Nathalie Gratzl beendet beim Mai-Challenger Durststrecke der HTT-Ladies

Von Claus Lippert
Donnerstag, 24.05.2018 | 15:29 Uhr
© Hobbytennistour

Teenie-Star Nathalie Gratzl hat ihren Siegeszug auf der roten Asche des UTC La Ville durchgezogen, u...

Teenie-Star Nathalie Gratzl hat ihren Siegeszug auf der roten Asche des UTC La Ville durchgezogen, und am letzten Dienstag Nachmittag – für viele HTT-Insider erwartet – die 12. Auflage des Mai-Challenger-Turniers als erste weibliche Spielerin gewonnen. Die 13jährige Niederösterreicherin blieb auch bei ihrem fünften Auftritt im Rahmen des 39. HTT-Saisonturniers ohne Satzverlust, und zwang im Endspiel Comebacker Matthias Rübenbauer in 1:24 Stunden Spielzeit mit 6:2, 7:6 in die Knie. Mit ihrem ersten HTT-Karriere-Titel sorgte die frischgebackene HTT-Championesse zudem für einige höchst bemerkenswerte Fakten in Sachen HTT-Damentennis. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

Talentschmiede der Tennisschule Norbert Richter bringt mit Nathalie Gratzl erstmals eine junge Dame als Siegerin hervor

Die mit einem schier unerschöpflichen Reservoir an jungen erfolgreichen Tennisspielern ausgestattete Talentschmiede der Tennisschule Norbert Richter in Muckendorf hat wieder ein neues HTT-Siegergesicht zum Vorschein gebracht. Nach den arrivierten HTT-Stars Martin Mayer, Mathias Wagner, Patrick Joksch, Johnny Ye, Matthias Wurzer und Nils Klermund, hat nun mit Nathalie Gratzl erstmals auch eine junge Dame vom TK Big Point Muckendorf für Feierstimmung im Tullner Feld gesorgt. Die 13jährige beendete im Endspiel des 12. Mai-Challengers im UTC La Ville mit einem letztlich klaren Zweisatzerfolg über Matthias Rübenbauer eine neunnonatige Durststrecke ohne weiblichen Turniersieg, und sorgte mit dem insgesamt 14. Damentitel der Open Ära für den ersten weiblichen Turniersieg 2018 und ersten “female Titel” seit August letzten Jahres, als die Bolivianerin Hortencia Birnbaumer beim TC Terra Rossa den Titel des August-HTT-150-Turniers nach Südamerika entführte.

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Gratzl nach nervösem Beginn und 0:2 Rückstand mit sechs gewonnenen Games in Serie zur 1:0 Satzführung

Der Start in das 39. Saisonfinale verlief erwartungsgemäß fehlerhaft von beiden Seiten, zumal sowohl Gratzl als auch Rübenbauer ihre Final-Premiere gaben. Das erste Mal auf großer Bühne am Centercourt mit Blick auf die Trophäe hemmte die beiden Endspiel-Debütanten, die nervös beginnend über die rote Asche am Altmannsdorfer Ast rutschten. Gratzl startete mit Doppelfehler und einem früh kassierten Break, Rübenbauer benötigte – Fehler am laufenden Band produzierend – vier Spielbälle um das früh geschaffte Break mit dem Game zum 2:0 zu bestätigen. Als Gratzl im dritten Game erstmals in ihrem ersten HTT-Karriere-Finale angeschrieben hatte, wurde der Teenager lockerer, frecher und angriffslustiger. Auch beim Return, und das wiederum förderte Rübenbauers Hang zu Doppelfehlern. Gleich zwei am Stück machte der 34jährige in seinem zweiten Aufschlagspiel, das im Re-Break zum 2:2 endete. 15 Minuten später war der erste Satz auch schon durch, hatte Gratzl mit sechs Games in Folge die Weichen Richtung Titelgewinn gestellt, und ihren Gegner damit unter Druck gesetzt.

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Zweiter Satz endet mit spannendem Finish im Tie-Break

Rübenbauer, der übrigens am 12. Jänner 2007 mit einer 3:6, 5:7 Erstrundenniederlage gegen Florian Dinter beim Jänner-HTT-500-Turnier sein HTT-Debüt feierte, nahm die Herausforderung “Aufholjagd” kampfeslustig an, und ging nach einer Breakorgie am Centerrcourt des UTC La Ville zwischenzeitlich mit 4:2 in Führung. Im berühmt berüchtigten siebenten Game unterlaufen Rübenbauer dann wieder etliche Doppelfehler, die Gratzl zurück in diesen zweiten Satz und ins Spiel bringen. Und in diesem Finish beweist die 13jährige neben ihren spielerischen Fähigkeiten auch mentale Klasse. Nachdem sie ein weiteres Break zum 4:5 kassierte, spielte der Teenie-Star in der Folge groß auf, und glänzte u.a. mit einem genialen Lob zum 5:5 und ihrem ersten und einzigen Ass zur 6:5 Führung. Die Entscheidung fiel dann im Tie-Break, der spannender hätte nicht verlaufen können. Zunächst hatte Rübenbauer bei 6:5 einen Satzball, den der 34jährige mit einem Vorhand-Fehler verhaute. Bei 7:6 durfte dann Gratzl mit ihrem ersten Matchball am Titel schnuppern, doch “Rübe” schüttelte just in diesem Moment einen präzise platzierten Service-Winner aus dem Handgelenk. Um 17:46 Uhr beim zweiten Matchball war es aber dann soweit. Eine Slice-Rückhand Rübenbauers segelt ins Aus, und der 6:2, 7:6 Triumph der Nathalie G. war perfekt.

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Die Stimmen zum Endspiel beim 12. Mai-Challenger 2018

“Ich freue mich sehr über meinen ersten Turniersieg auf der HTT. Anfangs war ich sehr nervös, aber auch extrem motiviert in mein erstes Finale gegangen. Vorallem im ersten Satz war es bei dem starken Wind extrem schwierig, sich auf den Ball und die Schläge einzustellen”, strahlte die Siegerin, die sich nach geschlagener Schlacht am Centercourt ein Wiener Schnitzerl als Belohnung gönnte. Und das war höchst verdient, zumal die 13jährige als insgeamt erst 10. Dame der HTT-Geschichte ein mit Männern besetztes HTT-Turnier gewinnen konnte. Mit dem Erfolg beim Mai-Challenger avancierte Gratzl zum 460. Siegergesicht der HTT-Open Ära seit 1990 und mit 13,1 Jahren zog “Nathie” so nebenbei auch noch als zehntjüngste Turniersiegerin der Geschichte in die ewigen Bestenliste der jüngsten HTT-Titelträger ein. “Gratulation an Nathalie zum Turniersieg. Leider konnte ich an meine Leistungen aus dem Viertel- und Semifinale heute nicht anschließen. Ich glaube die Statistik über meine unerzwungenen Fehler spricht Bände. So eine Bilanz kann man sich in einem Finale einfach nicht leisten. Im zweiten Satz wurde es zumindest noch einmal spannend, und ich muss meiner Gegnerin zum Finish gratulieren. Wie sie trotz ihres jungen Alters routiniert und abgebrüht reagiert hat, zeugt von großer Klasse”, betonte der unterlege Matthias Rübenbauer.

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