Tennis

Szabados macht mit Sieg über Wolf die Gruppe A super-spannend

Von Claus Lippert
© Hobbytennistour

Vorjahresfinalist Matthias Wolf hat im Kampf um einen Platz im Semifinale der HTT-Tour-Finals 2018 e...

Vorjahresfinalist Matthias Wolf hat im Kampf um einen Platz im Semifinale der HTT-Tour-Finals 2018 einen herben Rückschlag einstecken müssen. Der 30jährige vom SKVS Flötzersteig musste sich in der Abendpartie des vierten Spieltages gegen Masters-Debütant Andreas Szabados nach 1:43 Stunden Spielzeit mit 6:4, 2:6, 2:6 geschlagen geben, und benötigt damit am Donnerstag im Duell mit dem serbischen HTT-US-Open-Sieger Vladimir Vukicevic einen Zweisatzsieg und Schützenhilfe des Ranglisten-Ersten Lukas Prüger, um sich zum zweiten Mal in Serie und so wie im Vorjahr für die Vorschlussrunde des großen Saisonfinales im UTC La Ville zu qualifizieren. Held des Abends war aber ganz ohne Zweifel Andreas Szabados, der sich mit einer höchst beeindruckenden Leistung in den Sätzen 2 und 3 seinen 40. Saisoneinzelsieg sicherte, und die Chance auf einen Platz im Semifinale wahrte. Von den HTT-Finals aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

Wolf holt ersten Satz vor den Augen seiner Eltern mit 6:4

Er wird es noch einmal machen müssen! Die Rede ist von Matthias Wolf und seinem im Vorjahr gelungenen Kunststück, sich im letzten Vorrunden-Match mit nur einem Sieg für das Semifinale des prestigeträchtigsten Hobby-Tennis-Turniers Österreichs zu qualifizieren. Der 30jährige verpasste nämlich am Dienstag Abend in der Night Session des vierten Vorrundenspieltages die Möglichkeit, sich mit einem Sieg über Masters-Neuling Andreas Szabados ein direktes Aufstiegsduell mit Serbiens Superstar Vladimir Vukicevic zu sichern. Wolf hatte am Ende einer für ihn ungünstig verlaufenden Partie nicht nur 21 Punkte weniger am Statistik-Konto als sein Gegenüber, sondern vorallem für seine Verhältnisse unfassbare 49 Eigenfehler produziert. Für einen Spieler wie Wolf, dessen Spiel von der Grundlinie auf Sicherheit und Konstanz aufgebaut ist, quasi der sichere Untergang. Es war freilich ein schleichender Untergang des Matthias Wolf, der vor den Augen seiner Eltern eigentlich eine Start nach Maß hinlegte. Gleich ein Break zum 2:0 eingefahren, selbst bei eigenem Aufschlag souverän und 3:0 in Führung liegend, ließ sich Wolf auch nicht aus dem Konzept bringen, als er das Re-Break zum 3:4 kassierte. Ein zweites Break zum 6:4, brachte Wolf im dritten direkten Saisonduell mit Szabados vermeintlich auf die Siegerstraße.

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Szabados startet im zweiten Satz seine beste Saisonleistung

Kaum jemand in der Halle und daheim am Live-Ticker hatte nämlich in diesen Stunden damit gerechnet, dass sich Heißsporn Andreas Szabados aus dieser misslichen Lage befreien würde, und vorallem in einem Stil, der den Zusehern in der Halle höchste Bewunderung abringen sollte. Im dritten Duell mit Wolf feierte Szabados also am Ende seinen ersten Sieg. Und das auch, weil der 29jährige Niederösterreicher seine mit Abstand beste Saisonleistung just im wichtigsten Match abliefern konnte. Das war schon große Klasse, wie der 3fache Saisonsieger und von der Konkurrenz müde belächelte Ranglisten-Siebente, den Vorjahresfinalisten und 4fachen Saisongewinner in den Sätzen 2 und 3 an die Wand spielte. Szabados schnappte sich die Breaks zum 2:1 und 4:1, agierte selbst bei seinen Aufschlagspielen in ganz großem Stil, und holte Mitte des Satzes sogar einmal 11 Punkte in Folge. In gleichem Maße wie Szabados immer stärker wurde, baute Wolf ungewohnter Weise immer mehr ab. Nur 6 Punkte bei 16 Fehlern, nicht eine einzige Break-Chance, und was nützen 82 Prozent an ersten Aufschlägen, wenn nur zu 39 Prozent am Ende auch der Punkt herausschaut. Wolf mit elenden statistischen Daten, während Szabados indes sogar mutig wurde, und fortan sein Glück am Netz versuchte.

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Szabados sorgt für Glückseeligkeit bei seinem Anhang und für eine superspannende Aufstiegs-Konstellation in Gruppe A

In der Entscheidung des dritten Satzes, gelang Szabados dann das erste Break zum 2:1, vorallem aber die Art und Weise wie er zu Null als Rückschläger für die Vorentscheidung sorgte, ließ erkennen, dass Wolf an diesem Abend nicht mehr die nötige Substanz hatte, zurückzuschlagen. Auch die Körpersprache des 30jährigen am Centercourt wirkte ungewohnt und befremdlich, während Szabados längst im Flow agierend, seinen Auftritt am Centercourt vor den Augen seiner Freundin Jasmin voll genoss. Mit 4:6, 6:2, 6:2 hatte der 29jährige Niederösterreicher am Ende nicht nur für Glückseeligkeit im Hause Szabados, sondern auch für eine unglaublich spannende Konstellation am Schlusstag der Gruppe A gesorgt. Denn da können durch den Szabados-Sieg nun alle vier Spieler mit einem entsprechenden Ergebnis das Halbfinale erreichen. Prüger steht fix unter den Top 4, allerdings noch nicht als Gruppensieger fest. Der könnte am Ende nämlich sogar noch Szabados heißen, wenn er das letzte Match gegen den Ranglisten-Ersten gewinnt, und Wolf gegen Vukicevic erfolgreich sein sollte. Der Serbe wiederum ist egal ob mit einem Sieg in 2 oder 3 Sätzen fix durch, und Wof benötigt einen Zweisatzsieg und Schütenhilfe von Lukas Prüger. Bleibt Szabados selbst, und der hat wohl die meisten Optionen für sich. Allerdings nicht alleine in seiner Hand. Mit einem Sieg über Prüger könnte er – im Falle einer Vukicevic-Niederlage – zwar noch den Gruppensieg holen, sollte Serbiens Altmeister aber gegen Wolf die Revanche für die letztjährige Semifinal-Niederlage bei den “Finals” gelingen, dann würde Szabados selbst ein Sensationssieg über die Nummer 1 nicht helfen.

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“Ich möchte der Erste sein, der Prüger bei den Tour-Finals der HTT eine Niederlage zufügt”

“Die Ausgangslage ist mit eigentlich völlig egal. Ich will einfach nur so weiter spielen wie gerade eben im zweiten und dritten Satz. Am liebsten würde ich jetzt gleich gegen den Lukas spielen, und ich möchte der Erste sein, der ihm bei den Tour-Finals eine Niederlage zufügen kann. Falls es sich dann so ergeben sollte, dass der Matthias Wolf den Vladi Vukicevic schlägt, dann ist der Gruppensieg für mich a’la Roger Federer heuer in London auch noch möglich. Schauen wir mal was da noch kommt. Der Sieg gegen Wolf heute Abend ist für mich fast nur Nebensache. Am meisten freue ich mich über meine Leistung heute. Abgesehen von den ersten drei Games, aber dann habe ich soviele Winner und Volleys eingebaut, wie noch nie in meinem Tennisleben”, strahlte der verdiente Sieger bei der Pressekonferenz nach seinem 40. Saison-Einzelerfolg.

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“Meine Leistung war inferior, aber es ist noch nicht vorbei”

“Ich hatte heute überhaupt keinen Touch, die falsche Taktik, keine Bewegung und ich war auch körperlich nicht auf der Höhe. Mental war ich noch nie so schwach wie heute, und ja, wenn man das alles zusammenzählt, dann kommt so ein Ergebnis heraus. Szabados hat im zweiten und dritten Satz auch hervorragend gespielt und keine Schwächen mehr offenbart. Er hat das souverän zu Ende gespielt, und mich nicht mehr zurück ins Spiel kommen lassen. Meine Leistung war zusammengefasst inferior, aber nach drei inferioren Sätzen ist trotzdem noch nicht alles vorbei. Das ist das Gute an diesem Abend”, so Wolf, der dann noch einen Ausblick auf den Super-Donnerstag in Gruppe A machte. “Ich brauche Hilfe von der Nummer 1, aber ich kenne den Lukas, der ist ein Vollblut-Sportler, der will den dritten Sieg unbedingt haben, der zieht das Vollgas durch. Ich hätte dann meinen Showdown mit dem Vladi. Letztes Jahr gegen den Alex Schager war es im letzten Gruppenspiel vielleicht ein bisserl leichter, weil der Vladi wird topmotiviert gegen mich sein, um Revanche für die Semifinal-Niederlage im letzten Jahr zu nehmen. Es ist alles drinnen, ein Zwiesatzsieg für beide Spieler, und falls ich nur in drei Sätzen gewinnen sollte, dann habe ich es in den zwei Matches davor schon vergeigt. Ich freue mich auf das Duell, der Druck lastet nicht bei mir. Ich war im Vorjahr schon einmal im Finale. Ich habe eine gute Saison gespielt, auch wenn jetzt am Höhepunkt die Form und die Fitness nicht ganz da sind. Aber wiegesagt: Vladi ich freue mich schon auf Donnerstag”.

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