Gladbach steckt im Keller fest

Der alte Fuchs macht Fehler

SID
Samstag, 31.01.2009 | 21:33 Uhr
Mario Gomez hatte gegen Gladbachs Defensive einen schweren Stand
© Getty
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Fünf Millionen Euro für vier Neue, große Anstrengungen und hohe Erwartungen - aber weiterhin null Ertrag: Borussia Mönchengladbach steckt auch nach der Winterpause in der Krise und im Tabellenkeller der Bundesliga fest.

Das 0:2 (0:0) beim VfB Stuttgart, dem die Wiedergutmachung für die 1:5-Pokalpleite gegen Bayern München gelang, war für das Schlusslicht trotz der jüngsten Runderneuerung bereits die fünfte Niederlage in Serie und die 13. in dieser Saison.

Selbst gegen die verunsicherten Schwaben gelang nicht der erhoffte Befreiungsschlag - auch weil Trainer Hans Meyer ein äußerst antiquiertes System gewählt hatte. "Gladbach kam mit einer Taktik von vor 60 Jahren. Das habe ich nicht verstanden, die brauchen doch auch Punkte", wunderte sich Stuttgarts Torjäger Mario Gomez über das Defensiv-Konzept der Borussia.

Galasek als Libero

Bei Angriffen des VfB hatte sich Neuzugang Tomas Galasek noch als eine Art Libero hinter die Viererkette zurückfallen lassen. 67 Minuten hielt dieses Bollwerk um den 36 Jahre alten Tschechen, den Ex-Bremer Paul Stalteri und den neuen Torhüter Logan Bailly - der Brasilianer Dante fehlte noch wegen einer Verletzung - den oft harmlosen Angriffsbemühungen des VfB stand.

Ehe Ciprian Marica und schließlich Gomez (87.) vor 41.300 Zuschauern den Stuttgarter Erfolg sicherstellten. Meyer, der schon in seiner Zeit in Nürnberg oft mit Viererkette plus Galasek spielen ließ, war trotz des erneuten Rückschlags nicht unzufrieden mit dem Rückrunden-Auftakt.

"System erkennbar"

"Es war von uns 68 Minuten ein sehr, sehr ordentliches Spiel. Im Herbst waren wir noch nicht in der Lage, dies über so einen langen Zeitraum durchzuziehen. Es war ein System erkennbar", sagte der 66-Jährige.

Allerdings musste auch Meyer, der 70 Minuten lang zugunsten seiner Mauer-Taktik auf die offensivstarken Nationalspieler Marko Marin ("Natürlich ist das nicht nachvollziehbar für mich, wenn ich nicht spiele. Aber ich muss es akzeptieren, wenn der Trainer so entscheidet.") und Oliver Neuville verzichtet hatte, eingestehen, "dass wir in der ersten Halbzeit nicht 100 Prozent an uns geglaubt haben. Wenn man nur die letzten 20 Minuten betrachtet, war es ein verdienter Erfolg für Stuttgart."

Meyer gibt Fehler zu

In der Schlussphase habe der "alte Fuchs Meyer sogar noch einen herrlichen Fehler gemacht", meinte der Gladbacher Coach weiter: "Ich habe massiv Offensivkräfte gebracht, aber wir haben dadurch nicht die Offensive verbessert, vielmehr haben wir in der Defensive nicht mehr so gut gestanden und noch das 0:2 bekommen."

Der VfB und besonders VfB-Teamchef Markus Babbel nahmen die Geschenke dankend an. Zumal nach dem 1:5 gegen die Bayern der Druck groß war.

Stuttgart zeigt Leidenschaft

"Man hat gemerkt, dass die Spieler verunsichert waren. Wir haben aber trotzdem gegen einen defensiven Gegner nie die Linie verloren und immer an uns geglaubt", meinte ein "hochzufriedener" Teamchef Babbel. Die Mannschaft habe "Leidenschaft gezeigt und ist Wege gegangen, die weh tun", konstatierte der Europameister von 1996 sichtlich erleichtert.

Allerdings war Babbel nicht entgangen, "dass wir spielerisch noch Luft nach oben haben". Beim VfB, der sich dem oberen Tabellendrittel wieder annähert, zählten nach der Demontage gegen die Bayern letztendlich aber nur die drei Punkte. Wie auch Torschütze Gomez trocken feststellte: "Nach dem Dienstag-Spiel war klar, dass es keine Gala wird."

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