Enttäuschender Halbfinal-Abend bei den 27. HTT-Australian-Open im UTC La Ville

Von Claus Lippert
Mittwoch, 24.01.2018 | 16:38 Uhr
© Hobbytennistour

Mit einer riesigen Enttäuschung ist am Dienstag zu später Stunde der Semifinal-Abend der 27. Auflage...

Mit einer riesigen Enttäuschung ist am Dienstag zu später Stunde der Semifinal-Abend der 27. Auflage der HTT-Australian Open im UTC La Ville zu Ende gegangen. Nach insgesamt nur eineinhalb Stunden Tennis war der glanzvoll und hochkarätig erwartete halbfinale Showdown auch schon wieder vorüber, und hatte der angesetzte Doppelpack im Kampf um die beiden Endspiel-Tickets für das erste Grand-Slam-Turnier der neuen HTT-Saison mit vier eigentlich großartigen Tennisspielern brutalen Schiffbruch erlitten. Tennis-Schmalkost in bei ihm noch nie gesehener Art und Weise lieferte dabei der Ranglisten-Erste Lukas Prüger ab, der gegen Jänner-HTT-500-Champion Markus Neuhauser in ein 64minütiges 2:6, 2:6 Debakel lief. Nach knapp mehr als einer halben Stunde war dann auch noch das zweite Semifinale des Jänner-Grand-Slam-Turniers vorüber. Vukicevic-Bezwinger Max Berger musste in einer Neuauflage des Jänner-HTT-500-Semifinales gegen CTP Pötzleinsdorf-Aushängeschild Philipp Jahn beim Stand von 3:6, 0:1, mit unerträglichen Schmerzen im rechten Oberarm aufgeben, und seine Ambitionen auf die erste HTT-Major-Finalteilnahme frühzeitig ad acta legen. Im großen Finale – übrigens best of five und am Mittwoch Abend ab 20:15 Uhr LIVE auf www.hobbytennistour.at – kommt es daher zum zweiten Duell zwischen Markus Neuhauser und Philipp Jahn binnen einer Woche. Ein Bericht von C.L

Berger verletzt, Prüger mit unterirdischer Leistung – Semifinal-Abend endet enttäuschend

Das 105. HTT-Grand-Slam-Turnier der Open Ära gipfelt in seiner entscheidenden Phase erneut in einem Duell zwischen Markus Neuhauser und Philipp Jahn, und damit fehlt im ersten ganz großen Finale der neuen HTT-Saison der Name des letztjährigen Überfliegers und überlegen führenden Ranglisten-Ersten Lukas Prüger. “Das war unterirdisch”, kommentierte der amtierende HTT-Tour-Finals-Champion seinen an Tiefpunkten kaum überbietbaren semifinale Auftritt am gestrigen Dienstag Abend am Centercourt des UTC La Ville. Der 19jährige war in gerade einmal 64 Minuten von einem solide spielenden Markus Neuhauser geradezu vorgeführt worden, und mit einem tief enttäuschenden 2:6, 2:6 zum dritten Mal nach 2014 und 2016 im Semifinale der HTT-Australian Open gescheitert. Dabei war der erstmals in ein HTT-Grand-Slam-Turnier als Nummer 1 gestartete Lukas Prüger mit jeder Menge Selbstvertrauen und breiter Brust zu seinem insgesamt 16. Karriere-Semifinale und vierten Grand-Slam-Halbfinale seiner Laufbahn angereist. Kein Wunder, war der Jungstar vom Schwechater TC doch auf allerhöchster HTT-Ebene seit 9 Grand-Slam-Matches ungeschlagen, und mit 40 Siegen aus seinen letzten 41 Spielen vollgepumpt mit Selbstbewusstsein in sein erstes Duell mit dem frischgebackenen Jänner-HTT-500-Sieger Markus Neuhauser gegangen.

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Prüger mit desaströsester Leistung seiner Karriere

Doch schon nach 17 Minuten war Prügers Spiel in seinen Grundfesten erschüttert. 0:4 lag der HTT-Branchen-Primus mit zwei kassierten Breaks zurück, ein klassischer Fehlstart wie ihn der 7fache Titelträger der letzten Saison zuletzt im Vorjahres-Halbfinale der HTT-French-Open gegen Matthias Wolf hingelegt hatte, als er sich sogar ein 0:6 einhandelte. Diese Schmach blieb Prüger am Abend des 23. Jänner 2018 zwar erspart, doch am erlittenen Desaster änderte das nichts. Zwar betrieb der 19jährige im fünften Game nach einem durchgebachten Aufschlagspiel Ergebniskosmetik zum 1:4, doch nach drei ausgelassenen Break-Chancen zum möglichen 2:4 musste der Ranglisten-Leader Minuten später den ersten Satzverlust im Verlauf des Turniers mit 2:6 hinnehmen. Doch es sollte noch weitaus schlimmer kommen! Das insgesamt eher bescheidene Niveau dieses Semifinal-Krachers wurde zu Beginn des zweiten Durchgangs deutlich, als auch Markus Neuhauser plötzlich jenseits von Gut & Böse agierte, und bei 0:1 und eigenem Aufschlag eine sicher scheinende 40:15 Führung mit vier Fehlern gegen einen längst angeschlagenen Gegner verjuvte. Prüger hatte sein erstes Break “geerbt”, auf 2:0 gestellt, und seine Fans daheim am Live-Ticker vom zweiten HTT-Grand-Slam-Titel nach den HTT-French-Open 2017 träumen lassen. Es wurde ein Albtraum, denn trotz der kurzfristigen 2:0 Führung fand Prüger nicht mehr zu seinem Spiel. Ja mehr noch, war der Ranglisten-Erste nicht einmal in der Lage, taktisch variabler an das anstehende Problem ranzugehen. Es folgte die desatröseste Viertelstunde der Prüger-Karriere, in der der 19jährige völlig von der Rolle agierend mit 0:12 Punkten en suite von einem 2:0 in ein 2:3 stolperte.

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Trotz semifinaler Pleite – Lukas Prüger startet Malediven-Urlaub als Nummer 1 der HTT und mit 2.530 Punkten Vorsprung auf Vladimir Vukicevic

Insgesamt waren es am Ende sechs Games in Folge die Prüger verlor, darunter vier zu Null und ohne Punktgewinn. Nur 4 Winner bei 16 unerzwungenen Fehlern, nicht einem einzigen Punktgewinn wenn er über den zweiten Aufschlag musste, Prüger war wohl froh und erleichtert, als das traurige Schauspiel um 18 Minuten nach 21 Uhr endlich sein Ende fand. Zum ersten Mal nach 9 Turnieren in Serie war Prüger vor dem Finale ausgeschieden, und dementsprechend demoralisiert und ratlos. “Ich habe keine Erklärung für meine heutige Vorstellung. Sowas ist mir noch nie passiert. Man kann einmal einen schwachen Tag haben, aber derart schlecht habe ich überhaupt noch nie gespielt. Ich war heute nicht einmal in der Lage, mein Spiel umzustellen und was anderes zu probieren. Was soll’s, es gibt Schlimmeres. Das ist alles nur ein Spiel, obwohl es natürlich heute keinen Spaß gemacht hat”, bilanzierte Prüger. Und in der Tat, ging nur ein Tennisspiel verloren, eines das die Leistung und Performance der HTT-Nr. 1 in den vergangenen Monaten nicht schmälern kann. 40 seiner letzten 42 Matches auf der Hobby-Tennis-Tour gewonnen, die Ranglisten-Führung von 970 Punkten auf 2530 Punkte ausgebaut und einen wohlverdienten Malediven-Urlaub vor Augen, alles Gut im Hause Prüger, der aus dieser Niederlage lernen, und gestärkt auf die Tour zurückkehren wird.

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Maximilian Berger muss Semifinale gegen Philipp Jahn verletzt aufgeben! Damit steht der HTT im Endspiel der HTT-Australian-Open die Neuauflage des vorwöchigen Jänner-HTT-500-Finales ins Haus

Prüger-Bezwinger Markus Neuhauser trifft derweil in seinem ersten HTT-Grand-Slam-Finale am Mittwoch Abend in einer Neuauflage des vorwöchigen Jänner-HTT-500-Endspieles auf Philipp Jahn, der im Semifinale von der verletzungsbedingten Aufgabe Maximilian Bergers profitierte. Der 21jährige vom Hietzinger TV musste mit starken Schmerzen im oberen Bereich seines Schlagarmes nach dem ersten Game des zweiten Satzes beim Stand von 3:6, 0:1, aufgeben, und seine Träume vom ersten HTT-Major-Finale seiner Laufbahn begraben. Jahn hatte schnell 5:1 geführt, Berger sich zwischenzeitlich auf 3:5 herangekämpft, am Ende aber schon während des ersten Durchgangs gespürt, dass er sein erstes HTT-Grand-Slam-Finale nicht beenden wird können. Philipp Jahn hingegen hat auf dem Weg ins Endspiel ein bei Grand-Slam-Turnieren noch nie dagewesenes “Masel” zu verzeichnen. Während andere Spieler durch den härtesten Raster aller Zeiten fighten müssen, kam der an Nr. 13 gesetzte Wiener sowohl in Runde 3 gegen Martin Vesely als auch im Achtelfinale gegen Kevin Köck kampflos weiter. Und jetzt im Halbfinale auch noch die Aufgabe von Maximilian Berger, also Kraft für den finalen Showdown gegen Markus Neuhauser muss genug vorhanden sein!

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