nein gesagt. So hat sich das dann Schritt für Schritt entwickelt. Zunächst habe ich nur im Coaching-Bereich gearbeitet, beispielsweise in der Fußball-Regionalliga oder dann in der 2. Liga. Mit der Zeit kamen dann die ersten Spieler, die verletzt waren und mich fragten, ob ich nicht etwas machen könne. Und plötzlich ging es viel schneller mit der Genesung.

SPOX: Beispiele bitte.

Fischer: Bei einem leichten Muskelfaserriss hatte ich schon den Fall, dass es nach 24 Stunden wieder okay war. Das hat das Vorher-Nachher-Bild gezeigt. Ein normaler Muskelfaseriss dauert schon mal vier Tage, ein doppelter Bänderriss zwei Wochen - einer hat nach einem angebrochenen Wadenbein nach 18 Tagen wieder gespielt. Ein Top-Spieler von Inter Mailand war mit einer schweren Oberschenkel-Ruptur da und sollte sechs oder sieben Wochen ausfallen, auch das ging viel schneller.

SPOX: Was sagen denn die Ärzte zu solchen Rekorden?

Fischer: Viele Ärzte widerrufen ihre Diagnose und sagen, dass es gar nicht so schlimm war. Das Problem ist, dass mich viele Menschen im Profi-Fußball als Konkurrenz sehen. Das ist totaler Quatsch. Ich kann weder lymphen noch mobilisieren - und ich nehme auch niemandem den Job weg. Ich beschleunige nur Prozesse. Mit vielen Ärzten arbeite ich auch zusammen, einige Ärzte kommen auch als Klient zu mir.

SPOX: Schwer zu verstehen, ist es trotzdem. Wenn etwas gerissen ist, ist es doch gerissen und es dauert seine Zeit, bis es wieder verheilt.

Fischer: Damit fängt die Programmierung ja schon an. Die Sportler bekommen gesagt, dass sie einen Muskelfaserriss haben und es jetzt drei oder vier Wochen dauert. Danach richtet sich das System aus. In meinem Fall ist es so, dass ein Sportler zwei oder zweieinhalb Tage zu mir kommt - mehr verkraftet das System nicht - und ein übergeordnetes System zu arbeiten beginnt. Die Quantenphysiker wissen, dass es so ist, aber andere sagen natürlich, dass ich ein Spinner bin.

SPOX: Was passiert in diesen zwei Tagen, in denen die Sportler bei Ihnen sind?

Fischer: Pro Tag finden zwei Sitzungen statt, in denen ich die Leute in das Thema, das sie belastet, verwickele. Einige sind offener dafür, andere weniger offen. Bei einigen geht das Ganze tiefer, bei anderen kann ich nur mit Überschriften arbeiten, aber derjenige weiß dann schon, dass ich weiß, was er für ein Thema hat. Er will nur nicht darüber reden, was auch okay ist.

Teil 2: Holger Fischer über die Mär der Überbelastung und seinen Job als Songwriter

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