Montag, 28.06.2010

Fußball

Schiedsrichter Kempter wird degradiert

Die Bundesliga-Karriere des Unparteiischen aus Sauldorf ist nach der Affäre um den 27-Jährigen und den früheren Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell vorerst beendet.

Michael Kempter debütierte in der Bundesliga im August 2006
© Getty
Michael Kempter debütierte in der Bundesliga im August 2006

Degradierung und Abstieg für Michael Kempter: Die Bundesliga-Karriere des Unparteiischen aus Sauldorf ist nach der Affäre um den 27-Jährigen und den früheren Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell vorerst beendet.

Nach den Plänen der Schiedsrichter-Kommission des DFB wird Kempter zwar auch in der kommenden Saison auf der DFB-Schiedsrichter-Liste bleiben, der Referee soll aber nur noch in der 3. Liga eingesetzt werden. Diesen Beschluss, der vom DFB-Präsidium auf der nächsten Sitzung am 30. Juli abgesegnet werden muss, fasste die Schiedsrichter-Kommission einstimmig.

Internationale Karriere Kempters beendet

"Wir würden unseren Auftrag als Schiedsrichter-Kommission verfehlen, wenn wir nicht versuchen würden, seine Fähigkeiten und sein Talent an sinnvoller Stelle für das Schiedsrichterwesen und damit für den Fußball zu nutzen", sagte der Kommissionsvorsitzende Herbert Fandel.

"Nach den Erkenntnissen, die wir in den letzten Monaten gewonnen haben, hält die Kommission es für angebracht, Michael Kempter weiterhin überregional, aber nicht in den höchsten Ligen anzusetzen und dabei die Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung des Schiedsrichters sorgfältig zu beobachten."

Damit ist auch die internationale Karriere Kempters beendet, bevor sie begonnen hat. Der Schiedsrichter war im Dezember 2009 als jünger deutscher Unparteiischer in den Kreis der Schiedsrichter des Weltverbands FIFA aufgenommen worden. Eine internationale Partie hat Kempter aber nie geleitet.

Anforderungsprofil eines Top-Schiedsrichters nicht gerecht

Der DFB räumte ein, dass Kempter nicht dem Anforderungsprofil eines Top-Schiedsrichters entspricht. Damit untermauerte der Verband indirekt den im Raum stehenden Verdacht, dass Kempter nur durch die Fürsprache Amerells eine derart steile Karriere machen konnte.

"Dieser Beschluss entspricht dabei ausdrücklich der bereits geäußerten Auffassung, dass neben der sportlichen Leistungsfähigkeit auch eine entsprechende Ausprägung der Persönlichkeit einen Schiedsrichter befähigen, Spiele der Lizenzligen zu leiten", so der DFB in seiner Stellungnahme.

"Hinweise, die dem Anforderungs- und Persönlichkeitsprofil sowie einer Vorbildfunktion eines Schiedsrichters in der Elite der deutschen Schiedsrichterei abträglich sind, seien erkennbar gewesen."

"Aufstieg in zu hohem Tempo"

Der DFB will Kempter, der in der Partie zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg am 17. Januar zum vorerst letzten Mal auf der Bundesliga-Bühne stand, mit der Versetzung in die 3. Liga eine Möglichkeit zur Rehabilitierung geben.

"Dennoch müsse einem noch sehr jungen Sportler die Chance gegeben werden, die erkannten Defizite unter fachlicher Führung aufzuarbeiten, eine Suspendierung rechtfertigten sie nicht. Michael Kempter bekommt damit die Möglichkeit, eine Entwicklung nachzuholen, die ihm nach Einschätzung der Kommission vorher auch deshalb nicht gelungen ist, weil sein Aufstieg bis in die höchsten Spielklassen möglicherweise in einem zu hohen Tempo erfolgte."

Amerell und Kempter freigesprochen

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