Fussball

Ärger an allen Fronten

SID
Derby-Emotionen pur: Torschütze Elson lässt sich von den VfB-Fans feiern
© Getty

Abstiegsangst, Torflaute und Bus-Blockade durch Fußball-Chaoten: Nach dem 0:2 (0:0) im Skandal-Derby gegen den VfB Stuttgart herrscht beim Vorletzten Karlsruher SC Ärger an allen Fronten. Ob Karlsruhe ein Nachspiel durch den Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) droht, ist noch ungewiss.

Das 44. badisch-schwäbische Duell war mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen worden, nachdem KSC-Anhänger den Stuttgarter Mannschaftsbus mit Flaschen beworfen und die Zufahrt zum Stadion blockiert hatten. "Das ist ein Skandal", sagte VfB-Manager Horst Heldt erzürnt: "Die Wege zum Stadion sind nicht bundesligatauglich."

Das galt im 800. Bundesligaspiel über weite Strecken auch für die Leistung der Karlsruher Mannschaft. "Wenn sich nicht schnell etwas ändert, können wir die Klasse nicht halten", sagte Trainer Edmund Becker. Als der 52-Jährige die erste Enttäuschung nach dem dritten Spiel in Serie ohne Torerfolg etwas verdaut hatte, ging aber wenigstens der leidgeprüfte Coach in die Offensive.

Becker: "Zeichen im Abstiegskampf setzen"

"Eine Umstellung auf zwei Stürmer ist eine Option. Jetzt geht es auch darum, Zeichen im Abstiegskampf zu setzen", erklärte Becker. Ein Signal ist auch notwendig. Die eigenen Fans verließen kurz vor Schluss in Scharen das Wildparkstadion, und Manager Rolf Dohmen saß bei der Pressekonferenz wie ein Häufchen Elend auf seinem Stuhl.

"Es kann spielen, wer will. Keiner trifft", sagte Dohmen und brachte die Misere des KSC auf den Punkt. Seit 270 Minuten sind die Badener ohne Torerfolg. Das soll sich laut Becker nun ändern. Mit einer Systemänderung, zwei Spitzen und neuem Schwung will der Coach der Krise trotzen.

Zumindest muss Becker trotz der zweiten Heimpleite in Folge weiter nicht um seinen Job fürchten. "Es gibt null Diskussionen um den Trainer", äußerte Dohmen. Dem VfB reichte eine durchschnittliche Leistung. Der Brasilianer Elson (50.) und U-21-Nationalspieler Sami Khedira (88.) trafen zum Sieg und ließen Stuttgart drei Tage nach dem Aus durch das 1:2 gegen Zenit St. Petersburg im UEFA-Pokal weiter auf die erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb hoffen.

Hitzlsperger und Hilbert nicht in der Startelf

"Das war die richtige Antwort auf die Niederlage im UEFA-Cup", sagte Markus Babbel. Der in der Liga weiter ungeschlagene VfB-Teamchef hatte reagiert und Kapitän Thomas Hitzlsperger sowie Roberto Hilbert unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw zu Beginn auf die Bank gesetzt. Von einer Degradierung der beiden Nationalspieler wollte Babbel aber nichts wissen und sprach von einer "normalen Rotation aufgrund der Mehrbelastung".

Für den KSC ging der Ärger unterdessen am Montag weiter. Das DFB-Sportgericht verurteilte die Badener zu 15.000 Euro Geldstrafe. Grund waren die Vorkommnisse beim 0:1 eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, als Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) nach Ausschreitungen im Frankfurter Zuschauerblock die zweite Halbzeit mit fünf Minuten Verspätung angepfiffen hatte. Bereits am vergangenen Freitag war die Eintracht wegen der Vorkommnisse vom Sportgericht sogar mit 40.000 Euro zur Kasse gebeten worden.

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