BVB-Kapitän Wörns kämpft um Stammplatz

SID
Mittwoch, 31.10.2007 | 11:56 Uhr
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Dortmund - Er rechnete mit einem schnellen Comeback, musste jedoch mit einem Platz auf der Auswechselbank vorlieb nehmen. Der langen und erfolgreichen Karriere von Christian Wörns droht ein unrühmliches Ende.

Erstmals seit fünf Jahren steht der altgediente Manndecker und ehemalige Nationalspieler im Duell mit dem FC Bayern München trotz voller Fitness nicht in der Startelf von Borussia Dortmund. Als Fingerzeig wollte Trainer Thomas Doll seine überraschende Maßnahme jedoch nicht bewertet wissen: "Das bedeutet nicht, dass jemand auf lange Sicht abgeschrieben ist."

Dennoch spricht derzeit viel dafür, dass dem 35 Jahre alten Mannschaftskapitän auch in den kommenden Wochen nur die Zuschauerrolle bleibt. Denn der für den nach abgelaufener Sperre wieder einsatzbereiten Wörns ins Team beorderte Markus Brzenska rechtfertigte beim 0:0 gegen den FC Bayern trotz einiger Stockfehler das Vertrauen des Trainers.

Zudem lieferten auch die bisherigen Saisonauftritte von Wörns nur wenig Argumente für seine schnelle Rückkehr ins Team. Schließlich erwies sich das in einer großen Boulevard-Zeitung bereits als "Opa-Abwehr" verspottete Duo Wörns/Robert Kovac als wenig sattelfest: In 270 gemeinsamen Minuten gab es beachtliche zehn Gegentore.

Wörns braucht 25 Einsätze 

Ein Passus im Vertrag trägt dazu bei, dass sich die Diskussionen um das nahe Karriereende von Wörns verstärken. Denn der Kontrakt verlängert sich nur dann um ein Jahr, wenn der auf der BVB-Gehaltsliste weit oben rangierende Innenverteidiger mehr als 25 Saisonspiele bestreitet.

Über die Gemütslage des Reservisten kann wegen des noch immer anhaltenden Medienboykotts der BVB-Profi nur spekuliert werden. Nach Einschätzung von Trainer Doll hat er die Verbannung mit Verständnis aufgenommen: "Wir hatten ein gutes Gespräch. Er hat professionell reagiert."

Zorc sieht sich um

Normalerweise gehört Wörns nicht zu denen, die sich stillschweigend geschlagen geben. Seine heftige Verbalschelte gegen den damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der ihn aus dem Kader der Nationalmannschaft für die Heim-WM gestrichen hatte, sorgten für ein großes Medienecho.

Doch anders als damals spricht die Form eher gegen Wörns. Nicht zuletzt deshalb hat sich Sportdirektor Michael Zorc längst auf die Suche nach einer Verstärkung für die mit 19 Gegentreffern viertschlechteste Abwehr der Bundesliga begeben. Liebend gern würde der ehemalige BVB-Profi schon in der Winterpause Vollzug melden.

Ein solcher Transfer würde die Ausgangslage für Wörns, der von Doll noch vor Saisonbeginn wegen seiner beachtlichen Ausdauerwerte gelobt worden war, weiter verschlechtern.

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