Martin Zehetner peilt im 4. Versuch erstes HTT-French-Open-Finale an

Von Claus Lippert
Dienstag, 13.06.2017 | 12:48 Uhr
© Hobbytennistour

Martin Zehetner hat am Montag Nachmittag den vielleicht schwierigsten Brocken auf dem Weg zu seinem ...

Martin Zehetner hat am Montag Nachmittag den vielleicht schwierigsten Brocken auf dem Weg zu seinem ersten HTT-Grand-Slam-Titel aus dem Weg geräumt. Der 36jährige vom TC Deutsch Wagram kämpfte im mit Spannung erwarteten Viertelfinalschlager des 26. NABO Mai Grand Slam Turniers den steirischen Mastersfinalisten Alexander Schager in exakt 100 Minuten mit 7:5, 6:4 nieder und steht damit zum vierten Mal in Serie nach 2014, 2015 und 2016 im Semifinale des bedeutendsten Sandplatzturniers der Hobby-Tennis-Tour. Dort trifft der 2fache Kitzbühel-Sieger nun auf den an Nummer 2 gesetzten Philipp Schneider, der in der viertelfinalen Night Session gegen Filip Markovic nach vier abgewehrten Matchbällen noch einmal den Kopf aus der Schlinge zog, und sich mit 7:6, 4:6, 7:6 für sein insgesamt sechstes HTT-Grand-Slam-Karriere-Semifinale qualifizierte. Ein Bericht von C.L – Fotos von Mathias Wagner

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Alexander Schager bleibt nach Viertelfinal-Aus gegen Martin Zehetner der beste Spieler der Hobby-Tennis-Tour ohne Titel

30 Winner und 1 Ass haben am Ende nicht gereicht! Steiermarks HTT-Export Alexander Schager bleibt weiter der beste Spieler der Hobby-Tennis-Tour ohne Turniersieg und der einzig titellose HTT-Star aus den aktuellen Top Ten der Entry-List. Der 21jährige Leobener ging am Montag Nachmittag im ersten Viertelfinale des fünften Spieltages der HTT-French-Open und im ersten direkten Duell mit dem 2fachen Kitzbühel-Champion Martin Zehetner als 5:7, 4:6 Verlierer vom Platz, und verpasste damit sein erstes Grand-Slam-Semifinale seit den HTT-US-Open im Jahre 2015. Bei drückend schwülen Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke und extrem schnellen Bedingungen durfte sich Schager im Vorfeld eigentlich seriöse Chancen ausrechnen, gegen den mit den Verhältnissen am Altmannsdorfer Ast hadernden Gegner das bessere Ende für sich zu haben. Doch Schager war es letztlich, der in den entscheidenden Phasen dieses Viertelfinal-Hits patzte. Nach je einem Serviceverlust, ging es im ersten Durchgang mit dem Aufschlag bis 6:5, ehe der Ranglistenfünfte aus der grünen Mark mit einem 60 Sekunden-Blackout und zwei Doppelfehlern am Stück sein eigenes Schicksal selbst besiegelte. Zehetner schaffte das Break zum 7:5, und hätte sich mit etwas Nachdruck und positiverer Einstellung das Leben an diesem heißen Sommer-Nachmittag im UTC La Ville um einiges leichter machen können.

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Zehetner reibt sich trotz Semifinaleinzug weiter an den Verhältnissen beim 26. NABO Mai Grand Slam Turnier

Selbst nach gewonnenem ersten Spiel im zweiten Satz, einem frühen Break zum 2:0 und Spielbällen zum wohl vorentscheidenden 3:0 konnte es der 36jährige nicht lassen, sich über die Verhältnisse am Centercourt zu echauffieren. Die Folge waren nicht etwa andere Bedingungen, sondern ein dem Konzentrationsverlust geschuldeter Doppelfehler, der nicht nur das Re-Break zum 1:2 bedeutete, sondern Schager noch einmal stark machte und zurück in die Partie hievte. Zehetners Glück aber war, dass sein Gegenüber an diesem Tag beim Aufschlag eine unterirdische Performance ablieferte, und insgesamt sechs Breaks kassierte. Damit war dem Routinier vom TC Deutsch Wagram geholfen, denn selbst offenbarte der an Nummer 9 gesetzte Marchegg-Open-Sieger im Folge-Game auch Defizite beim Versuch endgültig den Sack zu zumachen. 11 Minuten dauerte Zehetners Aufschlagspiel, ehe er ein 40:0 ausgelassen hatte, und mit der vierten Break-Möglichkeit seines Gegners das erneute Re-Break zum 2:3 hinnehmen musste. Die unansehnliche Break-Orgie hatte erst ein Ende, als Schager bei 3:4 seinen Aufschlag zum 4:4 durchbrachte, und das Match in seine entscheidende Phase eintrat. Dort legte Zehtener trotz Doppelfehler Nr. 4 mit durchgebrachtem Service die Weichen Richtung Semifinale, weil Schager im Anschluss in seinem letzten Aufschlagspiel noch einmal das ganze Potpourri an möglichen Fehlern zeigte. Ein missglückter Stopp, ein ins Out beförderter Volley, eine verschlagene Rückhand, und als krönenden Höhepunkt – sowie als Kopie des Satzballes in Durchgang 1 – ein an der Netzkante hängen bleibender Vorhandball, zu Null hatte sich Schager am Ende selbst aus dem Turnier befördert.

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Alexander Schager doch nicht im Kuerten-Style, und der seit 11 Spielen ungeschlagene Martin Zehetner will im 4. Versuch endlich ins Endspiel der HTT-French Open

Der 21jährige Steirer zeigte sich nach dem Spiel dann auch dementsprechend enttäuscht. Einerseits von der eigenen und mit insgesamt 47 unforced errors und 7 Doppelfehlern eher bescheidenen Darbietung, und andererseits vom Spiel seines Gegners, mit dem der Mastersfinalist aus Leoben so gar nichts anfangen konnte. “Meine Fans daheim am Live-Ticker haben gecheckt ob was mit der Internetverbindung nicht passt, so langsam war das Spiel phasenweise. Zwischen den Ballwechsel hätte ich ein Buch lesen können”, waren die markigsten Sprüche des Ranglisten-Fünften, der eigentlich dieser Tage vor hatte, im Stile von Gustavo Kuerten aufzutreten. Der Brasilianer war 1997 ohne Turniersieg nach Paris zu den French Open gekommen, um sich dort dann die Sandplatzkrone aufzusetzen und den Grand-Slam-Titel in Roland Garros zu holen. Apropos erster Grand-Slam-Titel: Das ist auch Thema im Hause Zehetner, und anno Juni 2017 stehen die Chancen prächtig, dass der 36jährige endlich seine erste Major-Trophäe mit nach Hause nehmen kann. Zum vierten Mal in Folge nach 2014, 2015 und 2016 steht der schon seit 11 Spielen ungeschlagene Zehetner nun im Semifinale der HTT-French-Open, doch noch nie in der vorangegangenen Versuchen klappte es auch im dem Einzug ins Endspiel. 2014 unterlag er seinem heutigen Gegner Philipp Schneider in einem hochklassigen Duell knapp in zwei Sätzen, 2015 verabschiedete er sich nach einer Katastrophen-Vorstellung gegen den späteren Sieger Peter Klager, und im letzten Jahr verlor Zehetner sein Semi gegen Renee Glatzl. Das soll heuer anders werden, und die Chancen stehen wie schon erwähnt äußerst gut zumindest einmal das erste HTT-French-Open-Finale seiner Laufbahn zu erreichen.

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