Fussball

Keine Tore beim van-Gaal-Einstand

Von Für SPOX in Salzburg: Andreas Lehner
Mario Gomez vergibt in Halbzeit eins die größte Chance der Bayern.
© Getty

Louis van Gaal startet mit einer Nullnummer. Das erste Testspiel des FC Bayern München unter dem neuen Trainer bei Red Bull Salzburg endete 0:0.

In einer durchschnittlichen Partie kamen vor 32.000 Zuschauern in der ausverkauften EM-Arena in Wals-Siezenheim bei den Münchnern, die ohne die verletzten Ribery, Schweinsteiger, Lell, den gesperrten Olic sowie die noch im Urlaub weilenden Luca Toni und Lucio antraten, alle Spieler zum Einsatz.

Bei Red Bull feierte Ex-Bayern-Spieler Nico Kovac seinen Abschied aus dem Profi-Fußball.

Die Aufstellungen:

Salzburg: Gustafsson- Dudic, Opdam (62. Traoui), Schiemer, Sekagya - Augustinussen (62. Jezek), Kovac (16. Leitgeb) - Ilic (62. Vladavic), Svento, Ngwat Mahop (72. Tchoyi) - Janko (62. Nelisse)

Bayern, 1. Halbzeit: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Braafheid - van Bommel - Tymoschtschuk, Pranjic - Sosa - Klose, Gomez

Bayern, 2. Halbzeit: Rensing - Görlitz, Demichelis, Breno, Contento -  Ottl - Altintop, Borowski - Baumjohann - Sene, Müller

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Bayern im 4-4-2-System mit Raute. In der Viererkette verteidigt Badstuber neben van Buyten innen. Demichelis nur auf der Bank. Mit Braafheid, Pranjic, Tymoschtschuk und Gomez stehen vier Neuzugänge in der ersten Elf.

15.: Kleine Pause in Salzburg. Niko Kovac wird verabschiedet. Alle im Stadion stehen und Kovac verlässt klatschend den Platz. Emotionale Momente in Österreich.

29.: Braafheid wieder mit einem Foul. Freistoß für Salzburg, 24 Meter, halbrechte Position. Stark gespielt. Svento bringt den Ball halbhoch nach innen. Ilic ist mit dem Fuß zur Stelle und haut den Ball an den rechten Pfosten. Butt wäre chancenlos gewesen.

35.: Die erste große Chance für die Bayern. Lahm und Klose spielen sich über rechts frei. Der Stürmer gibt flach in den Strafraum, Gomez zieht aus der Drehung vom Elfmeterpunkt ab, aber direkt auf Gustafsson.

37.: Gute Chance für Salzburg. Mahop zieht aus halbrechter Position aus 24 Metern ab. Butt taucht den Schuss aus dem rechten Eck.

39.: Sosa spielt von rechts flach in den Strafraum. Am langen Pfosten ist Gomez plötzlich völlig frei, aber er muss im Grätschen den schwächeren Linken nehmen und verzieht - am rechten Pfosten vorbei.

Halbzeitfazit: Die Bayern wirkten noch nicht spritzig. Im Zusammenspiel hakte es und richtige Ideen wollten auch nicht zünden. Aber das hat sicher auch keiner erwartet, nach einer Woche Training.

60.: Das hätte es für die Salzburger sein können. Janko ist in der Mitte nach einer Flanke von rechts mit dem Fuß schneller als Demichelis. Mit der Fußspitze haut er den Ball drüber. Rensing wäre ohne Chance gewesen.

65.: Riesenchance für die Bayern. RB verliert vor dem eigenen Strafraum den Ball. Altintop schaltet am schnellsten und spielt toll auf Müller. Der wartet einen Tick zu lange und wird von Sekagya noch geblockt.

Fazit: Wie nach einer Woche Training zu erwarten, konnten die Bayern nicht glänzen. Es fehlten noch Spritzigkeit und Abstimmung. Überzeugen konnte nur Tymoschtschuk, der schon mal zeigte, wie wichtig er für die Bayern im Mittelfeld werden kann. Braafheid dagegen hatte keinen glücklichen Einstand. Er musste sich oft mit Fouls behelfen. Man wird sehen, ob das Team aus der ersten Halbzeit wirklich die erste Elf unter van Gaal sein wird.

Das gesamte Spiel im LIVE-Ticker zum Nachlesen

Der Star des Spiels: Anatolij Tymoschtschuk. Der Ukrainer war in seinem ersten Auftritt im Bayerntrikot gleich bester Mann. War auf der rechten Halbposition der Raute der Antreiber des Münchner Spiels. Überzeugte durch kluge Pässe und souveräne Zweikampfführung. Die erhoffte Verstärkung im Mittelfeld.

Die Gurke des Spiels: Edson Braafheid. Das Gegenteil zu Tymoschtschuk. Blieb auf der Linksverteidigerposition den Beweis schuldig, dass er die Klasse für den FC Bayern besitzt. Wirkte in der Offensive noch ängstlich und hatte mit dem Ex-Bayern-Amateur Ngwat Mahop große Probleme. Konnte ihn oft nur mit Fouls stoppen.

Die Pfeife des Spiels: Louis Hofmann. Hatte mit der fairen Partie so gut wie keine Probleme. Auch wenn er in seiner Linie zu Beginn etwas kleinlich war.

Die Lehren des Spiels: Im ersten Spiel unter van Gaal liefen die Bayern auch erstmals mit verändertem System und Raute im Mittelfeld auf. Dabei gab van Bommel vor der Abwehr den lautstarken Dirigenten, der vor allem seinen Landsmann Braafheid immer wieder zurechtwies.

Nach der Ära Klinsmann scheint der Niederländer wieder der klare Chef auf dem Platz zu sein. Auch wenn die Kapitänsbinde im Testspiel nichts über den weiteren Verlauf der Saison aussagt, wie van Gaal vorher bestätigte.

Auf den Außenbahnen gaben Tymoschtschuk und Pranjic die Antreiber, was vor allem dem Ukrainer sehr gut gelang. Dagegen konnte Sosa auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen einmal mehr nicht überzeugen.

Auffällig war, dass die Bayern auf lange Bälle weitgehend verzichteten. Und das, obwohl mit Klose und Gomez zwei in der Luft starke Spieler im Zentrum agierten.

Dafür kam der Ball fast immer auf die beiden Halbpositionen der Raute, die dann den Ball entweder auf Außen oder zurück auf van Bommel ins Zentrum spielten. Es war deutlich zu erkennen, dass die Münchner immer wieder in den von van Gaal geforderten Dreiecken spielen wollten.

Allerdings fehlte den Münchnern im Vergleich zu den Österreichern, die sich schon seit 15. Juni im Training befinden, Spritzigkeit und Ballsicherheit.

In der Innenverteidigung bekamen van Buyten und Badstuber den Vorzug vor Demichelis, und beide machten ihre Sache sehr gut. Besonders der junge Badstuber zeigte, warum ihm van Gaal eine echte Chance einräumt: gute Antizipation, guter Spielaufbau und starke Zweikampfführung.

An der taktischen Ausrichtung und der Spielweise änderte sich auch in der zweiten Hälfte nichts, als van Gaal die komplette Mannschaft austauschte.

Allerdings wirkte die B-Elf einen Tick spritziger und aggressiver. Besonders Baumjohann und Altintop zeigten, dass sie ihre Rolle in der zweiten Mannschaft als Ansporn sehen. Einen Treffer brachten aber auch sie nicht zustande.

So diskutierten die mySPOX-User während der Partie

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