Tennis

Platter Marach angriffslustig: "Würde es lieben, das Triple zu schaffen"

Von Ulrike Weinrich
Oliver Marach
© getty

Der Steirer Oliver Marach steht mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic im Doppel-Finale der Australian Open. Das Duo ist 2018 noch unbesiegt - aber körperlich schon ziemlich angeschlagen.

Von Ulrike Weinrich aus Melbourne

Oliver Marach ließ sich auf den Rücken fallen und versank im Zustand kompletter Glückseligkeit. Doch lange hielt der Zustand nicht an. "Ich wäre am liebsten liegen geblieben, aber der Hardcourt ist so heiß von der Sonne", sagte der 37 Jahre alte Österreicher nach dem Einzug ins Doppel-Finale der Australian Open. Am Samstagabend Ortszeit trifft Marach zusammen mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic in der Rod Laver Arena auf die Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah (Nr. 11).

Es ist die zweite Chance für das an Position sieben gesetzte Duo, seinen ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen. In Wimbledon 2017 hatten Marach/Pavic das Endspiel gegen die Ausnahmekönner Lukasz Kubot/Marcelo Melo (Polen/Brasilien) verloren. Doch 2018 sind die Beiden nach ihren Turniersiegen in Doha und Auckland noch unbesiegt.

"Ins Casino darf ich heute nicht gehen"

"Ich würde es lieben, wenn wir das Triple schaffen. Die Australian Open sind mein Lieblings-Slam, ich war hier ja schon einmal im Halbfinale", sagte Marach und meinte: "Wir haben das Selbstvertrauen von den ersten zwei Wochen des Jahres, das macht bei den wichtigen Punkten viel aus." Was sich besonders im Halbfinale am Donnerstag zeigte, als der Steirer und der Kroate eine Nervenschlacht gegen das deutsch-japanische Duo Jan-Lennard Struff/Ben McLachlan in 2:26 Stunden mit 4:6, 7:5, 7:6 (7:4) für sich entschieden. "Besonders Struff hat stark serviert. Wir haben versucht, die Ecken zu raten - und jedes Mal hat er in die andere serviert", meinte Marach und scherzte: "Ins Casino darf ich heute nicht gehen."

Die Nummer 17 der Doppel-Weltrangliste machte aber keinen Hehl daraus, dass die Kraftreserven aufgrund der vielen Matches 2018 fast schon komplett aufgebraucht sind. "Ich habe jetzt zwar keine Verletzungen, aber der Körper ist einfach übersäuert", erklärte Marach: "Auch wenn es nur Doppel ist, es schlaucht halt. Die Reiserei zum Beispiel."

Marach will nach Untersuchungen Davis Cup spielen

Trotzdem will der 1,85 Meter große Rechtshänder im Davis-Cup-Duell für die Alpenrepublik gegen Weißrussland (2./3. Februar) in St. Pölten spielen. "Das ist mir sehr wichtig. Ich werde dort aber erst am Mittwoch ins Training einsteigen", kündigte Marach an. Zuerst will er sich nach der Heimreise vom Arzt beziehungsweise Physio durchchecken lassen.

Und das Finale am Samstag im Melbourne? "Wir wissen, wir können jeden schlagen." Und die fehlenden Kräfte? "Das eine Match, das packen wir auch noch", sagte Marach - und grinste.

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