Vettel: "Das hat nicht viel mit Rennfahren zu tun"

Von Alexander Maack
Sonntag, 14.04.2013 | 18:20 Uhr
In Shanghai fuhr Vettel Alonso nur hinterher und regte sich nach dem Rennen über die Reifen auf
© getty
Advertisement
International Champions Cup
So22.07.
Testspielkracher live im Stream: BVB gegen Liverpool
MLB
Live
Astros @ Angels
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 1
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Finale
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Finale
MLB
Twins @ Royals
MLB
Cardinals @ Cubs
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 2
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Finale
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
MLB
Mets @ Yankees
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
World Matchplay
World Matchplay: Tag 3
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
World Matchplay
World Matchplay: Tag 4
MLB
Red Sox @ Orioles
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Tag 3
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Dodgers @ Phillies
World Matchplay
World Matchplay: Tag 5
UEFA Champions League
Ajax -
Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
Matchroom Boxing
Dillian Whyte vs Joseph Parker: Public Workout (DELAYED)
MLB
Red Sox @ Orioles
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
MLB
White Sox @ Angels
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Tag 4
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Matchroom Boxing
Dillian Whyte vs Joseph Parker: Press Conference (DELAYED)
World Matchplay
World Matchplay: Tag 6
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Athletics @ Rangers
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Viertelfinale
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Viertelfinale
Matchroom Boxing
Dillian Whyte vs Joseph Parker: Weigh-In (DELAYED)
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Viertelfinale
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
World Matchplay
World Matchplay: Tag 7
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Blue Jays @ White Sox
MLB
Mariners @ Angels
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Halbfinale
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Halbfinale
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
Matchroom Boxing
Dillian Whyte vs Joseph Parker
MLB
Royals @ Yankees
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
World Matchplay
World Matchplay: Halbfinale
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Halbfinale
MLB
Cubs @ Cardinals
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Mariners @ Angels
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Finale
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Finale
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
World Matchplay
World Matchplay: Finale
IndyCar Series
Honda Indy 200
MLB
Mariners @ Angels
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Finale
MLB
Cubs @ Cardinals
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
MLB
Phillies @ Red Sox
MLB
Indians @ Twins
MLB
Blue Jays @ Athletics
MLB
Brewers @ Dodgers
Bank of the West Classic Women Single
WTA San Jose: Tag 2
Citi Open Women Single
WTA Washington: Tag 2
MLB
Orioles @ Yankees
MLB
Angels @ Rays
MLB
Phillies @ Red Sox
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
MLB
Indians @ Twins
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
MLB
Orioles @ Yankees
MLB
Indians @ Twins
Bank of the West Classic Women Single
WTA San Jose: Tag 3
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Citi Open Women Single
WTA Washington, D.C.: Tag 3
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
MLB
Angels @ Rays
MLB
Royals @ White Sox
MLB
Angels @ Rays
Bank of the West Classic Women Single
WTA San Jose: Tag 4
Citi Open Women Single
WTA Washington, D.C.: Tag 4
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
MLB
Yankees @ Red Sox
NFL
Bears @ Ravens
MLB
Padres @ Cubs
MLB
Brewers @ Dodgers
Auckland Darts Masters
Auckland Darts Masters: Tag 1
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Citi Open Women Single
WTA Washington, D.C.: Viertelfinale
MLB
Padres @ Cubs
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Bank of the West Classic Women Single
WTA San Jose: Viertelfinale
Championship
Reading -
Derby County
MLB
Angels @ Indians
MLB
Yankees @ Red Sox
MLB
Astros @ Dodgers
Auckland Darts Masters
Auckland Darts Masters: Viertelfinale
League One
Sunderland -
Charlton
Championship
Ipswich -
Blackburn
Club Friendlies
Everton -
Valencia
Club Friendlies
Wolverhampton -
Villarreal
Championship
Sheffield Utd -
Swansea
International Champions Cup
Inter Mailand -
Lyon
MLB
Padres @ Cubs
Citi Open Women Single
WTA Washington, D.C.: Halbfinale -
Session 1
Bank of the West Classic Women Single
WTA San Jose: Halbfinale -
Session 1
MLB
Yankees @ Red Sox
International Champions Cup
Real Madrid -
Juventus
MLB
Angels @ Indians
MLB
Royals @ Twins

Über Abwechslung kann sich in der laufenden Formel-1-Saison bisher niemand beklagen. Mit Vizeweltmeister Fernando Alonso hat beim Großen Preis von China im dritten WM-Lauf nach Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel der dritte Pilot ein Rennen gewonnen. Die Reifenlotterie macht die Königsklasse abermals spannend.

Dass sich über die Abwechslung nicht alle Piloten freuen, ist klar. Eigentlich gilt Red Bulls RB9 als schnellster Wagen im Feld. Bei den beiden Auftaktrennen sicherte sich Vettel die Pole-Position. In Australien konnte er dennoch nicht gewinnen. Mittlerweile ist der Heppenheimer gefrustet, weil sich die Formel 1 wieder zur Formel Reifensparen entwickelt hat.

"Das hat im Moment nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen praktisch nur auf die Reifen auslegt", regte sich Vettel nach seinem vierten Platz in Shanghai auf. Auch wenn er die Führung in der Fahrer-WM verteidigte und jetzt drei Punkte vor Räikkönen und neun vor Alonso liegt, ist der Heppenheimer unzufrieden: "Du kannst nicht die Pace fahren, die das Auto zulässt, weil sonst die Reifen auseinanderfallen würden."

Keine Reifenprobleme bei Siegern

Die Aufregung ist aus Vettels Sicht nachvollziehbar. Auffällig ist, dass bei allen drei Rennen der Pilot gewann, der am besten mit den Reifen zurechtkam. Räikkönen brauchte in seinem Lotus beim Melbourne-Rennen nur zwei Stopps. Vettel hatte in Sepang kaum Probleme mit den soften Slicks. Auf dem Shanghai International Circuit fuhr nun Fernando Alonso fast spielerisch zum Sieg.

"Der Verschleiß der Reifen war besser als erwartet ", freute der spanische Doppelweltmeister direkt nach dem Rennen. Während bei Lewis Hamiltons Mercedes nach seinem Ritt auf die Pole-Position das Gummi des Hinterreifen im Rennen dauerhaft Blasen warf, umkurvte Alonso in seinem F138 die Konkurrenz nahezu mühelos.

Alle Platzierungen in der Übersicht

Dabei fuhr der 31-Jährige zumeist gar nicht am Limit: "Es stimmt, dass wir noch Geschwindigkeit draufpacken könnten. Hoffentlich können wir das in Bahrain nächste Woche zeigen", so Alonso. Für Weltmeister Vettel war die Leichtigkeit der Überholmanöver jedoch ein weiterer Kritikpunkt an Pirelli.

"Mitte des Rennens lässt man die Leute ziehen. Der Fernando ist zweimal an mir vorbei. Ich habe gar nicht versucht, mich zu wehren. Ich hätte mir damit nur selbst ins Bein geschossen", verdeutlichte der 25-Jährige: "Früher war es so, dass man jede Runde attackieren konnte. Jetzt fährt man ein wenig im Dunkeln, was die Zweikämpfe angeht."

Alonso startet freiwillig hinter den Konkurrenten

Eigentlich sind die Voraussetzungen für alle Piloten gleich. Alonsos Erfolg ist ihm aber bei näherer Betrachtung persönlich zuzuschreiben. Der Spanier stimmt seinen Ferrari explizit aufs Rennen ab. Zwar steht er damit mittlerweile in der Startaufstellung regelmäßig hinter seinem Teamkollegen Felipe Massa, im Rennen legt er aber selbst bei schlechteren Startplätzen regelmäßig eine Aufholjagd hin.

Die Alonso-Taktik versuchte Red Bull in China zu kopieren. Weil das Team davon ausging, dass die Pole-Position gegen die schnelle Konkurrenz unerreichbar sein würde, verzichtete Vettel im letzten Teil des Qualifyings darauf, eine Rundenzeit zu setzen. "Es war ein anderer Ansatz im Vergleich zur Normalität", erklärte Vettel am Samstag.

Einen Tag später war der 25-Jährige mit der Entscheidung zufrieden, obwohl er den Sprung aufs Podest verpasste. "Es hat nicht viel gefehlt. Ich glaube knapp drei Sekunden auf Platz zwei", so Vettel: "Die Strategie war richtig. Wir sind vielleicht am Anfang nicht ganz so schnell in die 'Potten' gekommen, wie wir es wollten." Der Grund dafür: Nico Hülkenberg. Der Sauber-Pilot wählte wie Vettel die härteren Medium-Slicks für den Start und überholte den Heppenheimer in der vierten Runde.

Hülkenberg kostete Vettel einen Podestplatz

Anschließend wehrte sich Hülkenberg lange erfolgreich gegen ein Überholmanöver und verhinderte damit Vettels Fahrt aufs Podium. Auf Nachfrage des Teams erklärte der Weltmeister per Funk, dass er etwa 0,5 Sekunden pro Runde schneller fahren könnte, wenn er nur freie Fahrt hätte: "Aber man kommt halt nicht so nah dran, wie man gerne möchte. Gerade zum Überholen reicht es dann nicht, weil die Vorderreifen mehr und mehr darunter leiden, je länger man hinterher fährt."

Warum Vettel nicht am Landsmann vorbeikam, ist leicht herauszufinden: "Die Mercedes sind schneller als wir auf der Geraden. Es wäre schwer geworden, hinten raus noch was zu bewegen", so Vettel. Das liegt aber nicht allein am schwächeren Renault-Motor, wie oft behauptet wird.

Räikkönen fuhr mit dem gleichen Aggregat während des China-Grand-Prix neun Stundenkilometer schneller. Sogar Charles Pic und Giedo van der Garde im drittklassigen Caterham waren auf der Geraden schneller als der Weltmeister.

Red Bulls Nachteil ist Eigenverschulden

Der Top-Speed-Nachteil von Red Bull ist deshalb hausgemacht. Technikdirektor Adrian Newey entwirft seine Autos seit Jahren so, dass sie in schnellen Kurven die Konkurrenz abhängen. Durch den größeren Abtrieb fehlt auf langen Geraden aber die nötige Höchstgeschwindigkeit, um an der Konkurrenz vorbeizufahren.

Im Normalfall war das in den letzten Jahren selten ein Problem. Solange die Red Bull in der Startaufstellung vorne stehen, fahren sie in den schnellen Kurven genug Vorsprung heraus, um die Konkurrenz auf der Geraden mindestens in Schach zu halten. Schaffen sie es aber nicht in die ersten Startreihen, brauchen sie ein anderes Setup.

Als Vettel 2012 in Abu Dhabi wegen seiner Strafversetzung aus der letzten Reihe starten sollte, brach Red Bull das Siegel am Getriebe. Damit wurde die Parc-Fermé-Regelung aufgehoben und die Abstimmung konnte komplett umgestellt werden. Vettels furiose Aufholjagd endete auf Platz drei. Das Vorgehen wiederholte sich beim diesjährigen China-Grand-Prix bei Mark Webber.

Der Australier startete mit einem Rennsetup aus der Box und befand sich bis zu seinem Ausfall auf Punktekurs. "Seine Geschwindigkeit war exzellent. Er fuhr extrem gut im Feld nach vorn", sagte Teamchef Christian Horner. Noch bezeichnender: Webber reihte sich in der Top-Speed-Tabelle mit 319,3 Stundenkilometern an Platz fünf ein, Vettel kam trotz geringeren Gewichts nur auf 310,9.

Neben dem Gewinn an Höchstgeschwindigkeit hat die stärkere Ausrichtung des Setups aber noch eine weitere Auswirkung: Sie schont die Reifen. Pirelli hat für die Saison 2013 nicht nur die Pneus weicher konstruiert, auch die Struktur der Reifen ist flexibler. Dadurch wirkt sich die hohe Kurvengeschwindigkeit von Red Bull nachteilig auf die Haltbarkeit der Slicks aus.

Lauda: Reifenprobleme werden sich ab Barcelona ändern

Allerdings könnte die aktuelle Situation schon beim Europa-Auftakt auf den Kopf gestellt werden. "Ich kann die guten Nachrichten sagen, dass sich das ab Barcelona dann ändern wird", verriet Mercedes' Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda in seiner Funktion als "RTL"-Experte: "Da wird etwas mehr Luft in die Reifen gemacht: Luft im Sinne von länger halten, dass das Fenster größer wird."

Eine Neukonstruktion ist dafür nicht nötig. Pirelli könnte bei der Nominierung der Reifen konservativer vorgehen und die härteren Mischungen auswählen. Die Strategie-Optionen würden dadurch geringer werden, der Kampf auf der Strecke wieder intensiver geführt werden.

Für Lauda ist das kein Problem. Der Zuschauer komme trotzdem nicht zu kurz. "Die Reifen sind so am Limit, dass schon in dem Moment, wo das Rennen beginnt, die meisten an der Box sind", sagte der Österreicher: "Es ist schon manchmal verwirrend, auch zum Zuschauen." Vettel und Red Bull dürften sich darüber wohl am meisten freuen.

Hier geht es zum WM-Stand

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung