Montag, 04.08.2008

Noch keine endgültige Aussage

DEL deutet Übernahme von Sperren an

Hamburg - Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat eine Übernahme der Sperren gegen Daniel Kreutzer und Aleksander Polaczek angedeutet, richtet sich aber auf einen langfristigen Streit bis zu einer endgültigen Entscheidung ein.

Daniel Kreutzer
© Getty

"Ich sehe mich nach der Kooperationsvereinbarung zwischen Liga und Verband zu einer Übernahme verpflichtet", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Noch wartet die DEL jedoch auf die Unterlagen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die Kreutzer und Robert Dietrich von den DEG Metro Stars sowie Polaczek von den Nürnberg Ice Tigers am Freitag für drei Monate für die Nationalmannschaft gesperrt hatte.

Zweimal gegen Auflagen verstoßen

Den Spielern wird vorgeworfen, zum zweiten Mal gegen Meldeauflagen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) verstoßen zu haben. Im Fall Dietrich ist eine DEL-Entscheidung nicht nötig, da der 22-Jährige zu den Nashville Predators in die nordamerikanische Profiliga NHL wechselt.

Kreutzer und Polaczek haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Dieses Verfahren will Tripcke noch abwarten. "Ich werde keine endgültige Aussage treffen, bevor ich nicht weiß, ob das Urteil des DEB rechtskräftig ist", sagte er. "Falls das Bemühen der Spieler erfolglos bleibt, geht die Tendenz dahin, die Sperre anzuerkennen."

Weitere juristische Schritte geplant

Inzwischen wollen auch die Hannover Scorpions gegen das Urteil juristisch vorgehen.

Der Scorpions-Spieler Sascha Goc wurde zusammen mit Philip Gogulla von den Kölner Haien und Manuel Klinge von den Kassel Huskies vom DEB öffentlich verwarnt, weil bei ihnen ein erstmaliger Verstoß gegen gegen die Meldeauflagen vorliegen soll.

"Sascha Goc hatte aufgrund der Störung im Online-Meldesystem der NADA gar nicht die Möglichkeit, sich fristgerecht zu melden. Er stand jedoch im ständigen Kontakt zur NADA", sagte Scorpions-Rechtsanwalt Wolfram Cech.

Deshalb sei dem Spieler auch nichts vorzuwerfen. Die Scorpions wenden sich mit ihrem Einspruch nun an das Ad-hoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Fraglich, ob Sperre rechtmäßig wäre

Eine DEL-Sperre würde bedeuten, dass beide Spieler ihren Klubs in den ersten 17 Partien der in einem Monat beginnenden Saison fehlen würden. Allerdings könnten die Akteure auch gegen eine Übernahme der Strafe wieder juristisch vorgehen.

Fraglich ist, ob eine Sperre wegen eines Verstoßes gegen NADA-Richtlinien auch in der DEL, die den NADA-Bestimmungen nicht unterliegt, rechtmäßig wäre.


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