17jähriger Nobody schreibt kitschiges Tennismärchen zum Saisonauftakt

Von Claus Lippert
Mittwoch, 18.01.2017 | 18:40 Uhr
© Hobbytennistour

Der erste Titelträger der neuen Saison auf der Hobby-Tennis-Tour kommt aus Rumänien und heißt Alex S...

Der erste Titelträger der neuen Saison auf der Hobby-Tennis-Tour kommt aus Rumänien und heißt Alex Stokker. Der 17jährige aus Oradea gewann am Dienstag Abend die 16. Auflage des Jänner-HTT-500-Turniers im UTC La Ville, und schrieb damit auch das letzte Kapitel einer unglaublichen Geschichte, die sich an diesem zweiten Jänner-Weekend des neuen Jahres rund um den debütierenden Jungstar aus Rumänien abspielte. Im gerade einmal 69 Minuten dauernden Endspiel des 1.075 Single-Events der Open Ära prolongierte der Newcomer seinen Freitag Abend gestarteten Erfolgslauf, und bezwang mit Titelverteidiger Christoph Beutler den fünften Hochkaräter und den zweiten Top-Ten-Star binnen fünf Tagen. Stokker sorgte so nebenbei auch für den 27. HTT-Titel Rumäniens. Für den an Nummer 2 gesetzten Christoph Beutler setzte sich indes im Endspiel des ersten Saisonturniers sein mittlerweile wirklich grausamer Finalfluch fort. Der 32jährige von der Marswiese kassierte nach acht Jänner-HTT-500-Einzelsiegen in Folge in seinem 13. Karriere-Finale bereits die 10. Niederlage, und rutschte im am Dienstag erschienen neuen HTT-Entry-Ranking auf Position Nr. 5 ab. Auch sein Antreten bei den HTT-Australian-Open stellte der unterlegene Olympiazweite in Frage. Ein Bericht von C.L

Aus ungeheizter Traglufthalle bei Minusgraden zum strahlenden Jänner-HTT-500-Champion – die unglaubliche Geschichte rund um Alex Stokker

Gleich das Auftaktwochenende der neuen HTT-Saison kann mit einer unglaublichen Geschichte aufwarten. Ein bis am Tag vor dem Beginn des Jänner-HTT-500-Turniers völlig unbekanntes Gesicht, hat zum Start in die 28. HTT-Saison der Geschichte die HTT-Welt aus allen Angeln gehoben, und den Stars der Szene ordentlich eingeheizt. Die Story rund um den ersten Saisonsieger 2017 klingt einfach unglaublich, und nimmt ihren Anfang Ende Oktober letzten Jahres, als ein gewisser Moritz Suszczewski zu einer Geschäftsreise nach Rumänien aufbricht, und dort bei der Familie seiner Lebensgefährtin nächtigt. In einem eher belanglosen Gespräch kommt das Thema Tennis auf, und da erfährt Suszczewski von einem jungen Mann in der Familie, der ein “bißchen Tennis spielen kann”. Am Tag danach machte sich Herr Moritz auf, diesen “Tennisspieler in der Familie” zu besuchen. Was er vorfand, machte den “designierten Tennis-Manager” froh und nachdenklich zugleich. Einerseits sah er einen ambitionierten und stark spielenden 17jährigen, dessen Perspektiven allerdings gleich dem Nullpunkt anzusiedeln waren. In einer ungeheizten Traglufthalle bei Minusgraden schlug Alex Stokker mit Pulli und Handschuhen bekleidet seine Bälle mit Trainingspartnern, die nicht annähernd sein Niveau hatten. Das brachte Suszczewski auf den Plan, den 17jährigen zu sich nach Wien zu holen, wo er seit dem vergangenen Wochenende zu Gast ist.

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Stokker genügt im Finale eine solide Vorstellung gegen Titelverteidiger Christoph Beutler, der sich mit durchwachsener Vorstellung die 10. Endspielniederlage seiner Karriere einhandelt

Erst am Freitag Nachmittag kam Stokker in Wien an, wo er nur drei Stunden später zum ersten seiner fünf Siege raste, und Hans Kunst mit 6:0, 6:3 verabschiedete. Danach fügte der 17jährige dem amtierenden HTT-Tour-Finals-Champion Vladimir Vukicevic eine historische Achtelfinal-Niederlage zu. Mit 6:7, 0:6 kassierte der topgesetzte Ranglisten-Zweite aus Serbien die allererste Niederlage seiner Karriere vor dem Viertelfinale. Mit Lukas Prüger und Olympiasieger Martin Mayer schaltete “der Neue” zwei weitere HTT-Kapazunder auf dem Weg in sein Premierenfinale aus, ehe er die Sensationsgeschichte des ersten HTT-Wochenendes mit dem finalen Sieg über Titelverteidiger Christoph Beutler krönte. Im Endspiel selbst, genügte Stokker eine solide Vorstellung, zumal Beutler einmal mehr seinen Finalkomplex zelebrierte, und mit einer mehr als durchwachsenen Darbietung vorstellig wurde. Insgesamt produzierte der 32jährige Marswiese-Star 36 ungezwungene Fehler, dazu patzte der Olympia-Silberne mit 8 Doppelfehlern, womit am Ende nach nur 69 Minuten die 4:6, 3:6 Niederlage besiegelt war. Für Beutler setzte es damit im 13. Endspiel seiner Karriere bereits die 10. Niederlage.

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“Ich bin überrascht, wieviele gute Spieler auf dieser Tour im Einsatz sind”

Stokker hingegen freute sich nach stark gespielter Schlussphase im ersten Satz und einem solide bestrittenen zweiten Durchgang wahnsinnig über seinen Premieren-Title beim Debüt, und stellte sich nach der Siegerehrung seinem ersten HTT-Interview: “Ich bin sehr glücklich über den Ausgang dieses Turniers. Ich war heute vor dem Match sehr nervös, auch weil ich um die Stärke meines Gegners wusste. Ich hatte großen Respekt vor Christoph Beutler, und umso mehr freue ich mich über das positive Resultat, das mir gegen einen der Topspieler der Hobby-Tennis-Tour gelungen ist. Zum Match selbst muss ich sagen, dass ich versucht habe, mein Spiel durchzuziehen”, so der erste Turniersieger des neuen Jahres, der sich zudem äußerst positiv zu seinen Erlebnissen beim siegreichen HTT-Debüt äußerte. “Ich bin überrascht, wie viele gute Spieler auf dieser Tour im Einsatz sind. Ich hoffe sehr, dass ich in der Zukunft noch viele Matches mit diesen starken Gegnern bestreiten darf. Ich bin großartig aufgenommen worden hier in Wien. Die Halle ist top, die Plätze sind toll, die Spieler sind freundlich, es herrscht hier einfach eine tolle Atmosphäre in der man sich wohl fühlen kann”, so der 17jährige, der sich schon riesig auf die HTT-Australian-Open freut. “Mir ist natürlich bewusst, dass am nächsten Wochenende der Kampf noch um vieles härter wird. Da werden noch viel mehr und auch bessere Spieler am Start sein, aber ich hoffe auch beim Jänner-Grand-Slam auf ein gutes Abschneiden”.

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