Pape: "Weniger wäre mehr"

SID
Montag, 16.03.2009 | 14:29 Uhr
DEG-Coach Harold Kreis ist nach dem Sieg bei den Krefeld Pinguinen wieder zuversichtlich
© Getty

Der Meister bleibt unbeirrt auf Titelkurs, doch sonst herrscht Spannung pur im Play-off-Viertelfinale - auf dem Eis betreibt die  DEL beste Werbung für ihren Sport. Außerhalb der Bande allerdings hat sie Probleme: Der Rückzug der Füchse Duisburg dokumentiert einmal mehr die wirtschaftlichen Nöte vieler Klubs.

"Es ist für die Betroffenen schade, aber es war absehbar und kommt nicht wirklich überraschend", kommentierte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke das Aus des Serien-Schlusslichts.

Füchse-Alleingesellschafter Ralf Pape, der seit dem Aufstieg 2005 rund fünf Millionen Euro aus eigener Tasche beigesteuert hatte, zog nach vier Jahren DEL die Notbremse: "Es macht einfach keinen Sinn, weiter Geld zu verbrennen."

Zukunft der Ice Tigers offen

Für die Duisburger nachrücken könnte der Meister der zweiten Bundesliga, wenn er die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt."'Sonst spielen wir mit 15 Klubs", sagte Tripcke, "vorausgesetzt, alle bekommen die Lizenz."

Offen ist vor allem die Zukunft der Nürnberg Ice Tigers, bei denen eine Investorengruppe vom bisherigen Alleingesellschafter Günther Hertel den laufenden Vertrag für die Trikotwerbung übernahm.

Die Übernahme der GmbH ist allerdings noch nicht vollzogen, weil zunächst mit den Gläubigern eine Einigung erzielt werden soll. Zudem verknüpften die neuen Geldgeber um den Schmuckhändler Thomas Sabo ihren Einstieg mit der Lizenzerteilung durch die DEL, was in der Liga-Zentrale auf Unverständnis traf.

Pape für Reduzierung der DEL

Pape plädierte bei seinem Abschied für eine Reduzierung der DEL, die unter anderem auch Bundestrainer Uwe Krupp fordert.

"Mit 16 Klubs ist die DEL überbesetzt, weniger wäre mehr", sagte der Spediteur, der zudem den Modus ohne Auf- und Abstieg als "Schwachsinn" kritisierte.

Auf dem Eis bot die DEL derweil Spannung pur mit drei Verlängerungen und dem Meister auf Erfolgskurs.

"Das war eines der besten Play-off-Spiele, die ich je gesehen habe", schwärmte Trainer Don Jackson nach dem 3:2-Sieg der Eisbären Berlin bei den Hamburg Freezers, den Andre Rankel in der 19. Minute der Verlängerung sichergestellt hatte.

Obwohl der Titelverteidiger im betriebsinternen Duell der beiden Anschutz-Klubs am Dienstag in der heimischen Arena mit 3:0 in der Serie "Best-of-Seven" in Führung gehen kann, wollte Jackson noch von keiner Vorentscheidung sprechen: "Hamburg ist ein harter Herausforderer, es ist noch nicht vorbei."

Wolfsburg setzt weiter auf die Aueßenseiterrolle

Alle anderen Viertelfinal-Duelle beginnen am Dienstag wieder bei Null. Aus "Best-of-Seven" ist jetzt "Best-of-Five" geworden, sagte Trainer Hans Zach von den Hannover Scorpions nach der 2: 3-Niederlage nach Verlängerung beim Pokalsieger EHC Wolfsburg.

Der Außenseiter aus der Autostadt, der zum Auftakt 1:2 verloren hatte, wittert nach dem Ausgleich Morgenluft. "Jetzt liegt der Druck wieder auf Hannover", meinte Trainer Toni Krinner.

DEG wieder in der Spur

Die Düsseldorfer EG sieht sich nach dem 4:3 nach Verlängerung bei den Krefeld Pinguinen wieder auf dem richtigen Weg.

Dass sein Team dabei ein 0:2 aufholte, freute DEG-Coach Harold Kreis besonders: "Das ist ganz wichtig in den Play-offs. Jetzt verlieren die Spieler nicht den Kopf und glauben, dass sie auch nach einem Rückstand noch gewinnen können."

In Nürnberg kämpften sich die wirtschaftlich angeschlagenen Ice Tigers sportlich zurück.

"Wir sind wieder da und wollen noch was reißen", sagte Trainer Andreas Brockmann nach dem 5:3 gegen die Mannheimer Adler, das von einer Massenschlägerei und insgesamt 143 Strafminuten überschattet wurde.

Die Playoffs im Überblick

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