Tennis

Valentin Kaftan gewinnt verrücktes Endspiel bei den HTT-Future-Finals

Von Claus Lippert
© Hobbytennistour

Nach einer semifinalen Machtdemonstration und einem 6:1, 6:0 Kantersieg über Jonah Modlik, hat Jungs...

Nach einer semifinalen Machtdemonstration und einem 6:1, 6:0 Kantersieg über Jonah Modlik, hat Jungstar Valentin Kaftan auf dem Weg zu seinem bislang größten HTT-Karriere-Erfolg einen eher durchwachsenen Finalauftritt folgen lassen, und trotzdem die 6. Auflage der HTT-Future-Finals 2018 im UTC La Ville gewonnen. Der 15jährige mühte sich am Mittwoch Abend gegen den zwei Jahre jüngeren Samuel Boruta insgesamt 1:22 Stunden durch ein Endspiel des 125. HTT-Saisonturniers, das er eigentlich gar nicht mehr hätte gewinnen dürfen. 2:6, 1:3, lag Kaftan in einem verrückt verlaufenden finalen Teenager-Showdown scheinbar aussichtslos zurück, als ihm das berühmt berüchtigte Momentum auf die Siegerstraße verhalf. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

Nach Anfangsnervosität dominiert Samuel Boruta eineinhalb Sätze lang seinen favorisierten Gegner und das Endspiel des 6. HTT-Future-Tour-Finals im UTC La Ville

Am Ende hatte sich der große Titelfavorit beim abschließenden Saisonfinale der besten HTT-Future-Spieler zwar durchgesetzt, Selbstläufer war der dritte Saisontitel des Valentin Kaftan im Jahr 2018 aber keiner. Entgegen allen Prognosen und Erwartungen, hatte nicht der favorisierte Prater-Cup-Future-Champion Valentin Kaftan den Ton am Centercourt des UTC La Ville angegeben, sondern der “Kleinste im Feld”, der Deutsch Wagram Future-Sieger Samuel Boruta gab die Richtung in diesem Finale des 717. Sandplatzturniers der Open Ära vor. Das Spiel beider Akteure litt zunächst massiv unter der durchaus verständlichen Anfangsnervosität, die angesichts eines so großen Endspieles beiden Spielern durchaus zugestanden werden muss. Unerwartet war in dieser Startphase allerdings die Dauer, mit der sich vorallem Kaftan mit seinem schwachen Nervenkostüm auseinander zusetzen hatte. Er, der eigentlich als mega cool gilt, und trotz seiner erst 15 Jahre recht abgebrüht wirkt, zitterte sich durch einen ersten Satz, in dem er nicht wirklich eine Chance hatte. Nach nur 14 Minuten hatte der 3fache Saisonsieger u.a mit 5 Doppelfehlern drei Mal seinen Aufschlag abgegeben, und einen 1:4 Rückstand zu beklagen, der am Ende nach insgesamt 25 Minuten zu einem 2:6 Satzrückstand angewachsen war. 10 Punkte hatte Boruta in diesem ersten Satz mehr gemacht als sein Gegner, der kein einziges seiner insgesamt vier Aufschlagspiele durchgebracht hatte.

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Boruta hat gegen lustlos wirkenden Kaftan bei 6:2, 3:1, und 6:2, 3:2 die riesige Gelegenheit die Vorentscheidung herbeizuführen

In der gut besuchten Halle hatten zu diesem Zeitpunkt beide Fan-Lager längst das Gefühl, einer finalen Überraschung beizuwohnen. Erst recht, als Kaftan auch zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht zu seinen Stärken fand, sich beinahe schon aufreizend lustlos über den Platz schleppte, demonstartiv keinerlei Pausen zwischen den Seitenwechseln einlegte, und sich in die Niederlage zu ergeben schien. Auf der anderen Seite ließ derweil Boruta sein großes Talent aufblitzen, bereitete sich immer wieder mit klasse gespielten Ballwechseln die entsprechenden Punkte vor, und seinem Gegenüber richtig krasse Kopfschmerzen. Ob Kaftan zwei Tage später erklären kann, wie und warum er dieses Match drehen, und am Ende gewinnen konnte, ist mehr als zweifelhaft. Es war tatsächlich aus dem Nichts heraus, und dieser oft strapazierte Begriff des Momentums, der dem 15jährigen auf die Sprünge und zurück ins Titelrennen hievte. Denn Boruta hatte bei 6:2, 3:1 eine Break-Chance zum 4:1 ausgelassen, und bei 3:2, 40:0 und eigenem Aufschlag die noch größere Möglichkeit vorgefunden, dem favorisierten Gegenüber endgültig den entscheidenden k.o.-Schlag zu versetzen. Die glückliche Fügung von oben in Form eines Netzrollers brachte schließlich die totale Wende. Ein kleiner gelber Filzball, der vom Netzband abgefälscht wird, unfassbar wie knapp Sieg und Niederlage im Tennis oft beieinanderliegen.

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Netzroller als Anfang vom Ende in Borutas Spiel, und Kaftan prolongiert die Siegesserie erfolgreicher Teenager bei den HTT-Future-Finals

Dieser Netzroller war der Anfang vom Ende aus Sicht Borutas, der in der Folge nach stark gespielten eineinhalb Sätzen keinen Fuß mehr auf die überdachte rote Asche am Altmannsdorfer Ast brachte. 11 Games in Serie sollten in der Folge an Kaftan gehen, der nur 34 Minuten nachdem er bei 2:6 und beinahe 1:4 vor der totalen finalen Pleite stand, zum großen Sieger avancierte. Der Entscheidungssatz wurde schließlich zum Abgesang Borutas, der nur mehr zu acht Punkten insgesamt kam, drei Doppelfehler servierte, und ohne einen Winner zu schlagen, mit 14 unforced errors ins Verderben lief. Kaftan hingegen wurde seiner Favoritenrolle im 1.320 HTT-Single-Turnier der Geschichte seit 1990 gerecht, und krönte sich mit 2:6, 6:3, 6:0 zum erfolgreichsten HTT-Future-Spieler des Jahres. Kaftan prolongierte mit seinem Sieg zudem die Erfolgsserie der HTT-Teenager bei den Future-Finals, die nun bei der 6. Auflage bereits den fünften Triumph feiern konnten. Zum vierten Mal nach 2013 Martin Haslinger, 2015 Moritz Mocker, und 2017 Florian Mayer gewinnt ein 15jähriger den finalen Future-Tour-Showdown, und damit ein GRATIS-Tennisjahr 2019 auf Österreichs größter Breitensport-Tennisserie.

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