Tennis

Wahl-Panamaer Oliver Marach kein Fußball-Experte: "Da bin ich Banane!"

Von APA
Marach kennt sich im Fußball nicht gut aus.
© GEPA

Österreichs Doppel-Star Oliver Marach ist unter den Tennis-Spielern vielleicht einer der wenigen, die mit Fußball nicht allzu viel am Hut haben. Doch der 37-jährige Steirer, der in diesem Jahr mit Partner Mate Pavic schon vier Turniere gewonnen hat, lebt seit 2007 in Panama. Deshalb kann er über den WM-Neuling Panama bzw. das mittelamerikanische Land Auskunft geben.

Marach ist seit 4. Juli 2009 mit der Panamaerin Jessie verheiratet und mittlerweile Vater zweier Töchter (Leah und Amelie). Der gebürtige Grazer war am Tag der ersten WM-Qualifikation zwar nicht im Lande, aber: "Ich weiß, was passiert ist, als sie sich qualifiziert haben. Da sind alle Leute auf die Straßen gegangen und haben geschrien. So etwas hat es noch nie gegeben. Da hat keiner mehr gearbeitet, es war eine Party wie man sich das in Rio beim Karneval vorstellen kann."

Der Präsident Juan Carlos Valera erklärte kurzerhand den Mittwoch nach der Qualifikation zum Nationalfeiertag. "Dass sie sich qualifiziert haben, ist ein Wahnsinn, das hätte sich keiner gedacht", betonte Marach im Gespräch mit der APA.

Oliver Marach: "Meine Frau kennt mehr Fußballer als ich"

Wenn man mit ihm ins Detail über Fußball gehen will, winkt Marach aber ab. "Ich darf das nicht laut sagen, aber ich bin von den Tennisspielern sicher der, der sich im Fußball am schlechtesten auskennt. Ich kenne nicht einmal viele Spieler vom Namen her, da bin ich Banane."

Selbst von Sturm Graz wisse er gerade, dass es den Club gibt. "Meine Frau kennt mehr Fußballer als ich. In Monte Carlo war irgendein berühmter Fußball-Spieler auf der Anlage, und ich war der einzige, der nicht gewusst hat, wer das ist. Alle haben sich über mich lustig gemacht", erzählte Marach schmunzelnd.

"Fußball ist nicht mein Ding, das Einzige, was ich anschaue, ist Champions League und Weltmeisterschaft." Und da wird er natürlich seiner Wahl-Heimat die Daumen drücken. Im Pool G wird er da Duelle gegen die starken Nationen England und Belgien sowie den für Panama wohl einzig schlagbaren Gegner, Tunesien, sehen.

Panama: Keine Steuern für ausländische Einkünfte

Über das Land Panama hingegen gerät Marach ins Schwärmen: "Mir gefällt es dort echt sehr gut. Ich bin ein extremer Wasser- und Sonnenmensch." Der Steirer fährt am Wochenende oft zu seinem Apartment am Strand, wo er alle Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung hat. "Ich versuche, mich auch über andere Sportarten fit zu machen", verriet Marach, der besonders gerne Squash spielt.

Seine Frau hat er schon 2006 kennengelernt, seit 2007 hat er seinen Hauptwohnsitz nach Panama verlegt. Die österreichische Staatsbürgerschaft werde er aber nie ablegen, versichert er. Mit rund 3,5 Mio. Dollar Brutto-Preisgeld hat sich Marach einen schönen Polster für die Zukunft geschaffen.

"Meine Frau hat das Geld Gott sei Dank gut angelegt. Ich habe sehr gut zu verdienen angefangen, als ich nach Panama gegangen bin. Und das war für mich steuerlich sehr gut." Der große Vorteil: Alle im Ausland erzielten Einkünfte müssen in Panama überhaupt nicht versteuert werden. "Wenn es innerhalb des Landes ist, sind es maximal etwa 20 Prozent", weiß Marach.

Doppel-Spezialist Oliver Marach: "Wir sind eine Raunzernation"

Auch im Hinblick auf seinen Nachwuchs hat er einiges in Immobilien angelegt. "Der Immobilienmarkt in Panama ist einer der besten der Welt, meine Frau passt auf alles auf, dass die Wohnungen vermietet sind." Allerdings verändere sich das Leben derzeit: "Panama ist sehr teuer geworden, wenn es so weitergeht, zerstören sie die Mittelschicht."

Das Lebensgefühl in Panama und auch seine Frau haben Marachs Mentalität nachhaltig beeinflusst. "Meine Frau hat mich zum Positiven geändert. Dort zu leben hat mich sehr verändert, auch die Einstellung. Wir sind halt mit den Deutschen zusammen ein bisserl eine Raunzernation. Die Panamesen (sic!) sind familiärer. Geld ist immer wichtig, aber Familie hat absolute Priorität. Das ist bei uns in Europa gefühlt nicht so, da ist mehr der Beruf oder Erfolg an erster Stelle."

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