Formel 1

Villeneuve von Michael Schumacher enttäuscht

SID
Jacques Villeneuve hat Michael Schumachers Fehlverhalten noch nicht vergessen
© Getty

Freunde werden Jacques Villeneuve und Michael Schumacher nicht mehr. Der Grund ist der Rammstoß, den Schumacher seinem Erzrivalen 1997 in Jerez auf der Rennstrecke versetzte.

Zudem wirft der Kanadier seinem damaligen Kontrahenten private Indiskretion vor. "Er tauchte am Sonntagabend auf meiner WM-Party auf. Das war ja okay. Aber er hatte Fotos von uns beiden an die Presse gegeben, um zu demonstrieren, dass wir Freunde sind. Das fand ich scheiße", wird Villeneuve von der "Auto Bild motorsport" zitiert.

Schumacher hatte Villeneuve damals in Jerez absichtlich von der Strecke rammen wollen, als der Kanadier das entscheidende Überholmanöver ansetzte.

"Ich habe es gewusst"

"Und heute verrate ich es: Ich habe von Anfang an gewusst, dass er versuchen würde, mich abzuschießen. Warum? Ich habe das Formel-3-Finale 1990 in Macao gesehen. Da hat er mit Häkkinen das Gleiche gemacht. Daran habe ich mich in dem Moment erinnert", sagt Villeneuve.

Doch der Rammstoß misslang: Schumacher strandete im Kiesbett, Villeneuve konnte weiterfahren, wurde am Ende Dritter und war damit Weltmeister.

"Den überrasche ich jetzt"

Villeneuve gibt aber zu, dass er damals ohne Schumachers Schubser wohl nie die Kurve gekriegt hätte. "Aber ich dachte einfach: Den überrasche ich jetzt. Er wird es wieder tun, wieder crashen", sagt der heute 41-Jährige.

Genau diese Situation habe er schon vor dem Rennen mit seinem Williams-Team diskutiert. "Und dann hat er es tatsächlich gemacht. Er rammte mich und blieb im Kiesbett stecken. Ich konnte weiterfahren. In der nächsten Runde sah ich ihn auf der Mauer stehen. Da habe ich gedacht: Ja, das war's", sagt der Kanadier über eine der legendärsten Szenen der Formel 1.

Teams und Fahrer der Formel-1-Saison 2012

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