ATP Generali Open: Die Bilanz - Jubeln und Sudschinden im Kitzbüheler Sommer

Von Jens Huiber
Sonntag, 05.08.2018 | 08:00 Uhr
Das Publikum war der Star der Woche in Kitzbühel
© GEPA

Acht Tage Weltklassetennis bei den Generali Open 2018 - Zeit für eine persönliche Bilanz des ATP-World-Tour-250-Turniers in Kitzbühel.

Jeden Tag ein Wienerschnitzel - allerdings immer in einem anderen Lokal. Die Vorhersage vor den Generali Open wäre gewesen, dass exakt ein Restaurations-Betrieb im Raum Kitzbühel vom großen Plan von Denis Istomin profitieren würde. Nicht ein einziges Match auf Sand hatte der Usbeke gewonnen - bis zu seinem Start in der Gamsstadt. Macht bis zum Finaltag sieben Schnitzel in sieben verschiedenen Gaststätten.

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Apropos Essen: Im vergangenen Jahr kredenzte Turnierdirektor Alex Antonitsch Cedric Mourier am Finaltag einen Kaiserschmarrn. Der scheint dem französischen Referee so gut geschmeckt zu haben, dass er 2018 nationale und internationale Verstärkung mit nach Kitzbühel gebracht: Damien Dumusois und Carlos Bernardes. Für letzteren hatte der Food Corner in diesem Jahr übrigens auch ein brasilianisches Restaurant parat. Aber wer fährt schon nach Kitzbühel, um dann wie zuhause zu essen?

Der großartige Alex Kristan hat am Dienstagabend seinen Meister gefunden - und nicht überraschend war dies Marko Arnautovic. Kristans Parodien von Hans Krankl und Andreas Herzog sind mit "legendär" noch deutlich zu tief bewertet, den nachgemachten Arnautovic hat der Mann in Diensten von Westham indes höchstselbst als ausbaufähig eingestuft. Unübertroffen dagegen der Kicker selbst: Nur die ganz Großen würzen ein Gaudi-Fußballtennis-Match mit einem Fallrückzieher.

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Shoutout an dieser Stelle auch an Stadionsprecher Stefan Steinacher und sein Team um Dani Maier: Jeder noch so halb prominente Besucher wird nicht nur erkannt, sondern aus dem Stegreif auch mit bewegender Life-Story dem Publikum näher gebracht. Seien es aufstrebende Rollstuhl-Tennisfahrer, olympische Biathlon-Helden oder die Kicker des FC Huddersfield.

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Gesucht wird andererseits ein Vorname. Auf dem Walk of Fame. Guillermo, Vitas, Thomas, Juan Martin, Robin sind alle vertreten auf den Badges, die die Siegerliste des Tennisturniers in Kitzbühel dokumentieren. 1949 aber - da liest der geneigte Fan nur "Stingl". Ohne alles. Für sachdienliche Hinweise sind Redaktion und Veranstalter dankbar.

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Natürlich ist auch das Publikum zu loben: Nach dem Mittwoch war das Feld von Lokalfavoriten mehr oder minder befreit, die Tribünen dennoch voll. Und die Stimmung besser als es die Temperaturen eigentlich zuließen. Jubeln und Sudschinden, 2018 bei den Generali Open ein untrennbares Duo.

Kaum eine Ansage war während der Turniertage öfter zu hören, als jene, nach der ein Hupfer in den Schwarzsee nottun würde. Dominic Thiem und Dennis Novak haben diesen wohl dokumentiert vorgenommen - wer es von den anderen Spielern oder Fans versucht hat, wird festgestellt haben: Der Schwarzsee ist seinem Ruf als Wärmekonservator vollauf gerecht geworden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit.

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