Mittwoch, 13.02.2008

Nach der heftigen Kritik an Schiedsrichtern

DFB fordert Fairness gegenüber Referees

Frankfurt/Main - DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat mit deutlichen Worten auf die Kritik aus der Bundesliga an den deutschen Schiedsrichtern reagiert und einen Appell an die Vereinsverantwortlichen gerichtet.

Fußball, DFB, Schiedsrichter, Merk
© DPA

"Die öffentliche Verunglimpfung international anerkannter und leistungsstarker Schiedsrichter dient weder der Sache, noch ist sie inhaltlich gerechtfertigt", sagte Koch in einer Pressemitteilung des DFB. Der ehemalige Vorsitzende des DFB-Sportgerichts arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem Terminplan für einen schon vor den Schiedsrichter-Schelten geplanten Runden Tisch mit Vereinsvertretern.

Permanente Kritik an Schiedsrichtern dürfe nicht zum psychologischen Handwerkszeug der Vereinsverantwortlichen in Vorbereitung auf die nächsten Spiele und zur Ablenkung von eigenen Problemen werden, sagte der im Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die Schiedsrichter verantwortliche Koch. "Ich appelliere an alle Beteiligten, bei der Beurteilung von Schiedsrichter-Entscheidungen mehr Sachlichkeit und Fairness walten zu lassen."

Die Kritik führe ohnehin nicht zum gewünschten Erfolg, beschädige aber den zu Recht sehr guten internationalen Ruf der deutschen Schiedsrichter und damit das ganze Schiedsrichterwesen in Deutschland. Harsche Kritik an den Unparteiischen war unter anderem nach dem Spitzenspiel zwischen dem deutschen Rekordmeister Bayern München und Werder Bremen (1:1) laut geworden.

Vertrauensvolle Diskussion gefordert 

Die Bayern monierten mehrere vermeintlich falsche Abseitspfiffe. "Die sind im Zweifelsfall immer daran interessiert, Bayern München keinen Vorteil zu verschaffen, weil sie dann in der nächsten Woche Telefonterror haben und nicht zur Arbeit gehen können", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Doch auch die Bremer wähnten sich durch das Gespann um Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) benachteiligt, nachdem dem Ausgleichstor der Bayern ein Foul von Mark van Bommel vorausgegangen sein soll. "Es ist auffällig, dass wieder wir in einer solchen Situation sind", klagte Werder-Coach Thomas Schaaf. Schon eine Woche zuvor hatten sich die Bremer beim 1:2 in Bochum nach einer Fehlentscheidung beklagt.

Niemand dürfe sich wundern, wenn es angesichts solcher Attacken immer schwieriger werde, neue Schiedsrichter zu gewinnen, sagte Koch. Und: "Wir plädieren für eine offene und vertrauensvolle Diskussion in den dafür zuständigen Gremien. DFB und DFL werden weiterhin alles dafür tun, die Diskussion um Schiedsrichter-Entscheidungen in einem partnerschaftlichen Miteinander zu versachlichen und den Austausch in den dafür zuständigen Gremien zu forcieren."


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