Sonntag, 22.07.2012

Rennkommission prüft Disqualifikation

Trotz Regelverstoß: Vettel startet!

UPDATE Red Bull und Sebastian Vettel sollen gegen das Reglement verstoßen haben. Es geht um die Drehmoments-Kurve. Der Weltmeister startet beim Großen Preis von Deutschland nach einem Freispruch aber wie geplant.

Die elektronische Einstellung des Motors soll bei Red Bull von der Norm abweichen
© Getty
Die elektronische Einstellung des Motors soll bei Red Bull von der Norm abweichen

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist dafür bekannt, seine Möglichkeiten auf der Strecke auszureizen. Was die Regeln angeht, steht ihm sein Team Red Bull in nichts nach.

Nun gab es ausgerechnet vor dem Großen Preis von Deutschland in Hockenheim erneut Ärger mit dem Automobil-Weltverband FIA. Wie der Technische Delegierte Jo Bauer vier Stunden vor Vettels Heimrennen mitteilte, solle sich die Drehmoments-Kurve des Renault-Motors markant von den Kurven bei früheren Rennen unterscheiden.

Kommissare sprechen Red Bull frei

Heißt im Klartext: Der Red Bull von Vettel und seinem Teamkollegen Mark Webber ist nach der Meinung Bauers illegal. Nach der Einschätzung des Deutschen komme dies einer unerlaubten Veränderung der elektronischen Einstellung des Motors gleich, was zugleich zu einer Veränderung der Aerodynamik führt.

"Meiner Meinung nach liegt ein Verstoß gegen Artikel 5.5.3 des Technischen Reglements vor", wird Bauer in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Entscheidung über eine mögliche Bestrafung haben die Rennkommissare Derek Warwick, Paul Gutjahr, Detlef Kramp und Tim Mayer getroffen. Es wird keine Strafe geben, Red Bull hat ihrer Meinung nach nur eine Grauzone des Reglements ausgenutzt.

Einspruch gegen Freispruch sehr wahrscheinlich

Es ist nicht das erste Mal, dass das Weltmeister-Team in den Fokus der FIA gerät. Nach dem Sieg Vettels in Bahrain im April kamen erste Gerüchte auf, Löcher im Unterboden des Red Bull seien nicht regelkonform.

Nachdem Wochen später in Monaco zwar immer noch kein Team offiziell Protest eingelegt hatte, der Unmut aber immer lauter wurde, legte die FIA ein Machtwort ein und verdonnerte Red Bull zum Umbau, um keine WM-Punkte zu verlieren. Die Löcher würden die Aerodynamik verbessern, erklärte die FIA die Maßnahme.

Nun droht ein neuer Protest gegen Red Bull. Alle Teams haben die Möglichkeit, gegen den Freispruch Einspruch einzulegen. Das werden sie mit ziemlicher Sicherheit tun. "Sky"-Experte Marc Surer sagte: "Im Fahrerlager denken alle, dass Red Bull bescheißt."

Kreativer Kopf Newey

Der kreative Kopf hinter den technischen Spielereien ist Design-Guru Adrian Newey, der in der Vorsaison den auspuffangeströmten Diffusor entwickelt hatte. Der hatte Vettel zum souveränen zweiten Titelgewinn getragen. Vor der aktuellen Saison wurde der Diffusor allerdings verboten. Das zerstörte den technischen Vorsprung des Weltmeister-Teams, Newey musste nach neuen Lösungen suchen.

Dass diese Lösungen teilweise sehr kreativ und am Rande der Illegalität sein können, gehört zur Formel 1 wie die Reifen. Doch Bauer wirft dem Team nun vor, den Auspuff immer noch als aerodynamische Hilfe zu benutzen.

Dabei hatten Red Bull, Vettel und vor allem Webber nach einem für Red-Bull-Verhältnisse durchwachsenen Start in die Saison in die Spur gefunden. Der Australier wurde für seine bis dato überzeugende Saison sogar mit einem neuen Einjahresvertrag belohnt.

Der aktuelle Stand in der Fahrerwertung

Europa-GP: Alonso siegt und weint
Vor dem Rennen hatte Sebastian Vettel (r.) noch richtig gute Laune und ließ sich mit Ex-Fußball-Superstar Roberto Carlos ablichten
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Vettels gute Laune hielt auch noch ein wenig an. Er startete furios und fuhr den Rest des Feldes in Grund und Boden
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Das war das Bild der ersten Rennhälfte: Der amtierende Weltmeister Vettel fährt einsam vorne weg
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Dann stoppte Vettel ein technischer Defekt. Er musste das Auto in Führung liegend abstellen. Der Heppenheimer war stinksauer und suchte das Gespräch mit den Chefs
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Während Vettel seinen Ausfall bedauerte, übernahm Fernando Alonso bei seinem Heimspiel in Valencia das Zepter
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Furios die Aufholjagd des Spaniers. Alonso startete von Platz elf und fuhr am Ende zu einem souveränen Sieg
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Bei seiner Ehrenrunde blieb Alonso auf der Strecke stehen. Egal: Er besorgte sich eine spanische Flagge, feierte mit den Fans und wurde dann zur Siegerehrung chauffiert
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Auf dem Podium ließ der Spanier, der jetzt die WM-Gesamtwertung anführt, seinen Gefühlen freien Lauf und weinte vor Glück
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Einer, der ebenfalls Grund zu feiern hatte, war Rekordweltmeister Michael Schumacher. Von Platz zwölf gestartet, fuhr er auf einen bärenstarken dritten Rang
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Schumi weinte nicht, freute sich aber trotzdem riesig. Der erste Podiumsplatz seit seinem Comeback
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Früher war die Schampus-Dusche seine Paradediziplin. In Valencia musste er sich erstmal langsam dran gewöhnen, wieder oben mit dabei zu sein
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