Finanzkrise zwingt DEL-Klubs zu neuen Ideen

SID
Donnerstag, 22.10.2009 | 12:06 Uhr
Auch die Kölner Haie beschreiten in Zeiten der Finanzkrise ungewöhnliche Wege
© Getty
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Die Klubs der Deutschen Eishockey Liga greifen angesichts der momentanen Finanzkrise auf außergewöhnliche Marketing-Aktionen zurück um Werbung für Eishockey zu machen.

Wollen Sie Ihren Lieblingsspieler bei der Weihnachtsfeier dabeihaben? Oder vielleicht doch lieber mit dem ganzen Team beim gemeinsamen Frühstück plaudern? Oder warum sich nicht gleich von den Profis bekochen lassen? Kein Problem, die Finanzkrise in der Deutschen Eishockey Liga macht's möglich.

Angesichts teils dramatisch sinkender Zuschauerzahlen und Sponsoren-Einbußen greifen viele Klubs derzeit zu ausgefallenen Aktionen, um vielleicht doch noch den ein oder anderen Euro zusätzlich zu akquirieren oder zumindest die Menschen wieder zum Eishockey zu locken. Im Mittelpunkt steht dabei immer der direkte Kontakt zwischen Spielern und Fans.

Drei-Gänge-Menü für ERC-Fans

So bietet der ERC Ingolstadt seinen Anhängern einen Leckerbissen im wahrsten Sinne des Wortes an. Für die Summe von 19,64 Euro - angelehnt an das Gründungsjahr 1964 - kochen die ERC-Profis höchstpersönlich am 7. November in der Klubgaststätte für 120 Gäste ein Drei-Gänge-Menü.

"Drei Spieler, die am Herd am talentiertesten sind, gehen in die Küche, vier bedienen den Zapfhahn, und der Rest serviert", sagt Rudi Hofweber, Marketingchef der Panther.

DEG-Profis stellen Saison-Tickets zu

Bei der Düsseldorfer EG, die mit einem enormen Zuschauerschwund zu kämpfen hat, kommen die Spieler sogar bis an die Haustür.

Das Team um Kapitän Daniel Kreutzer brachte den Dauerkarten-Inhabern höchstpersönlich ihre Saisontickets nach Hause. "Durch unseren Kurier-Einsatz wollten wir den Fans einen Teil ihres Engagements zurückgeben", erklärt Kreutzer.

Die Haie setzen auf das Internet

Auch Düsseldorfs rheinischer Rivale Kölner Haie setzt beim Thema Kundengewinnung auf Fan-Nähe. So ist geplant, dass sich der derzeit verletzte Nationalspieler Christoph Ullmann hinter ein Telefon setzt und Anhänger anruft, die schon länger nicht mehr in die Arena kommen. Fragen kostet ja nichts.

"Das ist keine Jux-Aktion, sondern soll uns am Ende auch etwas bringen", sagt Haie-Sprecher Philipp Walter. Die Haie haben sich zudem ein Facebook- sowie ein Twitter-Account eingerichtet, "um auch die Web-2.0-Generation mehr an den Klub zu binden."

Patenschaften wie im Streichelzoo

Die Kassel Huskies setzen da lieber auf den persönlichen Kontakt. In Zukunft sollen die Fans vor Auswärtsfahrten mit der Mannschaft brunchen können. Die Nürnberg Ice Tigers und die Straubing Tigers bieten wie im Streichelzoo üblich Patenschaften für ihre Spieler an.

Die Sparkasse Nürnberg lässt sich dies bei Stürmer Petr Fical immerhin 20.000 Euro kosten. Und die Straubinger Profis lassen es sich nicht nehmen, bei der Weihnachtsfeier ihres "Patenonkels" vorbeizuschauen.

Trotz aller innovationer Ideen sind den Marketing-Maßnahmen Grenzen gesetzt. "Man kann rausgehen und die ganze Stadt in den Vereinsfarben anmalen. Aber das alles nützt nichts, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt", sagt Hofweber. Die Profis sind also nicht nur als Koch oder Postbote, sondern vor allem als Spieler gefragt.

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