Niedhart mit 34 Jahren erstmals in einem HTT-Grand-Slam-Finale

Von Claus Lippert
Mittwoch, 06.06.2018 | 21:07 Uhr
© Hobbytennistour

Routinier Christoph Niedhart greift bei der 27. Auflage der HTT-French-Open im UTC La Ville nach sei...

Routinier Christoph Niedhart greift bei der 27. Auflage der HTT-French-Open im UTC La Ville nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Der 34jährige blieb am Dienstag Abend im zweiten Semifinale des mit 2000 Punkten dotierten Sandplatzklassikers am Altmannsdorfer Ast im clubinternen Duell gegen seinen Heeres-TC Mannschaftskollegen Dominik Negrin in zwei Sätzen siegreich, und buchte nach 1:31 Stunden Spielzeit mit einem letztlich verdienten 6:4, 6:3 Erfolg sein Endspielticket für den am Donnerstag Abend stattfindenden finalen Showdown beim größten Sandplatzturnier des Landes gegen Rumäniens Jungstar Eric Adochitei. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

Niedhart ohne jeglicher Turnierpraxis im Endspiel des vielleicht besten HTT-Turniers aller Zeiten

In einem mit Topstars nur so gespickten Tableau des 27. tennislife.at Mai Grand Slam Turniers, avanciert Christoph Niedhart nach mittlerweile sechs absolvierten Spieltagen immer mehr zur ganz großen und höchst positiven Überraschung. Angesichts seiner spielerischen Klasse ist der Finaleinzug beim 106. HTT-Grand-Slam-Turnier der Geschichte natürlich nicht überraschend, dass sich aber ausgerechnet der 34jährige zum großen Herausforderer der diesmal von Eric Adochitei angeführten HTT-Jugend herauskristallisieren würde, kommt dann bei näherer Betrachtung der Umstände doch unerwartet. Nach den Aufwärmübungen gegen Robin Reich und Wolfgang Tritthart, folgten der schwere Gang gegen Alexander Schager, der Kraftakt gegen Jungstar Markus Klaus und das emotinale Derby gegen Dominik Negrin. Alles andere als Laufkundschaft die Niedhart da auf dem Weg in sein zweites HTT-Karriere-Finale nach dem September-HTT-500-Turnier auf Donaufeld im Jahr 2016 aus dem Weg räumte. Und das ohne jeglicher Match- und Turnierpraxis. Ein erstaunlicher Umstand genauso wie jenes Faktum, dass Niedhart körperlich trotz fünf harter Partien in fünf Tagen noch immer fit für den ganz großen Coup scheint.

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Niedhart holt ersten Satz nach 45 Minuten mit 6:4

Mit dem letztlich überzeugenden Einzug in sein erstes HTT-Major-Karriere-Endspiel krönte Niedhart vorläufig einmal eine phantastische HTT-French-Open-Darbietung, die ihren bisherigen Höhepunkt mit der semifinalen Vorstellung gegen Dominik Negrin fand. Das mit Spannung erwartet Club-Duell der beiden Heeres-TC Asse am Centercourt des UTC La Ville brachte speziell zu Beginn des ersten Satzes begeisterndes und hochklassiges Tennis. Ein feiner Volley hier, ein Tweener da, dem Publikum wurde eine phantastische Anfangsphase geboten, in der Negrin gleich im Auftaktgame ein 40:0 ungenützt ließ und früh das erste Break kassierte. Der 32jährige schlug aber postwendend zurück, ehe sich das im Vorfeld erwartete Spiel entwickelte. Niedhart bediente sich seines gewohnt aggressiven Spielstiles, und versuchte speziell mit seiner Vorhand entsprechend Druck auszuüben, während Negrin den defensiveren Part annahm, und über die Rückhand seines Gegners agierend, sein Glück versuchte. Das letztlich entscheidende Break in Durchgang 1 gelang Niedhart dann zum 3:2, wobei Negrin wie schon im ersten Aufschlagspiel wieder eine 30:0 Führung ausgelassen hatte, und nach 45 Minuten den ersten Satzverlust bei den HTT-French-Open 2018 beklagte

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Niedhart mit Top-Service-Statistiken und scheinbar bereit für den finalen battle mit Rumäniens Jungstar Adochitei

Satz Nummer 2 entwickelte sich dann eine halbe Stunde lang höchst ausgeglichen. Ergebnistechnisch sowieso, brachten beide Akteure doch ihre Aufschlagspiele bis 3:3 mehr oder minder problemlos durch. Dazu das gewohnte Bild aus Durchgang 1 mit dem offensiveren, risikobereiteren Niedhart, der mit seiner Vorhand das Match dominierte und ab und an für glanzvolle Höhepunkte sorgte. Auf der anderen Seite des Netzes ein HTT-Erste Bank Open 500 Sieger von 2014, der natürlich als Clubkollege um die Gefährlichkeit der Vorhand seines Gegenübers wusste, und mit einer permanenten Rückhand-Massage Niedharts Angriffsbemühungen neutralisierte. Das letztlich vorentscheidende Break gelang Niedhart dann zum 4:3, und damit war die Messe für diesen Tag gelesen. Denn der 34jährige zeigte bei eigenem Aufschlag nicht den Hauch einer Unsicherheit. Im Gegenteil: Niedhart imponierte mit Service-Statistiken, die auch im Endspiel gegen Adochitei behilflich wenn nicht sogar notwendig sein werden. Nicht einen Breakball ließ der Routinier zu, und 100 Prozent an Punkten nach dem ersten Aufschlag demonstrierten auch ganz deutlich, dass der 34jährige für den finalen “battle” mit Adochitei gerüstet ist.

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