Samstag, 21.07.2012

Deutschland-GP: Warm-Up vor dem Rennen

Die Deutschen blasen zum Angriff

Auf der Jagd nach dem Heimsieg in Hockenheim (Rennen, So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) hetzen gleich drei Deutsche Fernando Alonso. Aber alle sollten auch nach hinten schauen. Dort drohen zwei McLaren und Mark Webber.

Sebastian Vettel will zum ersten Mal in seiner Karriere in Deutschland gewinnen
© xpb
Sebastian Vettel will zum ersten Mal in seiner Karriere in Deutschland gewinnen

Fernando Alonso war nach seiner Pole-Position beim Deutschland-GP zu Scherzen aufgelegt. "Ich will ja nicht politisch werden, aber ein Spanier in einem italienischen Auto in Deutschland auf Pole? Das ist schon kurios", spielte er auf die Euro-Krise an.

Immerhin hat er drei Deutsche direkt im Nacken. Denn auf den Startplätzen zwei, drei und vier werden ihn Sebastian Vettel, Michael Schumacher und Nico Hülkenberg hetzen. Sie werden es zumindest versuchen. "Wir greifen an", kündigte Vettel schon einmal an.

Alonso optimistisch, Schumi glaubt an Vettel

Angst machen sie Alonso aber nicht. Warum auch? Schließlich war der Spanier in seinem Ferrari immer schnell, wenn er in Hockenheim auf der Strecke war, ganz egal bei welchem Wetter. "Das ist der Grund, warum wir ziemlich optimistisch sind", sagte Alonso mit Blick auf das Rennen.

Altmeister Schumacher, dem 2006 der letzte Heimsieg eines Deutschen in der Formel 1 gelang, ist dennoch zuversichtlich, dass Alonso den Fans in Hockenheim die Party am Sonntag nicht vermiesen kann.

"Unter trockenen Bedingungen kann Sebastian die Oberhand haben. Für ihn gilt es, Fernando zu schlagen", sagte Schumacher. Aber was ist mit ihm? Bei einem Schumi-Sieg würden die Fans im Motodrom sicher die Tribünen abreißen.

Schumacher und Hülkenberg auf Verteidigung gepolt

"Es soll trocken werden, aber ich hoffe, dass sich der Prophet ein bisschen täuscht", deutete er einen ähnlichen Trend an wie zuletzt in Silverstone. Im Trockenen kann Schumacher seine Glanzleistungen bei Nässe nicht ganz bestätigen. Allerdings sollte der Kurs in Hockenheim dem Silberpfeil auch bei Trockenheit deutlich besser liegen als die schnellen Kurven in England.

Zu weit sollte Schumacher demnach nicht zurückfallen. Podestplatz in Reichweite? "Ich glaube nicht, dass wir am Anfang ein großes Wort nach vorn mitreden können. Da müssen wir sicher kämpfen. Aber wer weiß, wie sich das Rennen entwickelt und was dann zum Schluss noch passiert?", sagte Schumacher.

Der Rekordchampion sieht sich also eher als Puffer zwischen Vettel, Alonso und dem Rest des Feldes. Ähnlich geht es Nico Hülkenberg auf dem sensationell starken vierten Startplatz. "Ich glaube, um uns herum sind Autos, die im Trockenen eigentlich schneller sein sollten als wir. Daher wird es wohl nicht einfach", stapelte auch er tief.

Button und Hamilton glauben noch an den Sieg

Andere haben mit Tiefstapeln überhaupt nichts am Hut. Allen voran die beiden McLaren-Piloten. Ihnen hat das große Aerodynamik-Update am Auto offensichtlich jede Menge Selbstvertrauen gegeben.

"Das Auto fühlt sich im Trockenen gut an und ich habe jede Menge Long-Runs absolviert. Wir haben also Informationen, die andere nicht haben", sagte Jenson Button, nachdem er zum ersten Mal in dieser Saison Lewis Hamilton im Qualifying besiegt hatte. Seine Ansage: "Unser Ziel muss auf jeden Fall das Podium sein, eigentlich sogar der Sieg."

Qualifying-Duelle: Schumi und Vettel gleichen aus - Button bricht den Bann

Nicht ganz so offensiv, aber ähnlich optimistisch äußerte sich Hamilton: "Ich habe den Plan, alle, die vor mir fahren, zu jagen. Das Tolle hier ist, dass wir einen sehr großen DRS-Vorteil haben und hoffentlich einige spektakuläre Überholmanöver sehen werden."

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Alonso und Vettel haben einen Puffer

Button, Hamilton und der strafversetzte Mark Webber im Red Bull werden von den Startplätzen sechs, sieben und acht zum großen Angriff auf Alonso und Vettel blasen. Schumacher, Hülkenberg und Pastor Maldonado wirken dazwischen ein wenig wie Prellböcke.

Sie könnten die jagende Meute im Kampf um den Sieg wertvolle Sekunden kosten. Verlassen will sich Alonso darauf aber auf keinen Fall. "Mit Blick auf die Meisterschaft bin ich natürlich nicht unglücklich darüber, dass mit Hamilton und Webber zwei Hauptkonkurrenten nur in der vierten Startreihe stehen. Aber wir wissen alle, wie schnell sich die Dinge ändern können."

Kaum Erfahrung mit den Pirelli-Reifen

Vor allem die Pirelli-Reifen werden am Sonntag eine Schlüsselrolle spielen. Denn nicht alle sind so selbstsicher wie Button, wenn es darum geht, die Haltbarkeit der Gummis zu beurteilen. "Zwischen einem und vier Boxenstopps ist alles drin", sagte zum Beispiel Felipe Massa.

Alonsos Prognose sollte etwas genauer sein, wenn er den Deutschen wie 2010 die Suppe versalzen und in Hockenheim gewinnen will.

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Alexander Mey

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