Krupps Weltmeister-Äußerung sorgt für Wirbel

SID
Sonntag, 11.11.2007 | 10:46 Uhr
Krupp, Uwe
© Getty
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Hannover - Bundestrainer Uwe Krupp sah nach seiner Weltmeister-Äußerung dringenden Erklärungsbedarf, Eisbären-Urgestein Sven Felski kommentierte mit Berliner Humor.

"Weltmeister? Das ist ja Quatsch! Vielleicht werden wir irgendwann mal Weltmeister, aber das erlebe ich nicht mehr - nicht mal mehr auf der Tribüne", sagte der bald 33-Jährige.

Zweieinhalb Jahre vor der WM im eigenen Land hatte Krupp in der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" erklärt, "auch wir wollen irgendwann einmal Weltmeister werden".

Zwar hatte er schon in dem Interview seine Äußerungen eingeschränkt und erläutert. Beim Deutschland-Cup in Hannover machte er klar, dass die Puckjäger 2010 daheim realistischerweise weder den dritten Platz der Fußballer noch den WM-Titel der Handballer anpeilen können.

Er liebe es, wenn solche Zitate ausgekoppelt würden, bemerkte Krupp in seiner zuweilen ironisch-bissigen Art und holte aus. Natürlich wolle man Weltmeister werden. "Wenn wir das nicht werden wollen, habe ich die falschen Spieler dabei. Doch das ist natürlich nur die Motivation, um unser Bestes zu erreichen. Was unser Bestes ist, finden wir dann bei der WM heraus. Hohe Ziele müssen wir haben", sagte der sperrige Ex-Verteidiger. "Wir sind realistisch, wenn wir aufs Eis gehen, aber wir müssen auch ein bisschen träumen."

 "Mal einen Großen ärgern"

Die Realität machte nach dem WM-Abstieg unter Krupps Vorgänger Greg Poss 2005 zuletzt wieder Hoffnung. Nach dem Wiederaufstieg unter Krupp gelang in diesem Mai in Russland ein beachtlicher neunter Platz und mit dem Sieg über Ex-Weltmeister Tschechien die Sensation des Turniers. Worum es im Mai 2008 in Kanada geht, legte Felski fest: "Das Ziel ist, in der A-Gruppe zu bleiben und mal einen Großen zu ärgern." Zudem müsse man wie beim 6:2 über Dänemark Spiele gewinnen, in denen es zwischenzeitlich nicht oder gar nicht laufe.

Als gleichwertige Mannschaften nannte Krupp zum Beispiel Lettland und Österreich. Um sie auch an schlechten Tagen zu schlagen, verfolgt er konsequent seine Philosophie.

Der einstige Stanley-Cup-Sieger, der daheim in seinem Appartement in Detroit Müsli frühstückt und Orangensaft trinkt, hat in seiner knapp zweijährigen Amtszeit einige Routiniers gnadenlos aussortiert und Nachwuchskräfte eingebaut.

Mehr Training, mehr Spiele 

Von seinen Nationalspielern verlangt er, während der Sommerpause weiter an ihrer Fitness zu arbeiten. "Wer nicht fit ist, spielt nicht", sagte Krupp. Zudem setzte er ein weiteres Länderspiel Mitte Dezember gegen die Schweiz durch, nachdem es nun schon vor der langen DEL-Saison Testpartien gibt.

Durch mehr Training im Sommer habe sich zum Beispiel das Überzahlspiel verbessert, sagte Felski und erinnerte sich humorfrei: "Es gab Zeiten, da hast Du Dich getroffen und einen Tag später ein Spiel gemacht, ohne etwas zu besprechen."

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