Dienstag, 28.04.2015

WM-Generalprobe für DEB-Team

Absage von Seidenberg

Das ersatzgeschwächte Eishockey-Nationalteam bekommt kurz vor WM-Start Verstärkung aus Mannheim und Ingolstadt. NHL-Star Dennis Seidenberg sagte dagegen ebenso ab wie Stürmer Marcel Goc.

Wird Seidenberg auflaufen oder nicht? Seit gefühlten Ewigkeiten wird gerätselt...
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Wird Seidenberg auflaufen oder nicht? Seit gefühlten Ewigkeiten wird gerätselt...

Mit frischer Meisterpower aus Mannheim, aber ohne die NHL-Profis Dennis Seidenberg und Marcel Goc kämpft die Nationalmannschaft bei der WM in Tschechien um den Ruf des deutschen Eishockeys. Während neun Profis von Meister Adler Mannheim und "Vize" ERC Ingolstadt das Team schon bei der WM-Generalprobe am Mittwoch gegen Slowenien verstärken, sorgte eine Doppel-Absage aus Nordamerika für große Enttäuschung.

Vor allem die Absage von NHL-Verteidiger Seidenberg am Dienstagnachmittag nach einer wochenlangen Hängepartie drückte auf die Stimmung. "Die Entscheidung fiel mir sehr schwer, aber ich habe im Handgelenk einen Anriss. Ich hätte zwar spielen können, aber für die Zukunft ist es besser, das vollständig auszukurieren", sagte der Stanley-Cup-Sieger von 2011 dem SID.

Vergebliche Hoffnung

Wenige Minuten zuvor hatte Bundestrainer Cortina noch eine Zusage des Verteidigers der Boston Bruins für die am Freitag beginnende WM gehofft. "Es tut mir leid, wir hätten ihn gerne hier gehabt", sagte Cortina nach der Absage: "Und das ist auch das, was sein Herz wollte."

Seidenberg hatte Cortina in den vergangenen Tagen immer wieder hingehalten. "Ich hätte gern für Deutschland gespielt, mein Bruder (Yannic, d. Red.) und viele Kumpels sind da. Deswegen habe ich so lange gewartet", erklärte der 33-Jährige, der zuletzt bei Olympia 2010 in Vancouver das Deutschland-Trikot getragen hat.

DFB-Präsident Franz Reindl hatte eine Rückkehr Seidenbergs ins Nationalteam schon vorher nahezu ausgeschlossen. "Das ganze Umfeld in Boston ist in Aufruhr, er selbst ist müde und erschöpft. Das muss man auch verstehen", sagte Reindl dem SID: "Ich habe das Gefühl, dass er nicht kommt, sonst hätte er schon zugesagt."

Auch Goc nicht dabei

Ein zweiter NHL-Profi hatte am Dienstag auch abgesagt. Stürmer Marcel Goc wird nach dem Play-off-Aus mit den St. Louis Blues nicht bei der WM auflaufen. "Sein Vertrag läuft aus, er hat Sorge, dass er sich verletzt und dann keinen neuen Vertrag bekommt. Das Risiko war ihm zu groß", sagte Reindl. Insgesamt hagelte es für Bundestrainer Cortina etwa 20 Absagen.

Auch der Mannheimer Verteidiger Sinan Akdag muss wegen einer Schulteroperation in der nächsten Woche passen. Dennoch schickt DEL-Champion Mannheim sechs Meisterspieler ins Rennen.

Zum Team stoßen Torwart Dennis Endras, Verteidiger Nicolai Goc sowie die Stürmer Marcus Kink, Kai Hospelt, Matthias Plachta und Christoph Ullmann. Von "Vize" Ingolstadt kommen Timo Pielmeier (Tor), Benedikt Kohl (Abwehr) und Patrick Hager (Sturm). Zuvor hatten schon die Mannheimer Frank Mauer und Denis Reul verletzungsbedingt abgesagt, auch wenn Cortina Reul noch nicht ganz abschreiben wollte.

A-Team unter Druck

"Ich freue mich, dass das Team jetzt komplett ist und wir kurz vor dem WM-Start noch einmal die Gelegenheit haben, in dieser Konstellation gegen Slowenien zu testen", sagte Cortina. Die Zukunft des 50-Jährigen als Bundestrainer ist mehr als fraglich, dennoch muss er bei der Weltmeisterschaft den GAU verhindern: Nach den Abstiegen der U20- und der U18-Auswahl sowie der Frauen-Nationalmannschaft hätte ein verpasster Klassenerhalt des A-Teams fatale Folgen für das deutsche Eishockey.

Das WM-Auftaktspiel gegen Frankreich ist deshalb eminent wichtig. Bei einer Niederlage droht ein katastrophaler Start ins Turnier, denn nur einen Tag später wartet in Olympiasieger Kanada mit Superstar Sidney Crosby eine Herkulesaufgabe. Frankreich ist zudem neben Weißrussland die Nation, die Deutschland mit einer guten WM in der Weltrangliste noch überholen will, um sich doch noch das Heimrecht für das Olympia-Qualifikationsturnier 2016 zu sichern.

Die DEB-Auswahl trifft in den WM-Gruppenspielen in Prag zudem noch auf den Erzrivalen Schweiz, Mitfavorit Schweden, Lettland, Gastgeber Tschechien und Aufsteiger Österreich.

Die WM 2015 im Überblick


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