Montag, 29.09.2008

1. FC Köln

Wolfgang Overath - rüstig ins Rentenalter

Wolfgang Overath erreicht das Rentenalter - und kann es selbst kaum glauben. Drahtig und noch immer im Besitz seines "Kampfgewichts" von rund 73 Kilo, ist der einstige "klassische Zehner" und heutige Hobby-Fußballer ehrgeizig wie zu seinen Glanzzeiten.

Fußball, Bundesliga, Köln, Overath
© dpa

"Fußball ist mein Leben. Ich habe nie ohne ihn gelebt und kann nicht ohne ihn leben", sagt der gebürtige Siegburger und Weltmeister von 1974, der weiterhin ein Fanatiker seines Hobbys ist, das ihm so viel gegeben hat. Heute wird Overath 65 Jahre alt.

Overath hat andere Ziele

Der Ehrgeiz des 81-maligen Nationalspielers richtet sich aber längst auf andere Ziele. Als Präsident des 1. FC Köln ist er seit Juni 2004 in der Pflicht, die ihm wegen der "Fahrstuhl-Mannschaft" vom Geißbockheim nicht immer Lust bereitet.

Immer wieder hatte er die Begehrlichkeiten ihm gewogener Kölner Kreise abgewehrt. Doch als sein Vorgänger Albert Caspers kein glückliches Händchen mehr mit dem Ehrenamt hatte, ging der Weltmeister von 1974 das Wagnis ein, entließ Coach Marcel Koller und verpflichtete Huub Stevens, der den FC in die Beletage des deutschen Fußballs zurückführte.

Köln gehört in erste Liga

Doch obwohl das wirtschaftliche Umfeld stimmte und die Fans auch in der 2. Liga in Massen ins Stadion strömten: Kontinuität stellte sich nicht ein.

Auf Stevens, der aus persönlichen Gründen aufhörte, folgte Uwe Rapolder, der aber im Dezember 2005 zusammen mit Manager Andreas Rettig gehen musste. Der Schweizer Hanspeter Latour wirkte ebenso glücklos.

Overath sah sich gezwungen, im November 2006 den in Köln als "Messias" gefeierten Christoph Daum zu verpflichten. Doch es dauerte bis Mai 2008, ehe der FC wieder erstklassig war.

Und das soll zementiert werden: "Der FC hat die Aufgabe, in der 1. Liga zu spielen. Wir gehören zu den Top-Klubs in Deutschland", ließ sich Overath nach dem vierten Bundesliga-Aufstieg der FC-Profis vernehmen.

Overath ein Kind des Glücks

Unabhängig von seinem Ehrenamt war Overath nie einer, der sich als TV-Experte, Medien-Kolumnist oder Werbe-Mensch einspannen ließ.

Bodenständig, ein Familien-Mann, dem seine Frau Karin, die beiden leiblichen Söhne und die brasilianische Adoptiv-Tochter wichtiger sind als vieles andere.

"Ich stand immer auf der Sonnenseite des Leben, hatte immer Glück", pflegt Overath zu sagen.

Siegburgs Ehrenbürger

Für sein langjähriges soziales Engagement, das sich Obdachlosen in seiner Geburtsstadt Siegburg und Köln widmet, erhielt er 2008 das Bundesverdienstkreuz.

Nordrhein-Westfalens Sportminister Ingo Wolf würdigte Overath als "eine der herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Sports". Seine Popularität stellte er vielfach in den Dienst anderer.

1994 gründete Overath, der 1966, 1970 und 1974 an drei WM-Endrunden teilnahm, hauptsächlich mit eigenen Finanzmitteln den nach ihm benannten Fonds, durch den Menschen in Notlagen Hilfe erhalten. Die Stadt Siegburg machte ihn 2003 zum Ehrenbürger.

Weltmeister 1974

Den Durchbruch als Weltklasse-Mittelfeldmann auf dem Rasen schaffte Overath mit 22 bei der WM 1966.

Nach dem gewonnenen WM-Finale von München 1974 gegen die Niederlande beendete er seine Nationalmannschafts-Karriere, spielte aber noch bis 1977 für seinen FC weiter. Zwischen 1963 und 1977 bestritt er 409 Erstliga-Partien und erzielte 84 Tore.

Overath ist seit langem Teilhaber an einer Reihe von Firmen und besitzt Immobilien. "Ich verwalte mein Vermögen" - auch das ist eine Berufsbezeichnung für einen künftigen Rentner.

Alle Infos zum 1. FC Köln gibt's hier!


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