Montag, 29.03.2010

Pressestimmen zum Australien-Grand-Prix

Italiener nehmen Schumi auseinander

Die italienische Presse spricht von einer "Qual" und zweifelt am Sinn von Schumis Comeback. In England ist die Reaktion auf Schumachers zehnten Platz in Melbourne ähnlich, der "Daily Mirror" fragt sogar, ob er "die komplette Saison durchstehen wird". Die Pressestimmen im Überblick.

Mercedes-Pilot Michael Schumacher landete beim Australien-Grand-Prix in Melbourne nur auf Platz 10
© Getty
Mercedes-Pilot Michael Schumacher landete beim Australien-Grand-Prix in Melbourne nur auf Platz 10

Italien

Gazzetta dello Sport: "Schumacher ist der falsche Zwilling des Schumi, der eine WM nach der anderen gewann. Der Deutsche erzählt, dass er mit dem zehnten Platz zufrieden sei. Würden wir von Jaime Alguersuari von Toro Rosso oder Pedro de la Rosa von Sauber sprechen, könnte man es vielleicht glauben. Doch man kann es nicht glauben, dass Michael Schumacher mit einem einzigen schäbigen Punkt zufrieden ist. Seine Leistung erhöht die Zweifel an seinem Comeback, das bisher mehr von den Schatten der Erinnerungen als von den Leistungen der Gegenwart lebt."

Corriere dello Sport: "Mercedes spaziert über die Strecke statt aufzuholen. Schumi behauptet, mit einem Punkt zufrieden zu sein. Im Grunde fährt er ja nur aus Spaß. Er begreift aber nicht, warum die Schiedsrichter sich nicht mehr vor ihm verbeugen, wenn sie ihn sehen."

Tuttosport: "Schumi, eine Qual! Er fährt wie ein ehemaliger Pilot. Alonso ruiniert ihm das Rennen in der ersten Kurve, doch während der neue König von Maranello wieder auf die Strecke zurückkehrt und für Bewunderung sorgt, zählt der Ex-Ferrari-Pilot zu den letzten des Feldes. Die Frage ist immer dieselbe: Ist er für dieses Resultat in die Formel 1 zurückgekehrt?"

Corriere della Sera: "Rettet den Soldaten Vettel vom Pech. Und man müsste dem Veteranen Michael Schumacher erklären, dass die Formel 1 einen großen Fehler hat: Sie pfeift auf Wappen, auch wenn sie einem Piloten gehören, der siebenmal die WM gewonnen hat, der Nummer eins aller Zeiten. Ein ungnädiges Schicksal verbindet sowohl den echten Schumacher als auch jenen Piloten, der als sein Nachfolger betrachtet wird. Dem Jungen von Red Bull ist es wieder schlechter als seinem älteren Kollegen gegangen."

La Stampa: "Mercedes, das von einem Virgin-Auto überholt wird, muss eine Entschuldigung für das Gehalt von Herrn Michael finden. Der Ex-Weltmeister schafft es lediglich auf Platz zehn. Hinter ihm die Leere."

Bilder des Tages - 29. März
Hundertprozentiger Einsatz - so muss es sein. Martin Guptill stürzt sich beim Cricket-Testmatch zwischen Neuseeland und Australien Richtung Ball und kommt doch zu spät
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Das Maskottchen der Duke Blue Devils beobachtete das College-Basketball-Match gegen die Baylor Bears
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Am Ende hatte Duke die Nase vorn. Und Forward Kyle Singer ließ es sich nicht nehmen, zum Andenken an den Sieg das Netz mitzunehmen
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Ganz gesund sieht die Fußstellung der Südkoreanerin Hee Kyung Seo bei den Kia Classics in Kalifornien ja nicht aus. Wie lange das die Knie wohl mitmachen?
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Prominenz auf den Zuschauerrängen bei den Sony Ericsson Open in Key Biscayne: Model und Schauspielerin Kim Kardashian (r.) und ihre fotografierende Bekannte
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Martin Brodeur küsst vor dem Spiel der New Jersey Devils gegen die Philadelphia Flyers seinen Helm. Gebracht hat es nicht's, die Devils verloren 1:5
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England

The Sun: "Der Regen, die durcheinandergewürfelte Startaufstellung und der Streckenverlauf halfen allesamt, die dringend benötigte Spannung zurück in die Formel 1 zu bringen. Der einzige Fahrer, der nicht viel dazu beitrug, war Michael Schumacher, der sich den Nachmittag über versteckt hielt, nachdem Fernando Alonso seinen Frontflügel in der ersten Runde beschädigte. Alonso und Schumacher lagen nach dem Zwischenfall auf den Plätzen 18 und 20. Aber während beim zweifachen Weltmeister der Kampfgeist geweckt wurde, machte sich bei dem Deutschen das Alter bemerkbar. Der 41-jährige Mercedes-Pilot wurde vom Virgin des Brasilianers Lucas di Grassi überholt. Dann blieb er mehr als 30 Runden hinter dem eher unbekannten Spanier Jaime Alguersuari im Toro Rosso hängen und kam nur als Zehnter ins Ziel. Das dürfte nicht das Ergebnis sein, für das ihn Mercedes mit angeblich 34 Millionen Euro aus der Rente geholt hat. Wenn er so weitermacht, beendet er vielleicht nicht einmal die erste Saison seines Dreijahresvertrags."

The Times: "Es kam kein Drängen und kein Pressen von Schumacher und er wurde quasi zu einer traurigen Randnotiz des Events, verbrachte er doch gefühlt das ganze Rennen damit, am Toro Rosso von Jaime Alguersuari vorbeizukommen. Schumacher, einst ein Meister des Überholmanövers, musste letztlich einen zehnten Platz hinnehmen - fast 70 Sekunden hinter Jenson Button. In vergangenen Jahren reichte es nur, seinen roten Ferrari im Rückspiegel zu sehen, um bei Rennfahrern ein flaues Gefühl im Magen auszulösen. Aber Alguersuari schien völlig unbeeindruckt, als Schumachers silberner Mercedes auftauchte, und hielt ihn Runde für Runde zurück."

Daily Mirror: "Michael Schumacher muss sich Fragen nach seiner Zukunft in der Formel 1 gefallen lassen, da er große Probleme hatte, den Nachwuchsfahrer Jaime Alguersuari zu überholen. Die deutsche Rennfahrerlegende - siebenmaliger Weltmeister - wurde zudem zum zweiten Mal in Folge von seinem Teamkollegen Nico Rosberg abgehängt. Schlimmer noch: Er wurde von Lucas di Grassi in dessen schwachem Virgin überholt und steckte dann 22 Runden hinter dem Spanier Alguersuari fest. Für di Grassi war es erst der zweite Grand Prix und Toro Rossos Alguersuari holte in zehn Rennen noch nicht einen Punkt. Es kommen bereits Zweifel auf, ob Schumacher, 41, überhaupt die komplette Saison durchstehen wird."

Daily Telegraph: "Hamilton gegen Webber, Vettel gegen Webber, Schumacher gegen Alonso, Schumacher gegen Rosberg, Schumacher gegen den Rest der Welt. Was so ein bisschen Wasser auf der Strecke doch ausmachen kann. Die Formel 1 ist zurück und Malaysia wartet bereits. Keine Frage, dass Bernie Ecclestone dann einen kleinen Regentanz einlegen sollte."

The Guardian: "Schumacher blieb für viele Runden hinter dem Toro Rosso von Jaime Alguersuari hängen, der gerade mal seinen ersten Geburtstag feierte, als der Mann, der sieben WM-Titel sammeln sollte, 1991 sein Grand Prix-Debüt gab. Schumacher beendete das Rennen als Zehnter - wahrscheinlich in der Ungewissheit, ob sein Comeback tatsächlich so eine gute Idee war."

Von Schumacher wird "noch einiges kommen"


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